Coburg

Im Herzen einander zärtlich zugeneigt

Zur Verheiratung von Ernst I. mit Prinzessin Luise im Jahr 1817 zeigt das Staatsarchiv Coburg in Verbindung mit dem Thüringischen Landesarchiv - Staatsarchiv Gotha eine Ausstellung. Für Coburg hatte die Vermählung eine große Bedeutung.
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Das Staatsarchiv Coburg zeigt bis zum Donnerstag, 29. März 2018, eine Ausstellung mit dem Titel "Traumhochzeit! Die Vermählung von Herzog Ernst III. von Sachsen-Coburg-Saalfeld mit Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg im Sommer 1817 in Gotha und Coburg". Die Geschichte der Hochzeit der Eltern der bekannten Brüder Ernst und Albert leitet somit deren Jubiläumsjahre 2018 und 2019 ein. Ergänzend veranstaltet das Staatsarchiv Coburg dazu am Mittwoch, 28. Februar, einen Vortragsabend mit Josef Dreesen (Stadtarchiv St. Wendel), der viele Jahre über Prinzessin Luise geforscht hat.
Am 31. Juli 1817 fand in Gotha, dem kleinen Residenzstädtchen des thüringischen Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg, eine traumhafte und beeindruckende Vermählung statt. Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg, die noch nicht einmal 17 Jahre alte Tochter des Herzogs August von Sachsen-Gotha-Altenburg, heiratete ihren wettinischen Verwandten Ernst III. (später Ernst I., siehe Seite 9), seit 1806 Herzog des Fürstentums Sachsen-Coburg-Saalfeld. Wie selten zuvor bei Fürstenhochzeiten vollzog sich die Trauung in einer einzigartigen Kongruenz von persönlichen Gefühlen einerseits und den dynastischen Anforderungen und territorialen Interessen andererseits, schienen doch an jenem Tag die Vermählten im Herzen einander zärtlich zugeneigt und im Kopfe eingedenk der Haus- und Familieninteressen. Insbesondere Luise hatte sich in ganz schwärmerischer Empfindsamkeit in Ernst verliebt, und auch Ernst schien nach einer langen Reihe kurzer Affären eine Sehnsucht nach einer dauerhaften Gefährtin zu haben.


Die Söhne nicht mehr gesehen

Die Folgen der Vermählung zeigten sich nicht nur einige Jahre später bei der Bildung des neuen Fürstentums Sachsen-Coburg und Gotha, das bis zum Jahr 1918 Bestand haben sollte, sondern auch genauso bei der Geburt der beiden Söhne Ernst und Albert, die in den 1850er und 1860er Jahren, jeder auf seine Weise, bedeutende Rollen in der deutschen und englischen Politik spielen sollten. Allein der Ehe selbst war kein schönes Ende beschieden. Schon nach wenigen Ehejahren wurde die Verbindung geschieden, und Herzog Ernst verbannte Luise in das ferne Fürstentum Lichtenberg, wo sie bis zu ihrem Tod lebte; ihre beiden Söhne Ernst und Albert sollte sie nie wieder sehen.
Die Feierlichkeiten in Gotha im Sommer 1817 waren fulminant und dauerten mehrere Tage. Kurz nach der Vermählung reiste das Herzogspaar in die Residenz nach Coburg. Zeitzeugen berichten, wie begeistert die beiden Brautleute von den Coburgern empfangen wurden. Am 8. August zogen sie unter dem Jubel der Bevölkerung in Coburg ein. Herzog Ernst veranstaltete zu Ehren seiner Braut ein großes und prunkvolles Ritterturnier in der Rosenau. Rund um den Turnierplatz waren Tribünen errichtet worden, die für die 5000 Gäste Platz boten. "Doch auch die Armen und Mittellosen sollten etwas von dem fürstlichen Ereignis haben - ein erstaunlich moderner Gedanke", heißt es in einer Pressemitteilung zur Ausstellung. Hierfür hatte man sich ein besonderes Projekt überlegt: den Verkauf eines Buches auf dem Weg der Subskription. Ausführliche Listen darüber liegen im Staatsarchiv. red
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