Regensberg

Erlanger Studierende forschen über die Situation der Gastwirte

In einem Seminar haben es sich Studierende vom Institut für Geografie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zur Aufgabe gemacht, die Problematik v...
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Die Diskussionsteilnehmer, rechts Roland Wölfel  Foto: Franz Galster
Die Diskussionsteilnehmer, rechts Roland Wölfel Foto: Franz Galster
In einem Seminar haben es sich Studierende vom Institut für Geografie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zur Aufgabe gemacht, die Problematik von Nachfolgen in Gastronomie und Hotelgewerbe zu untersuchen. Als Modellregion diente ihnen dabei die Fränkische Schweiz.
Unterstützt hat sie bei dieser Aufgabe Roland Wölfel. Er ist Geschäftsführer des Kommunal- und Regionalberatungsunternehmens Cima mit Sitz in Forchheim. Jetzt präsentierten die Studenten in Regensberg ihre Ergebnisse.
Dabei waren auch Franz und Georg Schmitt vom Hotel-Gasthof "Resengörg" aus Ebermannstadt sowie Dieter Bauernschmitt und Annette Sieber-Bauernschmitt vom gleichnamigen Hotel in Kirchenbirkig. Die Auseinandersetzung mit den aktuellen Entwicklungen um die Themen Wirtshaussterben und Nachfolgeproblematik ist für das Urlaubs- und Ausflugsgebiet Fränkische Schweiz besonders wichtig.


Hohe Dichte

Die Studenten Valentin Kuffer und Kai Großheim präsentierten die Untersuchungsergebnisse. Die Dichte der Gaststätten im Herzen der Fränkischen Schweiz bewegt sich im Allgemeinen zwischen 0,8 und 1,5 pro 1000 Einwohner. In Touristenzentren wie Obertrubach und Pottenstein sind die Spitzenwerte mit 2,4 bis 3,6 Gaststätten pro 1000 Einwohner zu finden.
Laut einer Studie hat sowohl der Ausschank als auch der Umsatz in Restaurants und Gaststätten deutschlandweit kontinuierlich zwischen 2000 und 2016 abgenommen, während Caterer und sonstige Verpflegungsdienstleister auf einem relativ stabilen Wert bleiben. Bayernweit ist ein ähnlicher Trend festzustellen.
Im Gegensatz dazu haben die speiseorientierten gastronomischen Betriebe von 2006 bis 2017 im Landkreis Forchheim um 15 Prozent zugenommen.
Insgesamt steht die Fränkische Schweiz gut da. Aber wie kann der Tourist erkennen, welcher Gasthof geschlossen hat und welcher geöffnet. Die Transparenz für Touristen müsse besser werden. Wichtig wäre auch, dass nicht alle Gastwirtschaften gleichzeitig geschlossen haben.
Bei den Interviews vor Ort wurden den Studierenden Gründe für Wirtshaussterben genannt. Zu diesen zählten die Arbeitszeiten, der Stress, der empfunde Investitionsstau oder auch das Image des Berufs. Hinzu kämen Gesetze und bürokratische Vorschriften. Ein weiteres Problem sei die große Konkurrenz durch Vereinsheime. Zu niedrige Preise und damit einhergehend zu niedrige Löhne lassen den Beruf wenig attraktiv erscheinen.
Dazu kommt teilweise der Generationenkonflikt - wobei bei den meisten der interviewten Betriebe die Nachfolge geregelt war.


Marketing und Vernetzung

Die Studierenden erarbeiteten einen breiten Strauß von Handlungsempfehlungen. Investitionsstau sollte vorausschauend durch kleinere Maßnahmen vermieden werden. Das müsse sich auch im Preis niederschlagen.
Wichtigen Handlungsbedarf gibt es im Bereich der Qualifizierung, des Marketings und der Vernetzung untereinander oder auch mit der Kommune.
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