Forchheim

Gegen rechte Rattenfänger setzen die Forchheimer auf Fakten

Forchheim — Die Organisatoren der von Ende Februar bis 8. März in den Rathaushallen gezeigten Ausstellungen "Rechtsradikalismus in Bayern" der Friedrich-Ebert-Stiftung und "Franken...
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Schüler bei der Ausstellung in den Rathaushallen  Foto: p
Schüler bei der Ausstellung in den Rathaushallen Foto: p
Forchheim — Die Organisatoren der von Ende Februar bis 8. März in den Rathaushallen gezeigten Ausstellungen "Rechtsradikalismus in Bayern" der Friedrich-Ebert-Stiftung und "Frankentage" von a.i.d.a. sind mit dem Echo in der Öffentlichkeit zufrieden. Besonders erfreulich finden sie es, dass 14 Schulklassen aus Forchheim das Angebot von Führungen mit vorbereiteten Arbeitsbögen wahrgenommen haben.
Dabei war man sich über die Wirkung der Ausstellung auf junge Menschen im Vorfeld nicht ganz sicher. Die Frage stand im Raum, ob nicht durch die gezeigten Internetauftritte, Musikstücke und und Szene-Codes bei den Jugendlichen Interesse für die rechte Szene geweckt würde.

Rechte legen Köder aus

"Interesse vermutlich schon" sagt Emmerich Huber, Mit-Vorstand bei "Bunt statt braun" und Koordinator der Ausstellungen "aber wir waren uns mit den Lehrern einig, dass die Jugendlichen durch Information und Aufklärung gegen rechte Umtriebe und Rassismus immuner werden."
Gerade die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung wendete sich an junge Menschen und zeigte, wie die rechte Szene mit Open Airs, Kameradschaft, dumpfen Feindbildern und selbst Themen wie Tier- und Umweltschutz versucht, Jugendliche zu ködern.
"Neben den 14 Schulklassen fanden auch erfreulich viele sonstige Interessierte aus Forchheim und der Umgebung den Weg in die Ausstellungen", schreiben die Veranstalter in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die 500. Besucherin

Am Nachmittag gegen 15 Uhr des letzten Tages konnten Huber und Marita Obermeyer-Simsekli die 500. Besucherin mit einer Flasche Sekt begrüßen - Angela Dalakova, eine Asylbewerberin aus der Ukraine die beim Spaziergang mit zwei Freundinnen ins Rathaus gekommen war. Auch die drei Rahmenveranstaltungen sind laut der Organisatoren gut angenommen worden.
Ein besonderes Highlight war der Vortrag im Rathaussaal von Charlotte Knobloch, der vormaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, die als Kind während der Nazizeit die Judenverfolgung versteckt auf einem Bauernhof in Franken überlebt hat.
Dass durch den Besuch von Knobloch die Diskussion um das Synagogen-Grundstück wieder hochkam, hatten die Organisatoren eigentlich nicht beabsichtigt. Sie wollen die Anregungen aber aufnehmen und fortführen, zumal Knobloch vorsichtig Unterstützung signalisiert hat. Beide Bündnisse, "Bunt statt braun" und "BügEx", sind der Auffassung, dass aus religiöser, historischer und kultureller Sicht dem jüdischem Leben in Forchheim eine würdige Gedenkstätte gewidmet werden müsse.

Besser gemeinsam

Eine andere wichtige Erkenntnis der Ausstellung ist laut Ludwig Preusch und Bernhard Donath, Vorstände von "Bunt statt braun" und "BügEx", gewesen, dass die beiden Forchheimer Bündnisse "ausgezeichnet zusammenarbeiten und gemeinsam Themen wesentlich besser transportieren können". Daran wolle man auch in Zukunft festhalten. red
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