Kommunalpolitik

Bad Bockleter Bürgermeister macht Weg für Neuwahl frei

Nach einem Jahr im Krankenstand informiert Bürgermeister Back Gemeinderat und Personal, dass er doch keine Rückkehr ins Amt mehr anstrebt.
Der Bad Bockleter Bürgermeister Wolfgang Back (Mitte) bei der konstituierenden Sitzung 2014 mit seinen Stellvertretern Andreas Sandwall (rechts) und Holger Tillmann (links).  Fotos: Archiv/Björn Hein
 
von RALF RUPPERT
In der vergangenen Woche hoffte Wolfgang Back (CSU) noch auf eine Rückkehr ins Amt, nun hat der Bad Bockleter Bürgermeister überraschend doch die Reißleine gezogen: In nicht-öffentlicher Sitzung bat der 65-Jährige am Dienstag den Gemeinderat, seine Dienstunfähigkeit feststellen zu lassen, gestern informierte er dann das Personal von seiner Entscheidung. "Er sagt selbst, dass er nicht mehr die Kraft hat, die Marktgemeinde weiter zu führen", kommentiert sein Stellvertreter Andreas Sandwall (CSU) die Ankündigung. Das Wichtigste sei jetzt, dass sich Back ganz auf seine Genesung konzentrieren könne.
Wolfgang Back ist seit September 2015 im Krankenstand. Seitdem vertreten ihn Sandwall und der 3. Bürgermeister Holger Tillmann (CSU). Beide werden auch noch einige Monate durchhalten müssen, denn: "Das anstehende Procedere ist doch etwas länger", sagt Sandwall. Der Gemeinderat habe einstimmig das Verfahren eingeleitet: Zunächst müsse ein Amtsarzt die Dienstunfähigkeit Backs attestieren. Das ist die Voraussetzung für eine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. Sandwall geht davon aus, dass Neuwahlen frühestens im "späten Frühjahr 2017" möglich sind.
Auch in anderen Bereichen seien die Vertretungen aber geregelt, berichtet Sandwall: Er selbst vertrete Back zum Beispiel als Geschäftsführer der "Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH", der Burkardrother Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) habe den Vorsitz beim Abwasserzweckverband Aschach-Saale übernommen, der stellvertretende Landrat Emil Müller leite den Verein der Freunde des Aschacher Schlosses. Frei bleibt seit einem Jahr Backs Sitz im Kreistag, hier habe sich der 65-Jährige bislang nicht geäußert, wie es weitergeht, sagte Landrat Thomas Bold (CSU) gestern auf Nachfrage.


Räte unter "Schockstarre"

56 der insgesamt 69 Mitarbeiter des Marktes Bad Bocklet sowie der Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH seien gestern zur Personalversammlung gekommen. Ähnlich wie im Gemeinderat hätten alle auf die Nachricht Backs mit einer "Schockstarre" reagiert. Der Gemeinderat habe mit seinem Beschluss auf "die Schwere der Erkrankung und den weiter andauernden Genesungsprozesses" reagiert. Back habe dem Gremium den bisherigen Verlauf seiner Krankheit sowie die weiteren notwendigen ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen erläutert. "Ich kann leider in absehbarer Zeit meinen Dienst als 1. Bürgermeister des Marktes Bad Bocklet und Geschäftsführer der Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH nicht mehr so ausführen, wie ich das selbst von mir erwarte und wie es die Bürger gewohnt sind", wird er in einer Mitteilung der Gemeinde zitiert. In den vergangenen 14 Jahren habe er "sehr viel Herzblut und großes Engagement in die Weiterentwicklung des Marktes Bad Bocklet und der Staatsbad GmbH gesteckt". Dazu würden nun Kraft und Ausdauer fehlen. "Das hatte ich mir 2014, bei meiner dritten Kandidatur als Bürgermeister, natürlich ganz anders vorgestellt", wird er weiter zitiert. Für Nachfragen der Redaktion war Wolfgang Back gestern nicht zu erreichen. Back dankte vor allem seinen Stellvertretern Sandwall und Tillmann, dem Gemeinderat und allen Mitarbeitern: "Es war mir eine große Ehre und Freude, dass ich über so viele Jahre der 1. Bürgermeister des Marktes Bad Bocklet sein durfte."
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