Weismain
Auftritt 

Programm mit viel Lebensfreude

Kabarettistin Andrea Limmer begeistert das Publikum in Weismain durch ihre erfrischende Art.
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Kabarettistin Andrea Limmer riss mit ihrer offenen, lebensbejahenden und erfrischenden Lebenseinstellung das Publikum mit, Foto: Roland Dietz
Kabarettistin Andrea Limmer riss mit ihrer offenen, lebensbejahenden und erfrischenden Lebenseinstellung das Publikum mit, Foto: Roland Dietz
Einen doch besonderen Kabarettabend des Museums- und Kulturvereins Weismain durften die Besucher am Samstag im kleinen Schönbornsaal erleben. Die Atmosphäre zu Beginn war mehr familiär geprägt. Die aus dem Niederbayerischen stammende junge Kabarettistin Andrea Limmer schaffte es, das Publikum mit auf eine zweieinhalbstündige, fiktive Seereise auf dem Kreuzfahrtschiff MS Gaudinockerl mitzunehmen. "Oh je, bei euch geht´s ja pünktlich los", meinte sie schmunzelnd, als sie mit acht Minuten Verspätung ihr Programm "Aus is" präsentierte.
"Wir brauchen Stimmung wie bei einem AC/DC-Konzert für den heutigen Gaudiabend, damit das heute was wird", forderte sie zum Mitmachen auf. Und schon klatschten alle bei ihrem Eingangslied, "Die Limmerin ist auf der Stanz" . Das ist der Titel, den sie mit ihrer Ukulele vergnüglich trällert. " Jeder Tag ist ein Feiertag, i tu heit nur wos i gerne mog."
"Ich bin euer Unterhaltungsprogramm und das war der Höhepunkt des Abends", erklärt sie danach dem leicht verdutzten Publikum auf die Reaktion des Applauses. Und in ihren Beobachtungen über das Leben in ihrer Umgebung macht sie nicht nur an diesem Abend vor niemandem halt. "Als Niederbayerin hab ich keine Probleme mit dem Ausland. Ich spiel sogar in Minga (München). Bei euch in Franken is richtig schee, doa scheint sogor die Sunn des gibt´s net überall."
"Neun Monate finster, drei Monat kalt, do befinds du dich im bayerischen Wald." Für Besucher, die den niederbayerischen Dialekt nicht verstehen, machte sie das Angebot, für eine gewisse Bezahlung eine Übersetzung zu tätigen.
Frech und keck das Publikum mit einbeziehend geht es weiter. "Ihr wolltet doch beim Kabarett entspannen, warum habt ihr dann euer Partner mitgebracht", fragt sie frech. Diese kecke, lebensbejahende Art steht der "Limmerin", wie sie sich selbst bezeichnet, geradezu ins Gesicht geschrieben. Auch zur Frauenqoute in bestimmten Lebensfragen hat sie ihr eigene Meinung und stellt fest, dass die Frauen manchmal selbst schuld seien.
Ein Pfefferspray sei eine gute Erfindung. Es könnten nicht nur unangenehme männliche Wesen auf Distanz gehalten werden, auch in der Gastwirtschaft zum Nachwürzen erfülle es seinen Zweck.


Ungleiche Wohngemeinschaft

Auch die kritischen Lebenssituationen werden von ihr beleuchtet. Als sie zum Beispiel die Wohngemeinschaft zusammen mit der 80-jährigen Adoptiv-Oma Zilly aufgreift. "Ich bin noch in der Selbstfindungsphase, Zilly bereits in der Heimfindungsphase", so das Fazit. Oder dass diese, obwohl sie Vegetarierin ist, immer einen Salat kredenzen will, "einen Schweizer Wurstsalat". Auf die Frage von Zilly "Du liest doch gerne, möchtest du ein Buch", antwortete die Limmerin: "Ja, natürlich dein Sparbuch."
Auch die links-intellektuelle Freundin Hannah bekommt ihr Fett weg. Eine Petition, für "schiache (seltsame) Weiber" mit Burkazwang wäre nicht schlecht, aber warum macht du dann mit? Fragt sie ihre Freundin Hanna. Die Mutter von Hanna, Caroline, bezeichnet sie als furchtbar alternativ. "Sie hat einen Mann geheiratet, der sie mag." Die Beziehung zu ihrem Freund "Obsti", der eher von einer machohaft männlichen Weltanschauung geprägt ist und den damit verbundenen Beziehungsstress, war sicherlich für den einen oder andere männliche Besucher in Auszügen entlarvend. Wenn er unbedingt Frühstück am Bett will, müsse er halt vor den Kühlschrank schlafen. Sein Lieblingstier sei der "Zapfhahn".
Die offene, lebensbejahende, erfrischende Lebenseinstellung der Künstlerin gefällt den Publikum, denn sie löst wahre Lachsalven aus. Keine Probleme hat sie auch, sich selbst auf den Arm zu nehmen.
Krieg im Nahen Osten, Alkoholexzesse in der Oberpfalz, Facebook, das Verhältnis von Oberbayern zu Niederbayern - es gibt nichts, was die Limmerin nicht humoristisch aufs Korn nimmt. Nach 120 Minuten hinterließ Andrea Limmer ein äußerst begeistertes Publikum, das den hervorragenden Abend mit viel Applaus quittierte.
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