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Heimatgeschichte

An verfolgte jüdische Mitbürger erinnern

"Letzte Spuren bewahren" heißt der Arbeitskreis, der dem Stadtrat Empfehlungen zum Gedenken an die Judenverfolgung durch die Nazis geben möchte. Unter den verschiedenen Vorschlägen wird zurzeit eine Gedenkstätte am Seelhaus-Platz favorisiert.
Zur Tradition geworden ist die Gedenkfeier am Seelhausplatz anlässlich des Jahrestags der Pogromnacht am 9. November (Archivfoto). Hier, wo sich einst die Hammelburger Synagoge befand, könnte auch eine Gedenkstätte für die verfolgten jüdischen Mitbürger entstehen. Foto: Schaar
 
Am Mittwoch traf sich ein knappes Dutzend Interessierter und Engagierter, die zusammen mit Bürgermeister Ernst Stross, Michael Mence und dessen Ehefrau Cornelia, Kreisheimatpflegerin, mögliche Maßnahmen diskutierten.
Eine für alle Hammelburger Ortsteile akzeptable Lösung wurde speziell für die Ortsteile Untererthal und Westheim gesucht. Der Stadtrat entscheide letztlich, was zu tun sei, betonte Stross. In jedem Fall sei die Tatsache zu würdigen, dass die verfolgten jüdischen Mitbürger ein wichtiger Teil der Bevölkerung gewesen seien.

Stolpersteine: Wenig Befürworter


Außer dem Platz am Seelhaus, wo früher eine Synagoge stand, waren zuvor noch weitere Plätze in der Diskussion. So zum Beispiel am Haus der Familie Sichel, am Hammelburger Rathaus, am Roten Schloss und am so genannten Schabbes-Gärtchen nahe dem Kreisverkehr am evangelischen Pfarrhaus. Verworfen wurde eine Gedenkstätte am jüdischen Friedhof in Pfaffenhausen.
Auch die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig - im Gehweg eingelassene Pflastersteine mit Namen und Daten der Verfolgten - fanden wenig Befürworter. Schließlich sollten diese nicht mit Füßen getreten werden, war sich der Arbeitskreis einig.
Auf Zustimmung stieß auch der Gedanke, die Gedenktafeln ausschließlich den verfolgten toten und den noch lebenden Juden zu widmen, nicht aber anderen Verfolgten wie Regimegegnern, Homosexuellen oder Sinti und Roma. "Und wir sollten die Namen der Verfolgten nennen", regte Pfarrer Christian Müssig an. Jeder einzelne Mensch sollte in den Erinnerungsprozess genommen werden.
"Man sollte lieber an einem zentralen Ort in Hammelburg statt in verschiedenen Ortsteilen gedenken", meinte auch Altbürgermeister Arnold Zeller, auch wenn die heutigen Stadtteile früher selbstständige Dörfer gewesen seien. "Die Ortsbeauftragten sollten sich jetzt mit den älteren Anwohnern in Verbindung setzen und deren Meinungen darüber einholen", schlug Helmut Scholl vor.
An das jährliche Gedenken zur Reichspogromnacht auf dem Seelhaus-Platz am 9. November erinnerte Arnold Zeller. Vor 15 Jahren habe man klein angefangen und anfangs noch teilweise Widerstand in der Bevölkerung gespürt.
Heutzutage genieße dieser Platz Sensibilität in der Öffentlichkeit, war sich Pfarrer Christian Müssig sicher. Auch dass dort in der Nachbarschaft die Lebenshilfe ein Bauprojekt plane, passe gut zusammen, so Bürgermeister Stross.

Treffen am 12. Januar


Ein weiteres Thema für die nächste Zusammenkunft des Arbeitskreises "Letzte Spuren bewahren" ist für 12. Januar geplant. Dann wird auch der Frage nachgegangen, wie ein Stadtrundgang zum Thema "Jüdische Geschichte in Hammelburg" gestaltet werden kann.





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