Karl-Heinz Hofmann

Kreisobmann Erwin Schwarz zieht beim Kreiserntedankfest des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Landkreis Kronach in der alten Turnhalle in Mitwitz keine rosige Bilanz. In weiten Bereichen waren schwache Erträge zu verzeichnen. Zudem blickt er enttäuscht auf Diskussionen um den Nationalpark und die Windräder bei Hain zurück. In beiden Themen fühlt er sich persönlich von der Politik angegriffen und spricht von Beleidigungen und Denunziationen gegenüber seiner Person.
Die Frustration sitzt so tief, sagt er, dass er über einen Rückzug als Kreisobmann nachdenkt. Er überlege, sein Amt zur Verfügung zu stellen zum Wohle der Bauern im Landkreis Kronach.
Die Festansprache hielt die stellvertretende Landesbäuerin Anneliese Göller. Sie forderte mehr Wertschätzung für Lebensmittel. "Die Nahrungsmittel wachsen nicht in den Regalen der Supermärkte, sondern bedürfen viel Arbeit und Pflege von der Saat bis zur Ernte!"
Zugleich rief sie gegen Preisdumping auf, wodurch die Arbeit der Bauern an Wertschätzung verliere. Dadurch verliere aber auch das Erntedankfest an Bedeutung, weil niemand mehr so richtig weiß, wie viel für eine gute Ernte gearbeitet werden muss. Es ist ein langer Weg von der Saat bis zur Ernte. Darüber müssten Verbraucher mehr aufgeklärt und informiert werden, um letztlich auch wieder ein Gefühl der Wertschätzung für Natur und Ethik zu bekommen.
Und man müsse sich auch imKlaren sein, dass Lebensmittel eben nicht unerschöpflich und scheinbar unbegrenzt zu haben sind, weil man nur ins Regal greifen muss und man ein Angebot im Überfluss hat. Anderswo in der Welt gibt es eben nicht genug Nahrung. Darüber sollte man sich mal Gedanken machen.


Landwirte erhalten Landschaft

Trotz modernster Technik ist die Erzeugung von Nahrungsmitteln mit handwerklicher Arbeit verbunden und vom Wetter abhängig. Daher sei das Erntedankfest ein Tag, an dem nicht nur Landwirte dem Schöpfer und Herrgott zu Dank verpflichtet sind, sondern jeder.
Aber Landwirte sorgen nicht nur für Lebensmittel, sondern sind auch für den Erhalt der Kulturlandschaft verantwortlich.
Der zweite Bürgermeister von Mitwitz, Jürgen Kern, entbot die Grüße von Bürgermeister Hans-Peter Laschka und der Marktgemeinde Mitwitz. Er freute sich über die zahlreiche Teilnahme und über das Erntedankfest in Mitwitz.
Auch Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, der für Oberfranken dem Bayerischen Landtag angehört, hob hervor, dass Land- und Forstwirte über Generationen hinweg den schönen Frankenwald geschaffen haben und zum Erhalt beitragen.
Kreisbäuerin Rosa Zehnter dankte in ihrem Schlusswort den beiden Geistlichen für den beeindruckenden Gottesdienst und allen Mitwirkenden aus Mitwitz, vor allem den Ortsbäuerinnen und Ortsbauern für die gute Planung und Gestaltung des Kreiserntedankfestes. Die Veranstaltung wurde vom Gesangverein Mitwitz und Neundorf unter Leitung von Andrea Gregor Nowak umrahmt.
Der Festgottesdienst, an dem auch Landrat Klaus Löffler teilnahm, der sich für die anschließende Festveranstaltung entschuldigen ließ, wurde von Pfarrer Burkhard Sachs und Diakon Diethard Nemmert zelebriert. Beide überzeugten mit einem lustigen, aber auch nachdenklichen Dialog zweier Äpfel. Umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Mitwitz mit Verstärkung aus Burggrub, unter Leitung von Hans Günter Kessel und dem Kirchenchor, Leitung Andrea Gregor Nowak.
Die Kinder vom Kindergarten Mitwitz mit ihren Erzieherinnen brachten mit Liedern und Gedichten ihre Erntegaben auf die Bühne.