Erlangen

Mit ÖPNV und Ehrenamt

Demografie  Landrat Alexander Tritthart und Prof. Dr. Tobias Chilla von der Uni Erlangen stellen Ergebnisbericht "ERH 2030- Den demografischen Wandel aktiv gestalten" vor.
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Erlangen — Dorfbusse, eine noch stärkere Willkommenskultur und die Unterstützung von Ehrenamtlichen und Nachbarschaftshilfe: So lautet laut einer Pressemitteilung die Zauberformel, mit der der Landkreis Erlangen-Höchstadt dem demografischen Wandel begegnen will.
In dem Ergebnisbericht attestiert Prof. Dr. Tobias Chilla dem Landkreis eine "sehr dynamische" Bevölkerungsentwicklung. Seit 2009 gebe es mehr Todesfälle als Geburten. Dennoch werde der Landkreis Prognosen zufolge bis 2030 rund 3000 Einwohner mehr als bisher haben. Chilla schlug aber auch kritische Töne an: 2021 werde es 6000 Menschen mehr als bisher geben, die älter als 65 Jahre sind. Seit 2008 sind auch die Zahlen der Grundschüler rückläufig. Laut Chilla habe sich deren Zahl zwischen 2008 und 2014 um 15 Prozent verringert. Bei einer Klassenstärke von 20 Schülern, bedeute dies, dass es jedes Jahr sieben Grundschulklassen weniger gibt.

Zuwanderung als Chance

Grund für die dennoch positive Entwicklung sei die Zuwanderung. Die wirtschaftsstarken Firmen im Landkreis zögen Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland an. Diese, aber auch die steigenden Zahlen von Asylsuchenden, gelte es zu integrieren. Um die Willkommenskultur noch weiter zu stärken, wären beispielsweise ein Integrationsleitfaden für Neubürger, "Integrationsbeauftragte" oder "Empfangskomitees" in den 25 Gemeinden oder ein Stammtisch für Neubürgerinnen und -bürger denkbar. "Der Landkreis hat hier schon einiges auf den Weg gebracht.
Einen Leitfaden für Ehrenamtliche, die sich um Asylbewerber im Landkreis kümmern, gibt es bereits seit einem Jahr", so der Landrat.

"Kultur der Fürsorge schaffen"

Die Vernetzung von Ehrenamtlichen war das zweite übergreifende Thema auf der Pressekonferenz im Erlanger Landratsamt. Ob Nachbarschaftshilfe, Helfernetz oder Helferbörse für Senioren, es sei wichtig, "eine Kultur gegenseitiger Fürsorge und Nachbarschaftshilfe zu schaffen", bilanzierte Chilla. Da helfe es schon, wenn die Ehrenamtsbeauftragten sowie die Ehrenamtlichen selbst sich auf Landkreisebene vernetzen. Erste Ansätze, wie beispielsweise die Flüchtlingsinitiative ERH, gebe es bereits.

Dorfbus einrichten

Ein verbessertes ÖPNV-Angebot wünschten sich bei den vier Regionalkonferenzen besonders viele Teilnehmer. Sie schlugen einen Dorfbus vor, welcher kleine Orte an die ÖPNV-Hauptlinien im Landkreis anbindet. "Der Landkreis arbeitet derzeit daran, die Hauptlinien im Landkreis weiter zu verbessern und auch die Ortsteile besser anzubinden.
Auch das Thema Dorfbus fließt in unsere Überlegungen mit ein", kommentierte Landrat Alexander Tritthart die Ergebnisse des Berichtes. red

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