Bamberg

Nur die persönliche Begegnung kann Einstellungen verändern

Freund statt fremd e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit einigen Jahren in Bamberg um Flüchtlinge kümmert. Die knapp 200 aktiven Mitglieder helf...
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Ulrike Tontsch
Ulrike Tontsch
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Freund statt fremd e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit einigen Jahren in Bamberg um Flüchtlinge kümmert. Die knapp 200 aktiven Mitglieder helfen in 17 verschiedenen Arbeitskreisen Asylsuchenden nach ihrer Ankunft in Bamberg und Umgebung, sich zurechtzufinden und zu integrieren. Ulrike Tontsch engagiert sich selbst ehrenamtlich für den Verein und kennt viele Probleme in der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO).

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrem Verein bereits erzielen?
Wir haben uns unter anderem dafür eingesetzt, den Flüchtlingen in der Aufnahmeeinrichtung in Bamberg-Ost mehr Privatsphäre zu gewähren. Die Wohnungen sind stark belegt - in der Vergangenheit mit bis zu 17 Personen auf 67 Quadratmetern - und niemand hatte einen Rückzugsort. Dafür werden nun Trennwände eingebaut. Dies ist seit längerem unsere Forderung. Abschließen kann man die Räume allerdings nicht. Dies wollen wir aber noch erreichen.

Was sind Ihre nächsten Vorhaben zur Verbesserung der Situation in der AEO?
Wir haben schon eine Wohnung für ein Spielzimmer zur Verfügung gestellt bekommen, das wir selbst eingerichtet haben und betreiben. Es wurden Spielsachen, Tische und Stühle gesammelt und in einem Raum für die Kinder aufgebaut. Außerdem möchten wir in Kürze in der AEO ein Café einrichten, in dem sich Flüchtlinge mit hier lebenden Bürgern austauschen, unterhalten und Gesellschaftsspiele spielen können. Dieser Kontakt ist sehr wichtig für die Integration der Geflüchteten. Sie haben oft eine gewisse Hemmschwelle, sich irgendwo einzubringen, da die Angst, nicht akzeptiert zu werden, überwiegt. Deshalb möchte der Verein Flüchtlinge und Bürger zusammenbringen. Zumal es für Betroffene viel leichter ist, eine fremde Sprache zu lernen, wenn sie sich mit Einheimischen unterhalten können. Aber auch für die Bürger sind solche Begegnungen eine Bereicherung. Auch sie können und sollten Hemmschwellen abbauen. Viele wissen nicht, wie und wo man sich engagieren kann. Um den Kontakt zu Asylsuchenden zu ermöglichen, möchten wir das Café eröffnen. Die Einstellung der Menschen zu Flüchtlingen kann man nur durch Begegnung verändern.

Wie soll das konkret aussehen?
Wir brauchen unbedingt weitere ehrenamtliche Helfer, die mit den Kindern im Spielzimmer spielen oder im Café mithelfen möchten. Alle Hilfskräfte sind willkommen. Sie bekommen problemlos Zutritt zur Aufnahmeeinrichtung. Wichtig ist uns, die Gefahr einer Ghettobildung zu verringern.
Die Fragen stellte
Anna Gartiser
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