"In Unterlada ist alles in bester Ordnung." So könnte das Fazit der beiden Bürgerversammlungen lauten, die Bürgermeister Gerhard Riediger (NWG) kürzlich in Unterleinleiter und Dürrbrunn hielt. Einziger Kritikpunkt in Unterleinleiter, wo 22 Bürger und zahlreiche Gemeinderäte vertreten waren, war die Verschmutzung der Wege durch Hundekot.
Einen Tag später im Gasthaus
"Lange Meile" in Dürrbrunn, hier kamen 17 Teilnehmer, wurde von Rainer Schriefer lediglich die probeweise eingeführte Tempo-30-Zone durch den gesamten Ort kritisiert.
Wie Schriefer betonte, sei er nicht gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer in Dürrbrunn, sondern gegen eine "30er-Zone", in der automatisch rechts vor links gilt. Die Schilder dafür seien von der Gemeinde ohne vorherige Information der Bürger aufgestellt worden. Ihm wäre lieber, man hätte die Ortsdurchfahrt zwar auf 30 Stundenkilometer begrenzt, jedoch so, dass man weiterhin auf der Durchgangsstraße Vorfahrt hat. Die nun eingeführte Rechts-vor-links-Regelung führe nämlich zu Verunsicherungen. Schriefer sah Unfälle vorausprogrammiert.
"Man muss einfach sagen, dass es gar nichts gebracht hat", kommentierte Gemeinderat Josef Geck (NWG) die Einführung der 30er-Zone. "Wir werden das noch einmal im Gemeinderat besprechen", sicherte Bürgermeister Riediger zu. Er wäre für die Installation eines elektronischen Tempomessgeräts.
Michael Ochs wies auf das Problem des Banketts am Ortsverbindungsweg nach Tiefenstürmig hin. Nach Starkregen werde dort der Schotter immer ausgeschwemmt.


Nachwuchs bei der Feuerwehr

Außerdem wurde in Dürrbrunn angesprochen, dass die Feuerwehr Dürrbrunn nun eine Kinderfeuerwehr mit momentan 17 Kindern, auch aus Unterleinleiter, hat. Der Bürger stellte dazu erfreut fest, dass das neue Feuerwehrauto der Dürrbrunner Wehr einen Motivationsschub gegeben hat. Den Dürrbrunnern versprach Riediger, dass auch in ihrem Ort, wie schon in Unterleinleiter geschehen, der Kinderspielplatz gemacht wird.


Schulden abgebaut

Finanziell, im Vergleich zu den Forchheimer Gemeinden die "am Speckgürtel hocken", sei Unterleinleiter gut aufgestellt, so Riediger. So konnte der Schuldenstand auf aktuell knapp 740 000 Euro reduziert werden. Mit 593 Euro Pro-Kopf-Verschuldung stehe Unterleinleiter an 19. Stelle der 29 Landkreisgemeinden. Die Steuerkraft Unterleinleiters ist allerdings auf 572 Euro im Vergleich zu letztem Jahr leicht gesunken.
Sorge bereiten Riediger die
fehlenden freien Bauplätze in der Gemeinde. So gibt es in Unterleinleiter und Dürrbrunn den Angaben zufolge 79 unbebaute Grundstücke, was insgesamt sieben Hektar Bauland entspreche. Bis auf vier seien alle bebaubaren Grundstücke jedoch in privater Hand und niemand wolle derzeit Bauland verkaufen, obwohl es Bedarf gebe. Zudem gibt es 79 Baulücken in beiden Ortschaften. "Das größte Problem ist, dass die Grundstücke nicht verfügbar sind", so Riediger.
Größte Baumaßnahme in der Gemeinde ist die derzeit laufende energetische Sanierung des Grundschulgebäudes in Unterleinleiter mit Gesamtkosten von knapp 935 000 Euro. Dafür gibt es hohe Zuschüsse und der Gemeindeanteil liegt bei knapp 189 000 Euro.
Am meisten im Magen liegt dem Bürgermeister das "große Schimmelproblem" im katholischen Kindergarten in Unterleinleiter. Wo der Schimmel im Gebäude genau sitzt, habe man noch nicht klären können. Auch nicht die Frage, ob Sanierung oder Neubau. "Zum Glück
habe man aber vernünftige Eltern", so Riediger.