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Verkehrssicherheit

Auch im Taxi nur mit Gurt

Bisher müssen sich Taxifahrer nicht anschnallen, wenn sie einen Fahrgast in der Stadt befördern. Das soll mehr Bewegungsfreiheit bei Überfällen bieten. Gabriele Funk hat das Gegenteil erlebt.
Joachim Metz schnallt sich grundsätzlich an, auch wenn er einen Fahrgast befördert. Fotos: Thomas Mäuser
 
von THOMAS MÄUSER
"Ich bin immer angeschnallt", sagt Taxiunternehmerin Gabriele Funk. Damit ist sie sie stets gut gefahren und dazu noch voll auf einer Linie mit der Bundesregierung Die nämlich will eine generelle Anschnallpflicht für Taxifahrer einführen.

Bisher ist das anders. Mit Fahrgast sind die Taxifahrer von der Anschnallpflicht befreit. Aus Sicherheitsgründen, wie esheißt. Damit der Fahrer in der Lage ist, im Falle eines Überfalls körperliche Angriffe leichter abwehren zu können oder dem Angriff dadurch zu entgehen, dass sie sich aus der geöffneten Autotür fallen lassen.
Nicht angeschnallt zu sein, das hätte Gabriele Funk wenig gebracht. Auch damals, als sie überfallen wurde. "Der Mann ist am Bahnhof eingestiegen und wollte nach Waigolshausen", erinnert sich die Taxiunternehmen an der unliebsamen Vorfall, der nun schon einige Jahre zurückliegt.


Vollbremsung als Rettungsanker

Der fiese Fahrgast saß auf der Rückbank. Kurz vor der Bahnunterführung Oerlenbach hat er Gabriele Funk an der Jacke heruntergezogen, ihr Handy aus der Halterung geholt und ihr befohlen, weiterzufahren. "Ich habe eine Vollbremsung gemacht, der Mann ist mit dem Kopf gegen den Rückspiegel geprallt." Gabriele Funk ist bei der Vollbremsung nichts passiert, sie war angeschnallt, hat ihr Taxi verlassen unversehrt verlassen können und ist weggerannt. Der Mann ist unerkannt geflüchtet.

Auch Taxifahrer Joachim Metz hält eine Gurtpflicht für sinnvoll. Eine bedrohliche Situation hat er in den 15 Jahren, in denen er Taxi fährt, noch nicht erlebt. Im Übrigen gelte die Befreiung von der Gurtpflicht nur im "Pflichtfahrgebiet", also nicht bei Überlandfahrten. Wenn ein Gast nach Schweinfurt oder Würzburg will, muss sich der Taxifahrer ohnehin anschnallen. "Das Argument mit den Überfällen ist an den Haaren beigezogen, denn überfallen wird man eher außerhalb der Stadt", meint Joachim Metz. Dass die Situation in den Problemvierteln von Großstädten anders aussehen könnte, gesteht Metz allerdings zu.


Sicherheit geht vor

Etwas anders sieht Nicole Stauch vom Taxiunternehmen Back die Lage. Sie findet eine generelle Anschnallpflicht nicht gut. Sie sieht schon das Risiko, dass ein renitenter Fahrgast den Taxi-Chauffeur mit dem Gurt würgt, wenn er es zum Beispiel auf den Geldbeutel abgesehen hat. Bisher ist so etwas bei Taxi-Back nicht vorgekommen. Dennoch ist Nicole Stauch der Meinung: "Die Sicherheit der Fahrer geht vor."

Das sehen auch die Befürworter der Anschnall-Pflicht so. Allerdings aus einem anderen Blickwinkel. Die Unfallgefahr für Taxifahrer sei wesentlich höher als das Risiko, überfallen zu werden. Nach Angaben des deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes wurden 2013 244 Überfälle registriert, mehr als zehn Mal so viele Taxifahrer wurden dagegen bei Unfällen verletzt.


Überfall-Risiko nicht gegeben

Auch die Polizei hält es mit der Gurtpflicht. "Die Polizei begrüßt es, wenn sich die Taxifahrer im Interesse der Verkehrssicherheit anschnallen", sagt Lothar Manger von der Polizeiinspektion Bad Kissingen. Argumente dagegen, zum Beispiel, dass sich der Taxifahrer bei einem Überfall schneller in Sicherheit bringen könnte, gebe es zwar, aber das Risiko eines Überfalls sieht Manger in Bad Kissingen als aktuell nicht gegeben.

Dass man sich ein Taxifahrer im Falle eines Überfalls auch mit einer Vollbremsung oder gar mit einer Fahrt gegen ein Hindernis retten kann, betonen die Befürworter der Gurtpflicht. Denn gerade da wäre es von Vorteil, wenn der Fahrer angeschnallt ist. Und Gabriele Funk kann das nur bestätigen: "Gut, dass ich damals angeschnallt war."


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