Weismain
Scheunafestival 

Mein lieber Herr G'sangsverein

Seit 20 Jahren geht in Seubersdorf der Punk ab. Zum Jubiläum sind am Samstag ein paar außergewöhnliche Bands zu hören.
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Seit 20 Jahren geht im Seubersdorfer Feuerwehrstadel der Punk ab. Beim Jubiläumsfestival lassen es die "Fastbeat Superchargers" aus Bamberg wieder krachen.  Foto: Stephan Stöckel
Seit 20 Jahren geht im Seubersdorfer Feuerwehrstadel der Punk ab. Beim Jubiläumsfestival lassen es die "Fastbeat Superchargers" aus Bamberg wieder krachen. Foto: Stephan Stöckel
Wenn im Mai im Seubersdorfer Feuerwehrstadel musiziert wird, dann krachen für gewöhnlich die Gitarren und donnern die Rhythmen zur Freude der Hard'n'Heavy-Gemeinde. Zum 20-jährigen Bestehen haben sich die Dorfgemeinschaft und Brandy Schäck aus Peesten auf neue musikalische Pfade begeben, zumindest was die Top-Band angeht
Das kroatische Frauentrio "Puncke" passt so gar nicht in das enge Stonerrock-, Punk- und Metalkorsett, das sich die Veranstalter auferlegt haben. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Davon kann man sich am Samstag, 20. Mai, ab 20 Uhr im Weismainer Ortsteil überzeugen.


Zwischen allen Stühlen

Die Band, die schon im Vorprogramm der berühmten amerikanischen Rockcombo "Queens of the Stone Age" spielen durfte, sitzt zwischen allen Indie-Rock-Stühlen: Mal aufgekratzt, mal schräg, mal schwermütig kommt die Musik daher.
"Im Stadel geht der Punk ab", stand vor 20 Jahren in den heimischen Zeitungen. Dass das so ist, dafür sorgen beim Jubiläumsfestival ein paar andere Kapellen. Zuvor werfen wir mit Stefan Hatzold aus Seubersdorf einen Blick zurück. In seinem Album der Erinnerungen, das er vor drei Jahren bei dem Festival der Presse vorstellte, haben sich alle Gruppen verewigt, die in den vergangenen 20 Jahren mitgespielt haben: von der Kulmbacher Punk-Rock-Legende "Euroschäck" über die norwegischen Punkrocker von "Nullskattesnylterne" bis hin zu den Kasendorfer Doom-Metallern "Cosmic Wasteland", die 2016 zur Geisterstunde den furchterregenden "Hexer von Buchau" mitgebracht hatten.
Hatzold hatte vor 20 Jahren das Festival aus der Taufe gehoben, zu dem alljährlich 300 bis 400 Fans strömen. "Wir saßen im Feuerwehrstadel zusammen. Nach dem Vorbild des Peestener Open Airs wollten wir ein Festival auf die Beine stellen. Markus Köstner aus Kulmbach war es, dem in Anspielung an den örtlichen Feuerwehrstadel der Name Scheunafestival einfiel", erinnerte sich der Rock'n'Roll-Fan vor vier Jahren beim Gespräch am Rande des Festivals.
Mein lieber Herr G'sangsverein, betreibt die Gruppe "Dear Mr. Singing Club" eine Geheimniskrämerei! Die Musiker haben die Redewendung wortwörtlich ins Englisch übersetzt. Soviel ist bekannt: Mit Volker Hofmann aus dem Ebensfelder Ortsteil Unterneuses ist kein Unbekannter der heimischen Musikszene an Bord: Mit den Bands "Reverb" und "Nordic Walking Punks" gewann er den deutschen Rock- und Poppreis, mit den "Marples" war er im preisgekrönten Musikvideo "Ice Truck Fuck Hardcore" zu sehen. Und mit dem Ensemble "Mellosheen" beschert er uns Kleinode der Popmusik.
Seine Mitstreiter wollen sich partout nicht zu erkennen geben. Musikalisch soll die Gruppe einen hochmelodiösen mehrstimmigen Punkrock bevorzugen. "Seid dabei und schwingt das Tanzbein für den lieben Herrn Gesangsverein", ruft die Combo alle Musikliebhaber auf.
Die Schweinfurter Band "The Rambles" zelebriert einen Rocksound im Stile der "Stooges" oder "Hallacopters". Ordentlich die Bude rockten schon 2010 in Seubersdorf die "Fastbeat Superchargers" aus Bamberg, die erneut für Stimmung sorgen wollen.
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