Hausen bei Bad Kissingen
Heimatgeschichte

Pestkreuze entstanden erst später

Im Zusammenhang mit dem von Hausen aus seit dem 16. Jahrhundert gefeierten Opferdonnerstag stehen die sogenannten Pestkreuze am südlichen Ortsausgang. Die G...
Artikel einbetten Artikel drucken
Die Pestkreuze stehen am südlichen Ortsausgang.  Fotos: Werner Eberth
Die Pestkreuze stehen am südlichen Ortsausgang. Fotos: Werner Eberth
+1 Bild
Im Zusammenhang mit dem von Hausen aus seit dem 16. Jahrhundert gefeierten Opferdonnerstag stehen die sogenannten Pestkreuze am südlichen Ortsausgang. Die Geschichte mit einem (oder mehreren) Pestopfern, die schon am Ortsausgang von dem überfüllten Leichenfuhrwerk fielen, hat sicher einen historischen Hintergrund. Die heutigen Pestkreuze stammen jedoch aus dem 18. Jahrhundert, also rund 200 Jahre nach der Pestseuche im 16. Jahrhundert.
Die Pest und die Kriege hatten das Hausener Prämonstratenserinnen-Kloster so verwüstet, dass es leer stand. Für Fürstbischof Julius Echter war dies ein
Glücksfall, das leerstehende Kloster aufzulösen und das Vermögen seinem Universitäts-Fonds zu überschreiben. Er ließ das zerstörte Kloster wieder aufbauen, wobei die frühere Klosterkirche Dorfkirche wurde. Die Klostergebäude sind heute Dienststelle des Landratsamts.
Der Universitäts-Fonds war einige Jahrhunderte lang eine Außenstelle der Universitätsverwaltung, deren Leitung oft von adeligen Personen betrieben wurde. Aus eigenem Antrieb hat wohl einer der Fonds-Beamten im 18. Jahrhundert den Entschluss gefasst, die Pestkreuze in repräsentativer Ausstattung zu erneuern.
Am Fuß des Kruzifixes zeigt ein Wappen des niederen Adels, dass ein leitender Beamter der Universitäts-Verwaltung die Pestkreuze im Stil der Zeit hat neu errichten lassen. Das Wappen ist ebenfalls kein Amtswappen der fürstbischöflichen Verwaltung.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren