Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Musik mit Bedacht und Intensität

Seine Violine ist ein Meisterwerk von Niccolo Amati aus dem Jahre 1683. Damit gab Michael Grube zum wiederholten Mal ein Konzert im Musikzimmer von Salem - ...
Michael Grube gab zum wiederholten Mal ein Konzert bei Salem. Möglicherweise heuer zum letzten Mal. Foto: Klaus Klaschka
 
von KLAUS KLASCHKA
Seine Violine ist ein Meisterwerk von Niccolo Amati aus dem Jahre 1683. Damit gab Michael Grube zum wiederholten Mal ein Konzert im Musikzimmer von Salem - am Sonntag möglicherweise zum letzten Mal, wenn Salem wie angekündigt sein Gästehaus zum Jahresende schließen wird. Grube, 1954 in Überlingen geboren, lebt in Ecuador und macht auf seinen Konzerttourneen um die Welt regelmäßig Station bei Salem, seit seiner Kindheit.
Michael Grube macht Musik über sein Geigenspiel hinaus. In einer ihm sehr ureigenen Weise. Zurückhaltend und intensiv zugleich. Teufelsgeiger-Getue ist im völlig fremd. Keine Show - nur Musik. Tempi nimmt er mit Bedacht. Fast introvertiert. Und er ist ein Meister des Legato.
So beginnt er Paganinis Caprice Nr. 17 nicht mit einem fanfarenmäßigen Schrei, sondern einem musikalischen Auftakt, dem eng gebundene Tongirlanden folgen. Lässt Stamitz' "Tanec" nicht in einen ekstatischen Rundtanz ausarten. Legt aber durchaus einige Schippen Virtuosität auf, wenn er "Die Schwätzerin" von Jaques Mazas überdeutlich charakterisieren will. Michael Grube zwingt sein Publikum, der Musik an sich zuzuhören und sich nicht von seiner Virtuosität ablenken zu lassen.
So führt er im zweiten Satz von Bachs 2. Violinsonate das Thema der Fuge akademisch penibel differenziert ein. Gibt mit dem gleichen Bogenstrich dem Hauptmotiv mehr Gewicht als dem Nebenmotiv und deutet die weiteren der vier Stimmen nur an, als ob sie von irgendwoher von selbst kämen.
Wieder ohne jeglichen Klamauk endet Grube die Musik mit Bedacht. Ohne Tsching-bumm, fertig. Fast gourmetartig setzt er den letzten Ton vorsichtig an und lässt diesen an- und ausklingen. Gibt dem Zuhörer die Möglichkeit, aus der eben gehörten Musik wieder aufzuwachen. Im Klang seiner eher grundtönigen Amati-Geige entstehen dabei alle möglichen Farben von Tönen, die stellenweise sogar an die einer Gambe erinnern. Wenn man sich auf Michael Grubes Musizieren völlig einlassen kann, dann kann man vielleicht erahnen, was er damit meint, was er über sein Instrument sagt: "Ich habe diese Violine schon immer sehr verehrt. Sie hat eine Persönlichkeit und ist wie ein Mensch."


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.