Forchheim
SommerInterview 

Klettern bis zum "Rittersprung"

Zehn Parcours locken Abenteurer und alle die es werden wollen in den Kletterwald nachVeilbronn. Für die Sicherheit ist dort Christian Donner zuständig. Redakteur Josef Hofbauer unterhielt sich mit ihm.
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Nach dem Hochseilgarten können die Gäste immer noch weiter klettern, beispielsweise im Spinnennetz.  Foto: Josef Hofbauer
Nach dem Hochseilgarten können die Gäste immer noch weiter klettern, beispielsweise im Spinnennetz. Foto: Josef Hofbauer
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Spiel, Spaß und Grenzerfahrungen bietet der Kletterwald Veilbronn. Wenn dort von Abseilen die Rede ist, hat das nichts mit Dünnemachen, Verschwinden, sich verkrümeln und schon gar nichts mit Ausklinken zu tun. Dann hat sich jemand zu viel zugetraut. Unser Redakteur Josef Hofbauer sprach mit dem staatlich geprüften Bergführer Christian Donner.

Sie haben den Wald in einen riesigen Klettergarten verwandelt. Seit wann gibt es diese Einrichtung?
Christian Donner: Wir haben im Mai 2013 eröffnet und befinden uns in der vierten Saison.

Überall im Wald habe ich Kletterer gesehen. Wie viele Parcours gibt es denn?
Wir haben für jeden etwas. Insgesamt gibt es zehn Parcours, vom "Wichtelweg" bis zum "Luftikus". Der heißt so, weil es ganz schön hoch hergeht. Da sind die Kletterer teilweise 16 Meter über dem Boden.

 


Kann man sofort loslegen, wenn man sein Ticket gelöst hat?
Hier beginnt für jeden Anfänger das Abenteuer Kletterwald mit einer Einweisung. Die Trainer erklären zunächst das Sicherheitssystem. Und sie legen den Kletterern persönlich die Gurte an. So gehen wir auf Nummer sicher, dass nichts passiert. Die Kletterregeln haben wir übrigens noch einmal ganz plakativ auf großen Tafeln für alle gut sichtbar aufgehängt.

Welche Tipps bekommen die Kletterer mit auf den Weg?
Die Besucher brauchen festes Schuhwerk. Schmuck sollte abgelegt werden, damit er nicht verloren geht. Lange Haare müssen zum Zopf zusammengebungen werden, damit sie sich nirgends verfangen und Rauchen ist im Wald generell verboten. Ebenfalls wichtig: Auf den Plattformen, von denen ein Hindernis in Angriff genommen wird, haben maximal drei Personen Platz.

 


Ab welchem Alter darf man hier klettern?
Kinder ab fünf Jahren können bei uns in Begleitung Erwachsener bereits den "Wichtelweg", den "Wurzelweg", den "Elfenweg" oder den "Zwergenland-Parcours" bezwingen. Die maximale Höhe liegt bei vier Metern.

Welche Ausbildung haben denn ihre Mitarbeiter?
Untere beiden zertifizierten Hochseilgarten-Sicherheitstrainer sind fit in Seil- und Knotenkunde und beherrschen die Sicherungstechniken und Sicherungsarten. Körperliche Fitness und eine Ersthelferausbildung sind selbstverständlich.

Sicherheit wird also großgeschrieben. Wie können Sie die gewährleisten?
Wir haben ein spezielles Sicherheitssystem, das garantiert, dass immer mindestens ein Sicherungskarabiner im Sicherungsseil bleibt. Ein versehentliches komplettes Aushängen ist hier nicht möglich.

Das bedeutet ein enormes Plus an Sicherheit. Und ist vor allem für Eltern oder Lehrer, die mit ganzen Schulklassen unterwegs sind, eine große Beruhigung. Und bevor ich den Klettergarten morgens öffne, überprüfe ich sämtliche Hindernisse persönlich.

Ist das Klettern auf einen bestimmten Parcours beschränkt?
Nein. Die Kletterer sind bei uns zweieinhalb Stunden unterwegs. Mit Einweisung kommen da bis zu drei Stunden zusammen. Dabei kann man alle Parcours durchklettern. Die Reihenfolge ist frei wählbar. Allerdings achten unsere Mitarbeiter darauf, dass sich niemand überfordert.

Wo liegen die größten Herausforderungen für die Gäste?
Der "Henkerssteg" ist mit seinen zwölf Metern zwar nicht der höchste, seine Herausforderungen haben es aber von der Schwierigkeit her in sich.

Kombinationen aus langen Seilbahnen wechseln sich mit Balanceübungen ab. Auch Kraft und Ausdauer sind gefragt. Den meisten Mut erfordert aber der "Rittersprung". Da müssen sich die Kletterer aus 13 Metern in die Tiefe stürzen und werden erst kurz vor dem Boden gestoppt. Das hat ein bißchen etwas von Bungee-Jumping. Und garantiert Nervenkitzel.

Wie viele Menschen können hier gleichzeitig klettern?
Also generell lassen wir zeitgleich nur 80 Personen in den Wald, damit keine Wartezeiten entstehen. So verteilen sich die Leute gut im Wald.

Aber irgendwann kennt man doch alle Parcours auswendig?
Da haben wir vorgesorgt. Jedes Jahr verändern wir die Herausforderungen ein wenig. Wir nehmen Hindernisse heraus und fügen andere ein. Wir können die Parcours aber auch verlängern.

So bleibt das Kletter-Elebnis immer eine spannende Angelegenheit.

Und wenn jemand nicht mehr weiter kann oder sich einfach nicht mehr weiter traut?
Dann kommen unsere Sicherheitstrainer zum Einsatz. Die holen mit einem Rettungsgerät die Gäste sicher zurück auf den Boden. Das ist, was wir unter "Abseilen" verstehen.

Die Fragen stellte Josef Hofbauer.

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