Bayern ist nicht nur München

P Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger besuchte in Münnerstadt zum Jubiläum des Ortsvereins auch die Stadtpfarrkirche. Er forderte in seiner Rede mehr Hilfe für finanzschwache Kommunen.
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Vom Anfang bis zum Ende feierlich ging es bei der Jubiläumsfeier der Freien Wähler Münnerstadt zu. Zu Beginn der Veranstaltung in der Alten Aula zum 45-jährigen Bestehen erklang das Frankenlied und am Schluss die bayerische Nationalhymne, gespielt von einem Quartett der Musikschule unter Leitung von Thomas Reuß. Und immer erhoben sich die Teilnehmer und sangen mit. Sogar der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler, der niederbayrische Landtagsabgeordnete Hubert Aiwanger kannte die erste Strophe des Frankenliedes auswendig, wie Andreas Trägner, Chef der Freien Wähler Münnerstadt, extra vermerkte.
Begonnen hatte Hubert Aiwangers Kurzbesuch in Münnerstadt allerdings nicht in der Alten Aula, sondern in der Stadtpfarrkirche Maria Magdalena. Dort erklärte Anneliese Albert dem Besucher den berühmten Riemenschneider-Altar.
Unter den Gästen in der Alten Aula waren unter anderem der Schirmherr Altbürgermeister Eugen Albert, der Bezirksvorsitzende und Bürgermeister der Gemeinde Mönchberg, Thomas Zöller, und der Landtagsabgeordnete Hansjürgen Fahn aus Erlenbach. Auch Bürgermeister Helmut Blank, der dritte Bürgermeister Axel Knauff und einige Mitglieder des Stadtrates waren gekommen.
"45 Jahre Freie Wähler Münnerstadt heißt 45 Jahre intensive politische Arbeit, 45 Jahre Übernahme von Verantwortung, 45 Jahre Engagement für unser Gemeinwesen. Darauf können wir sicherlich stolz sein", betonte
Trägner. Er erinnerte daran, dass die Freien Wähler seit ihrer Gründung 1972 in jedes kommunale Parlament, ob Kreistag oder Stadtrat, Vertreter entsandt haben und dass sie von 1996 bis 2008 den Ersten Bürgermeister
stellten. Im aktuellen Stadtrat sind sie mit drei Mandatsträgern vertreten und stellen den zweiten Bürgermeister.
Er nutzte die Gelegenheit, um "unseren politischen Freunden von SPD, Forum aktiv und dem Stadtratskollegen Leo Pfennig für die konstruktive, offene und erfolgreiche Zusammenarbeit im Stadtrat zu danken."
Zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit der Stadt gehöre auch die Wiedereröffnung des Hallenbades, die von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht werde. Er betonte, dass die Freien Wähler voll hinter der bereits beschlossenen Sanierung der Mehrzweckhalle stehen.
Eugen Albert beleuchtete die Geschichte der Freien Wähler, die es ab 1948 gab. Am 25. März 1972 wurde die Bürgergemeinschaft Münnerstadt gegründet, die zunächst in Konkurrenz zu den Freien Wählern stand. 1978 traten beide Gruppen unter dem Namen Bürgergemeinschaft zur Wahl an und änderten im Jahr 2012 ihren Namen in Freie Wähler Münnerstadt.
Festredner Aiwanger betonte, "das Selbstverständnis der Freien Wähler heißt Politik für die Bürger vor Ort und für die Heimat." Dies sei keine Absage an die Globalisierung, denn sie hätten zwei Mitglieder im Europaparlament, "Münnerstadt wird auch in München, Berlin und Straßburg verteidigt."
Viel Applaus bekam er für seine Forderung, den Handwerksmeister zu erhalten, "denn Globalisierung heißt nicht, Bewährtes über Bord zu werfen." Bildung sei Staatsaufgabe und deshalb müsste es auch Kostenfreiheit in Kindergärten und Kinderkrippen geben. Um den Lehrermangel in Grund- und Mittelschulen zu bekämpfen, forderte er die Besoldungsgruppe A13 als Einstiegsgehalt für alle. Auch dafür gab es Beifall ebenso wie für seine Forderung "es darf nicht sein, dass wir für das Reparieren und Polieren von Autos mehr bezahlen als für das Pflegen von Menschen." Wichtig ist für ihn auch die wohnortnahe Versorgung mit Krankenhäusern. Die öffentliche Daseinsvorsorge müsse deshalb in öffentlicher Hand bleiben.
Zur Stärkung des ländlichen Raumes forderte er mehr Hilfe für finanzschwache Kommunen. Bayern müsse ein Flächenstaat bleiben, "Bayern darf nicht nur aus München bestehen."
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