In Marktleugast gibt es künftig eine gesplittete Abwassergebühr. Die dazu notwendige Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung beschloss der Marktgemeinderat ebenso einmütig wie die neuen Trinkwassergebühren.
Die Einleitungsgebühr betrug bisher 1,78 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Rückwirkend zum 1. Januar 2017 ist nun eine Schmutzwassergebühr von 2,38 Euro je Kubikmeter und eine Niederschlagsgebühr von 0,14 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche zu entrichten.


Kalkulation unvollständig

Ab dem 1. Januar 2018 steigt die Schmutzwassergebühr noch einmal auf 2,68 Euro, die Niederschlagswassergebühr auf 0,18 Euro. Der Marktgemeinderat hatte die Firma Kubus-Kommunalberatung bereits am 27. Juli 2015 beauftragt, die Neukalkulation der Trinkwasser- und Abwassergebühren durchzuführen. Bei einer Prüfung war festgestellt worden, dass die Kalkulation unvollständig war.
Wie Bürgermeister Franz Uome (CSU) erläuterte, mussten die Wassergebühren letztmalig zum 1. Januar 1996 von damals zwei auf 2,40 D-Mark je Kubikmeter angehoben werden. Ab dem 1. Januar 2002 waren dies 1,25 Euro.
Der Erschließungsbeitrag beträgt neu für den Kalkulationszeitraum 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020 0,56 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 2,94 Euro für den Quadratmeter Geschossfläche.
Der Markt Marktleugast erhebt für die Benutzung der Wasserversorgungseinrichtung zudem Grund- und Verbrauchsgebühren. Die Grundgebühr beträgt zwischen 25 Euro und 45 Euro. Die Gebühr pro Kubikmeter Wasser liegt bei 1,33 Euro. Die neue Beitrags- und Gebührensatzung tritt nach dem einstimmigen Ratsbeschluss rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft.
Neu festgesetzt wurden die Gebühren für die Wasserzähler. Sie betrage: bis vier Kubikmeter Durchfluss in der Stunde 28,77 Euro (bisher 20) pro Jahr; bis zehn Kubikmeter 35,97 (25) Euro; bis 16 Kubikmeter 43,16 (30) Euro; über 16 Kubikmeter 57,55 (40) Euro.


Neue Herstellungsbeiträge

Die Herstellungsbeiträge für die Grundstücks- und Geschossflächen betragen bis zum 31. Dezember 2017 pro Quadratmeter Grundstücksfläche 1,50 Euro und pro Quadratmeter Geschossfläche 7,20 Euro. Ab 1. Januar 2018 liegen sie bei 0,74 und 8,13 Euro. Bürgermeister Franz Uome (CSU) zeigte sich rückblickend sehr froh, dass Michael Schramm (FW) im Frühjahr angeregt hatte, die ganze Kalkulation nochmals aufzurollen. Ein großes Dankeschön richtete Uome zudem an ehemaligen Bauamtsleiter Manfred Ott, der an vielen vorbereiteten Sitzungen teilnahm und sich engagiert einbrachte.
Man müsse sich dazu bekennen, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht worden sind, so Uome. "Wir müssen alle froh sein, dass wir eine Korrektur vorgenommen haben", meinte WGM-Fraktionssprecher Georges Frisque. Reiner Meisel (FW) pflichtete ihm bei.
Cornelia Buß meinte, die Hohenberger Bürger empfänden es als ungerecht, dass sie jetzt ein drittes Mal Geld berappen müssen, denn sie hätten alle beim Bau der Hohenberger Kläranlage bereits Herstellungsbescheide bezahlt.