Kasendorf
Ehrentag 

Vier Frauen - vier Generationen

Wie wohl jede Familie auch, feiern die Soykes aus Kasendorf am Sonntag Muttertag. Doch einen Unterschied gibt es doch: Vier Frauen aus vier Generationen unterstützen sich gegenseitig und halten so die Familie zusammen.
Artikel einbetten
Frieda und Roswitha Soyke, Julia und Hanna Gebhard - vier Frauen, die die Familie zusammenhalten. Foto: Katharina Müller-Sanke
Frieda und Roswitha Soyke, Julia und Hanna Gebhard - vier Frauen, die die Familie zusammenhalten. Foto: Katharina Müller-Sanke
Katharina Müller-Sanke

Die Soykes aus Kasendorf sind eigentlich eine ganz normale Familie. Eine, wie es Hunderte im Landkreis Kulmbach gibt. Und das liegt nicht zuletzt an den Frauen. Vier Generationen Soykes halten zusammen, kümmern sich umeinander, helfen aus und hören zu.
Die Männer auch, ja. Aber die Frauen - oder besser gesagt - die Mütter halten die Familie eben doch in besonderer Weise zusammen. "Die Mütter sind der Mittelpunkt in jeder Familie", stellt Roswitha Soyke fest und ihre Tochter Julia bestätigt: "Die Kinder schreien immer als Erstes nach der Mama - das ist doch klar."


Am Sonntag Muttertag feiern

Und deshalb wird im Hause Soyke wie in Hunderten anderen Haushalten auch am Sonntag Muttertag gefeiert. Die Mütter bekommen Geschenke, Blumen und die Anerkennung, die sie das ganze Jahr über schon verdient hätten. Auf die Seubersdorfer Kerwa geht die ganze Familie Soyke. Doch etwas anders als in vielen anderen Familien geht es bei den Soykes schon zu.
Denn: Enkeltochter Julia kümmert sich täglich um ihre Oma. Ihre eigene Tochter Hanna hat sie immer dabei. Julia kocht für ihre Oma und nachmittags holt sie sie zum Kaffeetrinken zu sich nach Hause. Während sich Julia um die Hausarbeit kümmert, schaukelt ihre Oma Frieda die kleine Hanna, singt mit ihr oder erzählt Geschichten. Und wenn Julia mal außer Haus muss und Hanna nicht mitnehmen kann oder will, dann bringt sie sie kurzerhand zu ihrer Mutter Roswitha, die mit ihrem Mann im gleichen Haus wohnt wie Julia und ihre Familie.


Frauen haben enges Verhältnis

Dicht zusammen und miteinander - anders kennt es Julia nicht und anders könnte sie es sich auch nie vorstellen. Seit einem Jahr ist sie selbst Mutter. Und was hat sich seither verändert? "Man wird dankbarer. Ich weiß jetzt erst richtig zu schätzen, was meine Mutter und meine Oma damals für mich geleistet haben", sagt Julia. Auch wenn sich vieles in der Welt ändert.
"Der Muttertag wird nicht altmodisch", da sind sich Roswitha und die Familie sicher. "Frauen packen es einfach an - da unterscheiden sie sich von den Männern. Frauen machen einfach, was gemacht werden muss", so bringt es Julia auf den Punkt. Die Mütter sind damit das Rückgrat der Familie. Bald geht Julia nach ihrer Babypause wieder auf die Arbeit. Sie ist in der Pflege beschäftigt im Seniorendorf Kirschenallee in Thurnau. Was für viele andere unmöglich wäre, ist für Julia auch dank der Unterstützung ihrer Mutter machbar.
Wie in Pflegeberufen üblich, beginnt die erste Schicht in den frühen Morgenstunden. Kindergärten sind gegen sechs Uhr morgens noch lange geschlossen. Julia und ihre Mutter arbeiten beide in der gleichen Einrichtung. Die Schichten müssen sie sich so aufteilen, dass immer eine von beiden bei Hanna sein kann. Die Männer gehen schließlich auch arbeiten. Und so halten die Frauen zusammen. In Familien, in denen das nicht geht, kann es schon mal eng aussehen. So gut wie Julia mit ihrer Tochter Hanna, die auf die Unterstützung ihrer Mutter zählen kann, hat es nicht jede Familie.
Bei einer bundesweiten Aktion unter dem Motto #Muttertagswunsch werden Forderungen an die Politik gestellt, um die Situation von Müttern in Deutschland zu verbessern.


Muttersein und der Pflegeberuf

Eine nicht repräsentative Umfrage unter jungen Müttern im Landkreis Kulmbach ergibt unter anderem folgende Forderungen: Pflegeberufe und Mutterschaft müssen besser miteinander vereinbar sein. Knackpunkt sind hier vor allem die Arbeitszeiten. Es fehlt an einrichtungseigenen Kindertagesstätten, die auf die besonderen Arbeitszeiten von Eltern im Schichtbetrieb eingerichtet sind. Auch Teilzeitmodelle für höherqualifizierte Frauen werden des Öfteren gefordert. Und ein Abrücken von der alten Vorstellung, nur eine 40-Stunden Kraft sei ein vollwertiger Mitarbeiter. Viele Mütter können und wollen nur in Teilzeit arbeiten.
Ein weiterer immer wieder gehörter Punkt in Kulmbach ist der Eintritt in den Kindergarten. Die meisten Kindergärten nehmen Kinder nur im September auf. Die Elternzeit endet jedoch mit dem jeweiligen Geburtstag des Kindes nach einem, zwei oder drei Jahren.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren