Schon immer ein Ort im Grünen

Der Dorf- und Kulturverein Kersbach hatte wohl nicht mit so viel Zuspruch bei der Einladung zu dem Vortrag von Martin Gebhard im Gasthaus Greif über "Kersba...
Artikel einbetten Artikel drucken
Der Dorf- und Kulturverein Kersbach hatte wohl nicht mit so viel Zuspruch bei der Einladung zu dem Vortrag von Martin Gebhard im Gasthaus Greif über "Kersbach gestern und heute" gerechnet. Auf eine Reise mit vielen Bildern nahm der Referent, der sich vor fünf Jahren mit seiner Frau für Kersbach als seinen Lebensmittelpunkt entschieden hatte, seine Gäste mit.
Der aus Marktredwitz stammende Referent unterstrich nicht nur die Lage an Bahn und Autobahn, sondern vor allem das viele Grün in Kersbach. Anhand von Luftaufnahmen aus verschiedenen Richtungen konnte man die Lage von Kersbach inmitten von viel Grün sehr gut sehen.
Der verstorbene ehemalige Oberlehrer Johann Großmann hatte 1971 die Kersbacher Ortschronik verfasst und auch dort die Bäume und das dörfliche Leben beschrieben.Auch die vielen Gespräche mit Zeitzeugen aus dem Ort sowie das Forchheimer Stadtarchiv hatte Gebhard als Quellen für seine Nachforschungen genutzt.


Aufzeichnungen seit 1602

Bereits 1602 gibt es eine Karte, welche die Lage von Kersbach zeigt. Diese Karte befindet sich im Forchheimer Pfalzmuseum. Der Mittelpunkt des Orts war immer die Kirche St. Johannes und St. Ottilie, die aus allen Richtungen zu sehen ist.
Die zahlreichen Weiher und der Ludwigskanal hatten für Kersbach eine große Bedeutung. Zum einem galt dies für die Fischzucht, zum anderen für die Bewässerung von Feldern sowie das Baden und Schlittschuhfahren für die Kinder des Ortes.
Am 12. August 1895 stellten die Bürger eine Petition an die Abgeordneten, dass eine Haltestelle am Bahnhof Kersbach eingerichtet wird. So konnte am 1. Mai 1897 die feierliche Eröffnung der Bahn-Haltstelle gefeiert werden. Da der Bahnverkehr auch eine Bedeutung für den Verkauf von Wirtschaftsgütern aus Kersbach, Poxdorf, Effeltrich und Gaiganz hatte, wurde auch der Antrag auf einen Güterbahnverkehr gestellt, der aber abgelehnt wurde. Zu dieser Zeit fuhren zwei Postzüge und ein Eilzug durch Kersbach. Die Fahrzeit nach Nürnberg betrug 70 Minuten (heute 38) und nach Bamberg 50 Minuten (heute 22). Obst und Gemüse hatte für Kersbach schon immer große Bedeutung. Die Zuhörer zeigten sich erstaunt, dass nicht nur in Baiersdorf, sondern auch in Kersbach angebaut und verkauft wurde.
Die Aufgabe des Bürgermeisters war von Amts wegen einmal jährlich die ortsansässigen Lebensmittelgeschäfte, Bäcker und Gastwirtschaften auf Qualität, Geschmack und Sauberkeit zu prüfen; was die Bürgermeister sicher nicht ungern taten.
Der erste Kindergarten war unweit der Kirche im heutigen Garten des Gasthauses Greif. Er wurde während des zweiten Weltkrieges geschlossen. Einige Zuhörer erkannten sich auf den historischen Aufnahmen als Schulkinder wieder. Der heutige Kindergarten steht auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrhauses in der Pfarrgartenstraße. Die erste Schule wurde 1910 erbaut und bestand bis zur Eröffnung der Schule am heutigen Standort 1958. Bekanntlich wurde mit dem Schuljahr 2017/18 die neue und sehr moderne Schule an diesem Standort eröffnet.


Linde als Mittelpunkt

Die Linde inmitten des Dorfes war auch immer ein Treffpunkt. Ihr Alter wird von Experten auf 700 bis 850 Jahre geschätzt. Der allen in Erinnerung gebliebene "Rosenschorsch" Georg Wagner hatte sich viel um die Linde bemüht. Leider hat sie in den letzten Jahrzehnten durch den enormen Straßenverkehr gelitten, aber es wurden viele Maßnahmen ergriffen, sie auch für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Auch ein Lied mit dem Titel "Kersbacher Linde wie eine Tochter..." gibt es.
Sowohl kirchliche als auch weltliche Feste werden in Kersbach gefeiert. Die Trachten bei Männern und Frauen waren über lange Zeit im Ortsbild zu sehen. Leider heute nur noch durch einige Frauen bei kirchlichen Festen wie an Maria Himmelfahrt. 1975, drei Jahre vor der Gebietsreform, erhielt Kersbach beim Wettbewerb "Das schöne Dorf" in der Kategorie B, den ersten Platz. Der Referent erhielt viel Applaus für seine Ausführungen.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren