Stadtsteinach
(Fremden-)verkehr 

Salem sorgt sich um Tourismus

Die Betreiber des Gästehauses in Stadtsteinach haben gute Gründe gegen die geplante Umgehung
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Salem-Chef Samuel Müller (links) und Geschäftsführer Heiko Weiß sind überzeugt davon, dass die Umgehung von Stadtsteinach für die touristische Sparte von Salem das Aus bedeuten würde. Auch das Uganda-Haus muss weichen.  Foto: Sonja Adam
Salem-Chef Samuel Müller (links) und Geschäftsführer Heiko Weiß sind überzeugt davon, dass die Umgehung von Stadtsteinach für die touristische Sparte von Salem das Aus bedeuten würde. Auch das Uganda-Haus muss weichen. Foto: Sonja Adam
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Seit Monaten ist es ruhig um die geplante Umgehung von Stadtsteinach. Es gibt nichts Neues - zumindest in der Öffentlichkeit. Im Verborgenen gibt es jedoch Stimmen, wonach die Umsetzung der Planungen weitreichende Auswirkungen auf Stadtsteinach haben wird. So plant das Kur- und Gästehaus Salem vorsichtshalber keine langfristigen Investitionen in den Fremdenverkehr mehr.
Wann die Umgehung kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Fakt ist, dass Berthold Hübner und Stefan Arneth vom Staatlichen Bauamt in Bayreuth im September 2014 die Planungen vorgestellt haben. Dann konnten Anwohner, Betroffene und Träger öffentlicher Belange ihre Einwände vorbringen.


Alle Einwände geprüft

"Wir haben alle Einwände überprüft und Stellungnahmen abgegeben", erklärt Berthold Hübner vom Staatlichen Bauamt Bayreuth. Jetzt liege der Vorgang bei der Regierung von Oberfranken. Und die will das Verfahren weiter vorantreiben. "Ein Erörterungstermin ist noch im ersten Halbjahr 2016 geplant", erklärte der stellvertretende Pressesprecher der Regierung, Thomas Wich, auf Nachfrage.
Ob dann alle Einwände zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgearbeitet sind, ist fraglich. "Wenn nach dem Erörterungstermin noch Einwände nicht umfassend beantwortet sein sollten, dann können noch Gutachten oder Stellungnahmen eingeholt werden", so Berthold Hübner zum Prozedere. Es könne noch zu einem Flächentausch kommen, nicht aber zu einer Veränderung der Trassenführung und der grundlegenden Planungen. "Ziel all dieser Prüfungen, Stellungnahmen und Bearbeitungen ist jedenfalls immer ein Planfeststellungsbeschluss", so Hübner.
Der Zeitpunkt für diesen Beschluss lasse sich "leider nicht konkretisieren", da er maßgeblich auch vom Ergebnis des Erörterungstermins und damit von der Frage abhänge, ob weitere Planungen oder Untersuchungen notwendig sind. "Ebenso ist derzeit der Zeitpunkt des Baubeginns offen, da ein solcher einen rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss und das Vorhandensein der entsprechenden Mittel voraussetzt", so ergänzt Thomas Wich.


"Wohl nicht so schnell"

"Ich glaube nicht, dass die Umgehung in den nächsten fünf Jahren realisiert wird", sagt einer der Hauptbetroffenen, Samuel Müller. Er ist Chef von Salem und beschäftigt deutschlandweit 140 Mitarbeiter, international weitere 250.
In Stadtsteinach ist Salem eine der großen Tourismuskomponenten - neben dem Campingplatz. Und sowohl am Campingplatz als auch an Salem führt die Umgehung direkt vorbei. Campingplatzbetreiber Harry Hofmann zieht sich in dieser Saison ohnehin zurück, kämpft also nicht gegen die Umgehung. Ob Salem gegen die Umgehung klagen wird, ist noch offen. "Ich bin mir jedenfalls sicher, dass die Umgehung Stadtsteinach so schnell nicht kommt - vor allem deshalb nicht, weil ja Untersteinach gebaut wird", so Müller.
Wenn dises Projekt abgeschlossen sei, so schätzt Müller, werde wohl erst der Streckenabschnitt der Umgehung Kauerndorf gebaut. "Wir haben Einspruch gegen die Planungen eingelegt und diesen ausführlich begründet, bislang aber nichts mehr gehört", so Müller.


Kein Urlaub an der Umgehung

"Für das, was wir tun, ist die Umgehung schlecht. Wenn sie kommt, dann war's das mit dem Tourismus, dann verabschiedet sich Stadtsteinach vom Fremdenverkehr. Denn keiner wird direkt an der Umgehung Urlaub machen wollen", schätzt Müller die Situation ein.
Salem-Geschäftsführer Heiko Weiß wird noch konkreter. Investitionen im Bereich Fremdenverkehr, die eine Amortisationszeit von zehn Jahren oder mehr haben, seien bis auf Weiteres ausgesetzt. "Aber Salem ist breit aufgestellt. Zu gegebener Zeit müssen wir dann eben Entscheidungen treffen, andere Sparten auszubauen", so Weiß.
Tatsächlich würde die Umgehungstrasse direkt durch den heutigen Kräutergarten gehen, auch das Uganda-Haus müsste weichen, zeigen Müller und Weiß. "Aber die Stadt hat uns beim Lärmschutz unterstützt", hoffen sie auf eine Würdigung ihrer Einsprüche. Man wolle aber keine Panikmache betreiben. "Wir gehen über die Brücke, wenn wir sie erreichen", sagt Samuel Müller. Denn erfahrungsgemäß dauere ein Planfeststellungsverfahren lange. Und vor einem Baubeginn müsse auch die Finanzierung durch den Bund sichergestellt sein.
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