Kasendorf
"Schwarzes Ross"

Bürgerverein: Kategorisches Nein des Bürgermeisters ist nicht erklärbar

Im Nachgang zur jüngsten Marktgemeinderatssitzung (BR vom 9. Februar) übt der Kasendorfer Bürgerverein heftige Kritik an Bürgermeister Bernd Steinhäuser. De...
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Im Nachgang zur jüngsten Marktgemeinderatssitzung (BR vom 9. Februar) übt der Kasendorfer Bürgerverein heftige Kritik an Bürgermeister Bernd Steinhäuser. Der lehne es ab, die Bürger ernsthaft am Entscheidungsprozess für die Zukunft der früheren Gastwirtschaft "Schwarzes Ross" zu beteiligen. "Demokratie und Bürgerbeteiligung gehen anders", heißt es in einer Stellungnahme, die Volkmar Schulze der BR zugesandt hat.


Zu klein, zu dunkel

Nachfolgend die Stellungnahm e des Bürgervereins im Wortlaut  "Der Bürgermeister berichtete vom Gespräch mit der Regierung und Denkmalschutz bezüglich der drei Sanierungsentwürfe von Architekt Kirfel. Das Gespräch ergab die Notwendigkeit einer weiteren Planung, bei der sowohl der bestehende Saal im funktionstüchtigen Umfeld erhalten und der Diakonieverein mit seinen Anforderungen für die Altentagespflege zufriedengestellt wird.
Denn was für einen Sinn sollen die anderen Lösungen denn bringen? Zu klein. Zu dunkel. Überfrachtet mit Wohnungen im Dachgeschoss. Der Eingang zur Nordseite/Hauptstraße ohne Nutzung der Lichtverhältnisse vom Süden. Kein Wunder, dass sich der Diakonievorstand für die Neubauvariante ohne Saal ausgesprochen hat, die allerdings nicht bezuschusst wird.


Sanierungsvariante gefordert

Die Regierung Oberfranken hat Kreisbaumeister Andreas Schülein und Architektenbüro Kirfel beauftragt, eine Sanierungsvariante zu prüfen, die den Belangen der Diakonie gerecht wird und den Erhalt eines Bürgersaals mit den notwendigen Funktionsräumen im ersten Geschoss ermöglicht.
Seit Monaten fordert der Bürgerverein den Entwurf einer solchen Sanierungsvariante. Die Lichtverhältnisse im Untergeschoss bei Erhalt des Saales und die Eingänge zur getrennten Nutzung der Altentagesstätte und Bürgersaal sollen dabei besonders im Fokus stehen. Ein Anbau, eventuell in Form eines großen Wintergartens zur Platzerweiterung mit viel Licht zur Ganzjahresnutzung, wurde auch diskutiert.
Kasendorf verfügt über einen Saal im Ortskern, der ganz im Sinne der CSU-Landesregierung für den Markt nutzbar gemacht werden soll. Die Zuschüsse für diese Förderoffensive wurden nochmals aufgestockt. Dass ein CSU-Bürgermeister diese Option kategorisch ausschlägt, ist nicht erklärbar. Ganz abgesehen davon, dass der Abriss des Saales das Ortsbild unverhältnismäßig stark verändern würde.
Seit Monaten bittet der Bürgerverein den Marktgemeinderat um eine Informationsveranstaltung zum Planungs- und Sachstand für die Kasendorfer Bürgerschaft, bei der die unterschiedlichen Interessen gehört und diskutiert werden können. Schließlich sind es ja die Kasendorfer, die über ihre Zukunft mit entsprechender Ortskernbelebung für sich und ihre Kinder entscheiden.


Solide und praktikabel

Die Kritikpunkte des Bürgermeisters zum Betrieb eines Bürgersaales im Ortskern hat der Bürgerverein aufgenommen und ein solides und praktikables Nutzungs- und Betriebskostenkonzept erstellt. Seit Monaten will er dies der Bürgerschaft darlegen und mit dem Marktgemeinderat beraten. Immer wieder wurde er auf die Zeit nach dem Gespräch mit der Regierung vertröstet, und die Bürgerschaft wurde einseitig informiert. Auf der letzten Marktgemeinderatssitzung (7. Februar) ist wieder deutlich geworden, dass der Austausch mit der Kasendorfer Bürgerschaft vor den maßgeblichen Entscheidungen nicht gewünscht ist. Am 20. Februar soll der oben genannte Alternativplan besprochen werden. Am 1. März ist das Gespräch mit der Regierung über den Sanierungsverlauf mit Zuschussmöglichkeiten geplant, und am 7. März soll der Marktgemeinderat entscheiden.


Nicht demokratisch

In der Bürgerversammlung im März will der Bürgermeister dann abschließend die Kasendorfer Bürger und Bürgerinnen informieren.
Es werden somit bezüglich der Ortskerngestaltung die nächsten 50 Jahre und mehr festgelegt, ohne die Bürgerschaft ernsthaft am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Das ist weder demokratisch noch entspricht es den Vorgaben und dem Sinn des Isek-Projekts."
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