Das interkommunale integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, das Kasendorf gemeinsam mit dem Markt Wonsees in Angriff genommen hat, wächst und wächst. Jetzt entschieden die Kasendorfer Räte, dass die Machbarkeitsstudie, die sich mit einem Umbau und/oder einer Sanierung des Brauereigasthauses "Schwarzes Ross" beschäftigen soll, ausgeweitet werden soll.
Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) betonte, dass Ende September dazu ein Ortstermin stattgefunden habe. Der Kreisbaumeister, Vertreter der Regierung und der Denkmalschutzbehörde waren zugegen. Bei diesem Termin votierten alle dafür, auch die Anwesen Marktplatz 2 und Marktplatz 7 (beide Gebäude befinden sich in Privatbesitz) in die Förderoffensive Nordostbayern-Oberfranken aufzunehmen. "Die Regierung würde dies befürworten. Allerdings reicht dann unser Kostenrahmen nicht. Er würde um weitere 50 000 Euro auf 115 000 Euro ansteigen", betonte der Kasendorfer Bürgermeister.
Die Marktgemeinderäte stimmten für die Erweiterung der Machbarkeitsstudie, auch wenn bislang noch unklar ist, ob überhaupt noch Gelder zur Verfügung gestellt werden. Verwaltungsleiter Herbert Schmidt informierte die Räte bei dieser Gelegenheit, dass die Vermessung des Brauereigasthauses "Schwarzes Ross" abgeschlossen ist. Auch die Statik des Gebäudes und der Gewölbe wurde vermessen. Die Ergebnisse stehen allerdings noch aus.
Noch ein weiteres "heißes Eisen" packten die Räte an. Denn auf der Tagesordnung stand die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Heubsch, Am Fichtig III". Das Gremium beschäftigt sich mit der Erweiterung des Baugebietes bereits seit einem Jahr. "Es gab allerdings Diskussionen nach der öffentlichen Auslegung. Deshalb haben wir vier Alternativen geprüft", erklärte Bürgermeister Steinhäuser.
Doch diese Alternativen scheiterten aus verschiedensten Gründen. "Keine davon ist in absehbarer Zeit realisierbar", konstatierte Steinhäuser. Deshalb solle jetzt doch die Erweiterung des Baugebietes vorangetrieben werden. "Wir sollten für Bauwillige Möglichkeiten bieten, sich hier niederzulassen. Das Schlechteste ist, wenn wir Leute abweisen müssen. Wir sehen zu der Erweiterung des Baugebietes in Heubsch keine Alternativen", so Steinhäuser. Offen sagte der Bürgermeister, dass es bereits Interessenten für das Baugebiet gäbe.
Die Einwände der Heubscher, die im Zuge der ersten Auslegung der Erweiterungsplanungen getätigt wurden, sind inzwischen in die neuen Planungen eingearbeitet worden. Insgesamt sollen 13 Parzellen entstehen. Die Bebauungsreihe, die an den Altbestand angrenzt, solle - wie auch der Altbestand - nur aus einem Erdgeschoss und einem Dachgeschoss bestehen. Die zweite Reihe kann dann etwas aufgelockert gestaltet werden. Wenn das Baugebiet erweitert wird, solle auf der Straße zwischen Thurnau, dem Golfplatz und Heubsch zwingend eine Verkehrsberuhigung erfolgen, erklärte Steinhäuser die aktuelle Planung.


Angst vor mehr Verkehr

Zuschauer Armin Geißler aus Heubsch wandte ein, dass die 13 Häuser - bei durchschnittlich zwei Autos pro Haus, die drei Mal täglich fahren - eine Belastung von mehr als 75 Autos mit sich bringen würden. "Der Kreisbaumeister hat sich gegen diese Erweiterung ausgesprochen", monierte er. Bürgermeister Bernd Steinhäuser betonte, dass sich die Bürger im Zuge des Verfahrens äußern könnten. Die Erweiterung wurde einstimmig beschlossen.
Außerdem befürwortete das Gremium, dass im Kasendorfer Industriegebiet eine neue Lagerhalle errichtet wird.