Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Region  // Aschaffenburg

Hochwasser

Hochwasser in Franken - Schäden in zweistelliger Millionenhöhe

Nach starkem Regen und Gewittern in Franken geht der Schaden in den zweistelligen Millionenbereich. Straßen waren überflutet, Keller standen unter Wassser.
Unwetter haben in Franken zugeschlagen. Millionenschäden in Unterfranken werden befürchtet. Auch Ober- und Mittelfranken wurden getroffen. Im Bild: Thuisbrunn.Foto: NEWS5 / Winter
 
von DPA



Land unter in Unterfranken - Schaden im zweistelligen Millionenbereich

Schwere Unwetter mit Starkregen und Gewittern haben in Unterfranken am Donnerstag für hohe Schäden gesorgt. Besonders im Landkreis Aschaffenburg mussten die Menschen unter dem Unwetter leiden, hunderte Helfer von Feuerwehr und THW waren pausenlos im Einsatz.

"Wir gehen im Moment davon aus, dass in unserer Region die Schadenshöhe bei etwa zehn Millionen Euro liegen wird", sagte Bürgermeister Felix Wissel am Freitag. Verletzt wurde am Donnerstag glücklicherweise niemand. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den Landkreis zuvor eine Unwetterwarnung herausgegeben.

"15 Liter pro Stunde sind unsere Schwelle für eine Warnung", sagte Wetterberater Schwienbacher weiter. Der heftige Regen hatte den Frankfurter Flughafen am Donnerstag für fast zwei Stunden lahmgelegt. 133 Flüge wurden annulliert.



Wissel hofft, dass die Bürger und die Gemeinde nicht auf den hohen Kosten sitzen bleiben. "Ich hoffe, dass viele gegen Unwetterschäden versichert sind und dass der Freistaat Bayern uns da unterstützt."


Vollgelaufene Keller in Mömbris, Krombach und Alzenau

Kurz vor 15:00 Uhr gingen erste Notrufe bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken aus dem Kahlgrund ein. Die schweren Regenfälle hatten Hänge abrutschen lassen und führten zu vollgelaufenen Kellern. Die Einsatzschwerpunkte lagen im Bereich Mömbris, Krombach und Alzenau.

Die Strecke der Kahlgrundbahn ist in Teilbereichen bis auf weiteres gesperrt. Aktuell (08:30 Uhr) ist zwischen Mömbris und Michelbach ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Neben zahlreichen weiteren Straßen im Kahlgrund war auch die Staatsstraße 2305 in vielen Bereichen zentimeterhoch überschwemmt und musste zeitweise komplett gesperrt werden. An mehreren Orten kam es zu Erdrutschen und Ausspülungen von Geröll, was zur Unbefahrbarkeit von weiteren Straßen führte.

Zudem haben die Wassermassen den Friedhof von Mömbris überspült und 50 bis 60 Zentimeter tiefe Löcher in den Boden gerissen. "Jedes der etwa 150 Gräber hat einen Totalschaden." Leichenteile seien nicht zum Vorschein gekommen. Der Friedhof werde nun jedoch aus Sicherheitsgründen für längere Zeit gesperrt bleiben.

In vielen Orten liefen Keller voll Wasser. Die Anwohner der Gemeinde Krombach waren zeitweise ohne Strom. Aus einem Öltank lief Heizöl aus. Menschen wurden bei dem Unwetter nicht verletzt.
"Ein Unwetter in dem Ausmaß haben wir die letzten Jahre nicht gehabt", sagte Thomas Rollmann, Sprecher der Kreisbrandinspektion. Unzählige Keller müssten nun leer gepumpt werden, zum Teil seien Öltanks aufgeschwommen. "In den Kellern steht ja Schlammwasser. Alles, was dort am Boden lag, ist vernichtet." Die Einsatzkräfte füllten auch Sandsäcke ab, um neuralgische Punkte und einzelne Gehöfte an der über die Ufer getretenen Kahl abzusichern. Besonders betroffen waren den Angaben zufolge die Stadt Alzenau, der Markt Mömbris und vor allem die Gemeinde Krombach.

Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in München sagte, den Radardaten zufolge seien im nördlichen Landkreis Aschaffenburg teilweise mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde niedergegangen. "Das ist schon eine ganz ordentliche Menge." Der Starkregen habe etwa um 15 Uhr eingesetzt und etwa bis 19 Uhr gedauert.


