Der Landkreis Haßberge will den öffentlichen Personennahverkehr stärken und plant deshalb, in einen Verkehrsverbund im Westen einzusteigen. Zu diesem Zweck soll eine neue Organisation gegründet werden, und zwar der Verkehrsverbund Mainfranken GmbH. Daran beteiligt wären die beiden Städte Schweinfurt und Würzburg sowie die sieben Landkreise Haßberge, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg.
Es gibt bisher schon einen Verkehrsverbund, der aber auf Würzburg konzentriert ist. Die neue Organisation ist der bisherige Verbund, und dazu kommt jetzt die Region Main-Rhön. Um die neuen Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld und die Stadt Schweinfurt aufzunehmen, ist die Gründung des neuen Verkehrsverbunds erforderlich.
Das erfuhr der Kreistag Haßberge in seiner Sitzung am Montagnachmittag im Landratsamt in Haßfurt. Einstimmig billigte der Kreistag den Gesellschaftervertrag, der vorgelegt wurde. "Jetzt geht es darum, dass wir einen großen Verbund aufbauen", erklärte der Landrat Wilhelm Schneider (CSU). Bis der funktioniert, ist noch ein weiter Weg. Es sei "noch viel Arbeit zu machen", sagte Schneider.
Der größte Vorteil eines solchen Verbundes ist die Einheitlichkeit. Das heißt, im Verbundgebiet kann ein Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs mit einer Fahrkarte fahren, egal ob mit Bahn oder Bussen.
Den gleichen Vorteil gibt es auch beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), dem der Landkreis zum 1. Januar 2018 beitreten wird. Dass der Kreis Haßberge beiden Verbünden angehören will, sei kein Problem, sagte Christopher Alm vom Landratsamt Schweinfurt. Er ist designierter Geschäftsführer (einer von zwei Geschäftsführern) des geplanten Mainfranken-Verkehrsverbundes. In der Kreistagssitzung betonte er den Willen aller neun Gebietskörperschaften, dass sie diesen neuen Verbund gründen und zum Laufen bringen wollen.
"Wir müssen in beide Richtungen gehen", sagte der Landrat zur Vorgehensweise. "Wir brauchen die Anbindung an die großen Orte", ergänzte Kreisrat Bernhard Ruß (SPD). ks