Neunkirchen am Brand
Doppeljubiläum

Ehepaar Naber feiert eiserne Hochzeit und der Seniorchef 90. Geburtstag

Brautmoden-Naber, Damenmode-Naber, Blusen-Naber und nun auch Reithosen mit extragroßer Tasche für Handys, die auch im Internet vertrieben werden - die Firma...
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Das Jubelpaar Kunigunde und Herbert Naber mit Bürgermeister Heinz Richter und Vizelandrat Otto Siebenhaar  Foto: Pauline Lindner
Das Jubelpaar Kunigunde und Herbert Naber mit Bürgermeister Heinz Richter und Vizelandrat Otto Siebenhaar Foto: Pauline Lindner
Brautmoden-Naber, Damenmode-Naber, Blusen-Naber und nun auch Reithosen mit extragroßer Tasche für Handys, die auch im Internet vertrieben werden - die Firma Naber ist weit über den Landkreis Forchheim hinaus bekannt. In der Familie konnte nun ein Doppeljubiläum gefeiert werden: Das Gründerehepaar Kunigunde und Herbert Naber feierte eiserne Hochzeit und der Seniorchef 90. Geburtstag.
Gelernt hatte der Jubilar Herbert Naber in seiner Heimat in Bromberg in Westpreußen den Beruf des Landwirts. Auf dem elterlichen Anwesen wuchs er mit vier Brüdern und einer Schwester auf. Die Zukunftspläne wurden durch den Krieg zunichte gemacht. Nach seinem Lazarettaufenthalt in München beschloss Herbert Naber, nach Altdorf zu gehen, schulte dort um und erlernte den Beruf des Schneiders.
In Nürnberg arbeitete er dann als Angestellter und machte sich 1952 selbstständig. Seine Kunigunde, die er in der ersten Firma kennenlernte, traf er in Nürnberg wieder. Sie wuchs in Altdorf mit vier Schwestern und einem Bruder auf. 1953 heirateten Kunigunde und Herbert Naber.
Gerade einmal 22 Jahre war er alt, als er seine Meisterprüfung ablegte. "Es war absehbar, dass die Maßschneiderei auf Dauer keine Zukunft hat", erinnerte sich Herbert Naber. Auf Konfektion hat seine Firma dann umgestellt.
Der damalige Neunkirchener Bürgermeister Georg Hemmerlein war interessiert daran, die Firma Naber nach Neunkirchen zu holen. Mit sechs Mitarbeitern fing das Ehepaar Naber daraufhin in Neunkirchen an, baute die Firma auf. Nach nur einem Jahr waren 60 Mitarbeiter bei dem Ehepaar angestellt.
Brautmoden war ein Hobby der Jubilarin Kunigunde Naber. "Sie hat die Brautkleider hier entworfen", weiß Bürgermeister Heinz Richter (FW), der zum Doppeljubiläum gratulierte. Auch stellvertretender Landrat Otto Siebenhaar (FW) übermittelte Glückwünsche. Die Naber-Moden werden sogar über große Versandhäuser und nun über Modeketten vertrieben. Viel gearbeitet hat das Ehepaar und viel erlebt, wie den Untergang der Textilhochburg Nordbayern. Auch Kunigunde Naber, die ihre Meisterprüfung hatte und bei der IHK als Prüferin war, sah, dass viele Betriebe der Branche schließen mussten. Die Firma Naber selbst, die Filialen in Lauf, in Röthenbach, Herzogenaurach oder in Forchheim am ehemaligen Klinikstandort hatte, schloss einige der Filialen und lagerte auch die Produktion aus: zunächst nach Griechenland, dann nach Polen, Tunesien und schließlich nach Albanien.
Viel Zeit haben die Seniorchefs dort verbracht, die Fertigung geleitet. Die Musterfertigung blieb in Neunkirchen. Noch immer sind 50 Mitarbeiter in der Blusenfabrik beschäftigt.
Auch die Nachkommen des Jubelpaars arbeiten hier. Sohn Bernd leitet die Firma, dessen Bruder arbeitet im elterlichen Betrieb. Dessen Ehefrau wirkt im Büro mit und Bernds Ehefrau kümmert sich um den Laden. Auch die fünf Enkel stecken ihr Herzblut in die Naber-Blusenfabrik. Ein Urenkel gehört auch zur Familie.
Rückwirkend kann Herbert Naber an seinem 90. Geburtstag sagen: "Ich habe in meinem Leben nur Glück gehabt."
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