Aschaffenburg
Gericht

Prozess gegen Jugendliche begonnen - Islamistischen Anschlag geplant?

In Mannheim hat am Dienstag ein Prozess gegen zwei Jugendliche begonnen, die einen Anschlag im Kreis Aschaffenburg geplant haben sollen.
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Ein Richter legt am 22.12.2016 in Mannheim (Baden-Württemberg) in einem Verhandlungssaal des Landgerichts eine Akte auf die Richterbank, auf der eine Reihe Strafgesetzbücher stehen. Foto: Uwe Anspach/dpa
Ein Richter legt am 22.12.2016 in Mannheim (Baden-Württemberg) in einem Verhandlungssaal des Landgerichts eine Akte auf die Richterbank, auf der eine Reihe Strafgesetzbücher stehen. Foto: Uwe Anspach/dpa
Sieben Monate nach ihrer Festnahme hat in Mannheim ein Prozess gegen zwei Jugendliche wegen des Verdachts eines geplanten islamistisch motivierten Anschlags begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Alter von 16 Jahren und 17 Jahren Verabredung zum Mord vor. Sie sollen einen Anschlag im Landkreis Aschaffenburg (Unterfranken) geplant haben, um in einer öffentlichen Einrichtung viele "Ungläubige" zu töten.

Die Hauptverhandlung vor der Großen Jugendkammer begann am Dienstag mit Verlesung der Anklageschrift in nicht öffentlicher Sitzung. Das Landgericht Mannheim hat bis Oktober noch 13 Prozesstage angesetzt.

Die Jugendlichen waren am 8. Dezember 2016 festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Der eine stammt aus Mannheim, der andere aus Aschaffenburg. Bei einem Telefonat sollen beide beschlossen haben, sich Schusswaffen für einen Anschlag zu besorgen. Bei Durchsuchungen wurden unter anderem Flaggen der Terrormiliz Islamischer Staat sowie islamistisches Propagandamaterial gefunden.

"Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Beschuldigten zum jetzigen Zeitpunkt in der Lage gewesen wären, die in Verdacht stehenden Planungen umzusetzen. Allerdings stellt auch schon die Verabredung eines Verbrechens eine Straftat dar", teilten die Behörden kurz nach der Festnahme mit.

Ob wirklich akute Gefahr von den Jugendlichen ausging, gilt Beobachtern zufolge als nicht völlig geklärt. "Es bestehen Hinweise, dass bei den Beschuldigten psychische Erkrankungen vorliegen", hieß es vonseiten der Justiz im Dezember.
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