Eine grüne Oase der Ruhe

Der 4. Lichtenfelser Friedhofstag wurde diesmal auf zwei Tage ausgedehnt. Einer Vortragsveranstaltung folgten zwei Rundgänge auf dem Friedhof.
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Angelika Seidel (rechts), die Leiterin des Friedhofsamtes, informiert hier die Teilnehmer am Friedhofsrundgang über die Stelengrabstellen am Urnenhain. Foto: Alfred Thieret
Angelika Seidel (rechts), die Leiterin des Friedhofsamtes, informiert hier die Teilnehmer am Friedhofsrundgang über die Stelengrabstellen am Urnenhain. Foto: Alfred Thieret
Zur Eröffnung des Informationsabends in der Synagoge betonte Bürgermeister Andreas Hügerich, dass man den Friedhof nicht nur als Ort der Verstorbenen, der Trauer und des Gedenkens, sondern vielmehr auch als Ort der Lebenden, der Begegnung und als grüne Oase der Ruhe inmitten von Lichtenfels sehen sollte. Die Friedhofstage seien ein Gemeinschaftswerk, an dem sich neben den Beschäftigten der Friedhofsverwaltung und den Stadtgärtnern auch gemeinnützige Organisationen sowie Bestattungshäuser und Steinmetzbetriebe beteiligen würden. Insbesondere wolle man darüber informieren wie sich die Bestattungskultur auch bei uns verändert habe. Angelika Seidel, die Leiterin des Friedhofsamtes, informierte dann über wichtige Fragen zur Bestattung. Unter anderem stellte sie die verschiedenen Grabarten auf dem Lichtenfelser Friedhof vor. Sie verwies auf die Einzelgrabstätte für zwei Bestattungen, wahlweise für Erd- oder Urnenbeisetzung, die Doppelgrabstätte für bis zu vier Beisetzungen und die Familiengrabstätte für bis zu 16 Beisetzungen jeweils mit Verlängerungsmöglichkeit. Im Gegensatz zu diesen Wahlgrabstätten ist bei Reihengrabstätten keine Verlängerung des Nutzungsrechts möglich.
Auch der Hospizverein stellte sich vor. Vorsitzende Evelyn Kondruss sowie die Koordinatorinnen Sabine Schramm und Monika Porzelt erläuterten die Aufgaben des Vereins. Schwerpunkt ihrer Arbeit sei natürlich die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender durch ausgebildete Hospizhelfer. Neben den Schwerstkranken stünden aber auch die Angehörigen im Blickfeld, um ihnen bei der Palliativberatung und bei Trauergesprächen einen Beistand in dieser schwierigen Situation der Trauerbewältigung zu geben. Der Hospizverein biete aber auch eine Beratung im Hinblick auf die wichtige Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht an. Anschließend referierte Margit Schreppel über Trauerhilfe für Kinder und Jugendliche.


Mehr Urnenbestattungen

Am Samstagnachmittag stellte dann die Leiterin des Friedhofsamtes, Angelika Seidel, bei einer Friedhofsführung die unterschiedlichen Urnengrabstätten vor. Eingangs stellte sie fest, dass die Stadt sechs Friedhöfe unterhalte, und zwar in Lichtenfels, Buch am Forst, Mistelfeld, Oberlangheim, Trieb und Schney. Im Lichtenfelser Friedhof würden jährlich etwa 250 Bestattungen stattfinden, wobei der Anteil der Urnenbestattungen mittlerweile schon bei 70 Prozent liege. Der Rundgang begann an den drei Urnenstelengrabstätten in der Nähe der Aussegnungshalle. Für die einzelnen Grabstellen wird hier an der zentralen Granitsteinstele ein Bronzering mit Namen, Geburts- und Todestag des Verstorbenen angebracht. Die gesamte Grabanlage wird von der Stadt unterhalten, so dass eine Grabpflege durch Angehörige entfällt. Dann erläuterte Angelika Seidel die in Planung befindlichen naturnahen Baumgrabstätten am Friedhofsrand. Unter zwei bestehenden Bäumen und unter vier noch zu pflanzenden Bäumen sollen hier Urnengrabplätze mit jeweils einem kleinen Pultstein entstehen. Auch eine anonyme Bestattung ist möglich. Der sehr schön angelegte Urnenhain im hinteren Teil des Friedhofs entstand aus einer ehemaligen Einzelgräberabteilung. Hier seien 56 Grabstellen geplant, die jeweils für bis zu vier Urnen ausgelegt sind, berichtete Angelika Seidel, die entlang der bogenförmigen Heckeneinfriedung als Grabmäler 23 Stelen und im Vordergrund 33 im Halbbogen angeordnete Pultsteine vorsehen, wobei einige Grabstellen schon genutzt sind. Der Rundgang führte auch zu einem im nordwestlichen Teil des Friedhofs gelegenen dreireihigen Urnengräberfeld mit 51 Grabstellen, die individuell mit Kissensteinen, einer kompletten Abdeckplatte oder mit einer eigenen Bepflanzung gestaltet werden können. Die Leiterin des Friedhofsamtes stellte auch noch das so genannte Christusgrab vor, ein ehemaliges Familiengrab mit einer denkmalhistorisch bedeutenden Grabmalgestaltung mit einer Christusfigur, das mit Urnengrabstellen mit Pultsteinen belegt werden soll.
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