Burgkunstadt
Unterstützung

Immer mehr Bedürftige: Burgkunstadter Tafel bittet um Hilfe

In diesem Jahr blickt die Burgkunstadter Tafel auf ihr fünfjähriges Bestehen zurück. Rückblickend stellt Tafel-vorsitzende Silke Mohler zufrieden fest, dass...
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Ehrenamtliche Mitarbeiter einer fränkischen Tafel verteilen Lebensmittel an Bedürftige. Foto: Daniel Karmann/dpa
Ehrenamtliche Mitarbeiter einer fränkischen Tafel verteilen Lebensmittel an Bedürftige. Foto: Daniel Karmann/dpa
In diesem Jahr blickt die Burgkunstadter Tafel auf ihr fünfjähriges Bestehen zurück. Rückblickend stellt Tafel-vorsitzende Silke Mohler zufrieden fest, dass die ehrenamtlichen Helfer den bedürftigen Menschen in der Region in vieler Hinsicht helfend zur Seite stehen konnten.
Aber die Bedürftigen werden nicht weniger und die Lebensmittelspenden der Partnergeschäfte reichen bald nicht mehr aus. Mit großer Sorge starteten der Tafelvorstand und das Helferteam ins neue Jahr, denn die Zahl der Tafelausweise steigt stetig an. Silke Mohler ist ratlos: "Es ist eigentlich nicht zu fassen, dass sich in den letzten 25 Jahren im sozialen Bereich nichts zum Guten gewendet hat."


930 Tafeln in Deutschland

Vor 25 Jahren wurde in Berlin die erste Tafel gegründet, mittlerweile gibt es mehr als 930 gemeinnützige Tafeln in Deutschland, die überschüssige Lebensmittel einsammeln und an bedürftige Menschen verteilen.
"Die steigende Zahl der Rentner bei den Tafeln ist besorgniserregend, ebenso die große Zahl der Kinder und Jugendlichen. Zur Armutsbekämpfung muss die zukünftige Regierung endlich wirkungsvolle Maßnahmen bereitstellen. Die Tafeln werden ihren Beitrag für mehr Humanität, Gerechtigkeit und Solidarität leisten und auch zukünftig Lebensmittel retten und Menschen helfen", sagte der Vorsitzende von Tafel Deutschland, Jochen Brühl, in einem Interview.
Das Tafelteam in Burgkunstadt kann diese Feststellungen nur unterstreichen. Alle tun ihr Möglichstes, um durch die Lebensmittelausgabe den bedürftigen Menschen einen bescheidenen finanziellen Spielraum zu verschaffen. Es könne aber doch nicht so weitergehen, da sind sich alle einig. Alleine am vergangenen Donnerstag wurden sechs neue Ausweise für Einzelpersonen oder Familien mit zwei und mehr Kindern ausgegeben. Familien mit Kindern brauchen natürlich auch mehr Lebensmittel als ein Single-Haushalt, und da schaut es im Moment nicht gerade rosig aus. Vor allem bei Milchprodukten hakt es sowieso schon immer. Ein Problem in der Systematik der Tafeln ist es, dass keine Lebensmittel zugekauft werden dürfen. Die Tafeln sammeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern ein und verteilen sie. Wenn, wie gerade im Moment, die Zahl der Bedürftigen immer mehr steigt und die Lebensmittelspenden stagnieren, reicht es hinten und vorne nicht.


Lebensmittelspenden erbeten

Deshalb bitten die ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter dringend um Sachspenden, also Lebensmittelspenden, insbesondere um Milchprodukte und auch Dauerlebensmittel wie Reis, Nudeln und Kartoffeln. Jede Spende, auch die kleinste, ist willkommen, um eine vorherige Kontaktaufnahme mit Silke Mohler unter Telefonnummer 09572/754903 wird gebeten. Lebensmittel, die einfach vor der Tür abgestellt werden, dürfen nicht ausgegeben werden, darauf weist die Tafelvorsitzende vorsorglich noch hin. koh
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