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Räte knicken die Windpark-Pläne

Die Entscheidung in Pfarrweisach strahlt weit aus. In Kirchlauter verspürt man nun Rückwind, auch wenn die Ausgangslage dort anders gelagert ist.
Am Boden liegen nicht nur diese defekte Rotorenblätter vom Bretzenstein, sondern auch die Pläne, in der Nachbarschaft bei Buch einen weiteren Windpark zu errichten. Im nahen Welsberg hat das Verwaltungsgericht einen begonnenen Bau zwischenzeitlich gestoppt. FT-Archivfoto: Ralf Kestel
 
von SIMON ALBRECHT
Die Entscheidung wurde mit Spannung erwartet und ist von großer Tragweite. Die Kehrtwende der Mehrheit im Pfarrweisacher Gemeinderat, wonach nun doch keine Windräder in der Gemarkung Lichtenstein aufgestellt werden dürfen, beflügelt nicht nur die Mitglieder der Bürgerinitiative "Naturpark statt Windpark Buch/Lichtenstein", die sich nun eine solche Entscheidung auch vom Untermerzbacher Gemeinderat erhoffen.
Denn auch in diesem Gremium haben sich die Grenzen zwischen Befürwortern und Ablehnern längst verschoben. Hat CSU-Rätin Birgit Finzel schon vor Wochen erklärt, dass sie weder im Kreistag noch im Gemeinderat noch einmal für einen Windpark votieren werde, outeten sich bei der Podiumsdiskussion in Kirchlauter auch weitere Mitglieder des Gemeinderates nunmehr als Gegner, nachdem sie zunächst alle geschlossen für das Projekt gestimmt hatten.
Doch möglicherweise muss der Untermerzbacher Rat nur noch eine paar seiner früheren Beschlüsse einfach "einkassieren", denn Medienberichten zufolge ist der Windpark durch das Pfarrweisacher Nein für den Bau in den Rotenhanschen Wäldern "bereits gestorben", wie es der Geschäftsführer der Gesellschaft für die Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte (GUT), Gunther Häckner, formulierte. "Der Bau eines einzelnen Windrades in der Gemarkung Buch (die zur Gemarkung Untermerzbach gehört) ist eher fraglich", wird Häckner zitiert, weil kaum wirtschaftlich.
Wind auf die Mühlen der Kritiker ist das Signal aus Pfarrweisach auch für die Bürgerinitiative in Kirchlauter und den Nachbarorten wie Köslau, Pettstadt, Salmsdorf, Rentweinsdorf, Reutersbrunn und Eichelberg, wo erst am Wochenende große Protesttransparente gemalt, geklebt und aufgestellt wurden.
Doch die Kehrtwende im Pfarrweisacher Rat ist mit der Situation für den Windpark auf dem Tonberg nur bedingt zu vergleichen. Dort liegt die Planungshoheit allein bei der Stadt Ebern und ihrem Rat, die Genehmigungshoheit beim Kreistag und im Landratsamt.
Ob sich der Eberner Stadtrat nochmals mit dem Thema, mit der Herausnahme des Bürgerwald-Gebietes aus dem Naturpark den ersten Genehmigungsschritt anzugehen und einen Bebauungsplan, der Geld kostet, aufzustellen, beschäftigt, ist noch unklar. In Pfarrweisach war eine zweite Beratung fällig, weil bei der ersten Beratung im April in den Sitzungsvorlagen kleine Fehler enthalten waren, während die Folien, die Gunther Häckner damals präsentierte, korrekt waren. Deshalb hatte das Landratsamt eine erneute Beratung auf die Tagesordnung gesetzt. In der Aufsichtsbehörde arbeitet man also penibel.
Längst nicht am Ende ihrer Bemühungen sehen sich die Verantwortlichen der beiden Bürgerinitiativen, die via Facebook schon weitere Veranstaltungen ankündigen. Selbst mit Sitzblockaden wurde schon gedroht. Wackersdorf lässt grüßen.
An gegenseitiger Solidarität mangelt es jedenfalls nicht. Bezeichneten die Vertreter aus Buch, Lichtenstein und Wüstenwelsberg bei einer Versammlung in Lichtenstein die Kirchlauter schon als "unsere Anwälte", dürfte nun die Hilfe in die entgegengesetzte Richtung fließen.
"Das Umdenken im Pfarrweisacher Rat spornt uns weiter an. Solche Erfolge bauen einen auf", sagte ein führendes Mitglied der Bürgerinitiative Pro-Natur-Tonberg am Wochenende gegenüber unserer Redaktion.

zum Thema "GR Pfarrweisach"

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