Folgen des Unwetters vor allem im Kreis Aschaffenburg

Die Folgen des schweren Unwetters ab dem Donnerstagnachmittag waren vor allem im Raum Aschaffenburg und im Spessart erheblich. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser, Straßen waren unbefahrbar und Hänge rutschten ab. Personen kamen dabei jedoch nicht zu Schaden. Vor allem die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun.

Gegen 20:00 Uhr suchten die Einsatzkräfte in Mömbris kurzzeitig nach einem 11-jährigen Kind. Das Mädchen war nach Schulschluss um 16:00 Uhr nicht nach Hause gekommen. Letztlich stellte sich jedoch heraus, dass die 11-Jährige bei einer Klassenkameradin Schutz vor dem Regen gesucht hatte. Sie konnte wohlbehalten zu ihren Eltern zurückgebracht werden.


Unwetter in Unterfranken: Lage in den Kreisen Main-Spessart und Würzburg

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in Bereichen der Landkreise Main-Spessart und Würzburg. Unter anderem waren die Bundesstraße 8 zwischen Erlenbach und Remlingen wie auch zahlreiche Ortsdurchfahrten und Keller überflutet. Bei Zimmern drohte ein Hang der Verbindungsstraße nach Ansbach abzurutschen.

Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk befanden sich im Dauereinsatz. Teilweise dauern die Arbeiten immer noch an.

Zu unwetterbedingten Verkehrsunfällen kam es nicht. Verletzte Personen wurden bislang nicht gemeldet.

Die Gemeinde Mömbris hat eigens zur Erhebung der Schäden ein "Bürgertelefon" eingerichtet. Anwohner des Marktes Mömbris, denen durch das Unwetter ein Schaden entstanden ist, können sich im Rathaus unter den Telefonnummern 06029 / 705-16 oder -19 melden.


Unwetter in Oberfranken - Überschwemmungen in Thuisbrunn

Der andauernde und teilweise sehr starke Regen der vergangenen Tage ging am Landkreis Forchheim nicht spurlos vorbei. So waren am Donnerstag mehrere Straßen komplett oder teilweise überflutet.

Am späten Donnerstagabend wurde die Feuerwehr Thuisbrunn zu einer überschwemmten Straße in die Dorfmitte von Hohenschwärz alarmiert. Hier stand die Straße 20 Zentimeter unter Wasser.

Noch während der Aufräumarbeiten wurden die Feuerwehrleute zum nächsten Einsatz alarmiert. Es ging in den Ortskern von Thuisbrunn. Hier waren mehrere Straßen, sowie auch die Hauptsraße bis zu 30 Zentimeter überschwemmt. Durch die sintflutartigen und starken Regenfälle wurden auch zahlreiche Keller überflutet.

Insgesamt arbeiteten die Einsatzkräfte 8 Einsatzstellen in kürzester Zeit ab. Mit der mitgeführten Schmutzwasserpumpe und den zahlreichen Einsatzkräften konnten alle Einsatzstellen abgearbeitet werden.


Hochwasser in Mittelfranken: Land unter im Kreis Nürnberger Land

Teile des Landkreises Nürnberger Land wurden am Donnerstag von Unwettern getroffen. Gewitter und Starkregen führten zu Hochwasser. Bei Hersbruck trat der Sittenbach über die Ufer. Nicht nur das Firmengelände von einem Floristikbetrieb wurde komplett überschwemmt, auch die Straße nach Kirchensittenbach stand teilweise 40 bis 50 Zentimeter unter Wasser. Ein normaler Verkehrsfluss war hier und auch auf anderen Straßen, die von den Wassermassen über- oder unterspült waren, nicht mehr möglich. Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz, um nach und nach alle brenzligen Situationen in den Griff zu bekommen. Dazu legen die Kameraden nicht nur Sandsäcke aus, um eine Ausbreitung des Wassers zu verhindern, sondern sichern auch Öltanks und pumpen Keller und Industriebetriebe leer. Bürgermeister Robert Ilg erinnert sich: "Vor 11 Jahren hatten wir ein ähnlich starkes Unwetter."

Viel Regen haben auch andere Teile Frankens sowie die östliche Oberpfalz abbekommen. Wegen eines starken Wolkenbruchs kam es bei Feucht (Landkreis Nürnberger Land) zu einem Verkehrsunfall mit sieben Fahrzeugen und sechs Verletzten.

Für die kommenden Tage sagte der DWD zumindest für weite Teile Bayerns weniger Regen voraus. Lediglich am Alpenrand werde es Dauerregen und damit die Gefahr von Hochwasser geben.

zum Thema "Wetter"

Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.