Oberreichenbach

Eine erfolgreiche Premiere

Oberreichenbach — Allerhand am Wegesrand konnten die Teilnehmer bei der Premiere der geführten Wanderung des Tourismusvereins "Karpfenland Aischgrund" rund um den Weiler Tanzenhaid...
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Christiane Kolbet (r.) erklärte auch, wo einst die Burg Hohholz stand. Foto: Sandra Hammer
Christiane Kolbet (r.) erklärte auch, wo einst die Burg Hohholz stand. Foto: Sandra Hammer
Oberreichenbach — Allerhand am Wegesrand konnten die Teilnehmer bei der Premiere der geführten Wanderung des Tourismusvereins "Karpfenland Aischgrund" rund um den Weiler Tanzenhaid erfahren.
Trotz bedecktem Himmel und mäßigen Temperaturen erwies sich die Tour als Publikumsmagnet. 26 Wanderbegeis-terte, unter ihnen "Karpfenland"-Vorstandsmitglied Gabi Schmidt, MdL, und Oberreichenbachs Bürgermeister Klaus Hacker (beide FW), machten sich auf die 9,5 km lange Tour, die von Oberreichenbach nach "Bettelhüttlein", Oberalbach, Hohholz, "Galgeneiche" und Tanzenhaid zurück nach Oberreichenbach führte.
Zurückgelegt wurde die Strecke auf historischen Straßen, der im Mittelalter angelegten Handelsstraße, die im Süden an Tanzenhaid vorbeiführt, und der Hochstraße, die nördlich auf dem Bergrücken verläuft. Unterwegs erläuterte "Karpfenland"-Reiseleiterin Christiane Kolbet sachkundig Relikte am Wegesrand: historische Grenzsteine, eine einstige Raubritterburg, Reste eines Hügelgrabes, eine vorindustrielle chemische Fabrik, gruselige Hinrichtungsplätze und natürlich die Geschichte des Weilers Tanzenhaid selber.
Der Ort wurde 1186 erstmals urkundlich erwähnt, ab dem 13. Jahrhundert standen dort eine Burg und ein Brauhaus. Es gab Braurecht und Schankrecht für Bier und Wein. Der Ort war Rastplatz für Reisende und Händler. 1719 erwarb Christian Wilhelm Carl Pückler-Limpurg, Besitzer der Rittergüter Burgfarrnbach und Brunn, den Ort Tanzenhaid.
Die Einnahmen aus Pacht, Holzverkauf und der Teichwirtschaft sprudelten, dennoch häufte der Graf mit kostspieligen Schlossbauten in Burgfarrnbach immer mehr Schulden an. Mit der Ansiedlung von chemischen Fabriken in Hohholz und Dettendorf sollten neue Einnahmequellen erschlossen werden. In Hohholz wurden Berliner Blau, Blutlaugensalz, Quecksilberpräparate und Säuren aller Art produziert.
Auf halber Strecke der abwechslungsreichen Wanderroute stärkte sich die Wandergruppe in Hohholz mit einer deftigen Brotzeit aus dem Dorfladen in Oberreichenbach und einem naturtrüben Oberreichenbacher Bier der Brauerei Geyer.
Nächste Gelegenheit zur Teilnahme an der rund vierstündigen Wanderung ist am Dreikönigstag, 6. Januar 2016, um 14 Uhr. Treffpunkt ist am Friedhof im Tanzenhaider Weg in Oberreichenbach. Die Teilnahme an der Wanderung kostet inklusive Brotzeit 14 Euro pro Person. Gruppenbuchungen sind jederzeit möglich. Infos und Gelegenheit zur Anmeldung gibt es unter Telefon 0151/26211382.
Sandra Hammer



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