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Dem Pappbecher geht es an den Kragen

Schüler des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums wollen Ressourcen sparen und Müll vermeiden. Cafés sind zum Mitmachen aufgerufen.
Der Pappbecher-Flut haben die MGF-Schüler den Kampf angesagt. Symbolbild: Uwe Zucchi, dpa
 
Souverän trägt Nicolas Landgraf (16) die Präsentation vor. "Wir haben zunächst den Ist-Zustand analysiert. 320 000 Pappbecher gehen pro Stunde in Deutschland über die Theke." Heißgetränke, allen voran Kaffee aber auch Kakao oder Tee werden schnell und "To-Go" auf dem Weg zur Arbeit konsumiert. Die leeren Becher wandern in den Mülleimer.
Neben dem riesigen Müllberg, der so entsteht, verbraucht die Produktion des Einwegguts eine ganze Menge Ressourcen. Für 320 000 Pappbecher mit Plastikdeckeln braucht man sechs Bäume, 6300 Gramm Rohöl und 192 000 Liter Wasser. So erklärt es der bildstarke Videoclip, den Thomas Henning (16) mit einem doch sehr professionellen Schnittprogramm erstellt hat. Video und Präsentation findet man auf der Projekt-Website. Die wiederum hat Patrik Bär (16) programmiert, der Computercrack des Teams. Josias Neumüller (13) hat eine Stärke für Organisatorisches. Er erklärt, wie man so ein Projekt auf die Beine stellt: "Wir haben uns zunächst zusammengesetzt und ein Brainstorming gemacht."
Im Rahmen einer Projektarbeit haben die vier Schüler des Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasiums (MGF) darüber nachgedacht, wie man den Verbrauch von Einwegbechern reduzieren kann. Ihr Konzept ist verblüffend einfach. Über ein Pfandsystem soll der Kunde einen Mehrwegbecher bekommen. Den Kaffee trinkt er wie gewohnt unterwegs, den Becher jedoch kann er beim nächsten Café-Besuch wieder abgeben. Dort bekommt er einen neuen, der alte wandert in die Spülmaschine.
"Wir wollten etwas machen, das jeder verstehen kann", sagt Projektbetreuer Matthias Kohles, Biologie-Lehrer und Umweltbeauftragter am MGF. Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe dazu eine Art Marktforschungsstudie durchgeführt. An der Umfrage zum Thema "Was ist Umweltschutz?" nahmen 132 Mitschüler teil.
Ansporn für das Projekt gab der Wettbewerb "Ressourcenkönige - ein Königreich für Wertstoffe" des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Aufgabe war es, ein Konzept zu entwickeln, um im Alltag mindestens zwei Rohstoffe einzusparen. Die Gewinner des Wettbewerbs werden demnächst vom Ministerium bekanntgegeben.
Das strategische Vorgehen der Schüler erinnert an ein Wirtschaftsunternehmen. Sie haben im Team gearbeitet und Wissen aus sämtlichen Schulfächern vernetzt von Chemie und Biologie über Mathe bis hin zur Wirtschaftslehre. Bei Recherche, Konzeptentwicklung, Präsentation und Öffentlichkeitsarbeit hat jeder seine individuellen Talente eingebracht.
Nun geht es daran, das Projekt zu realisieren, "Es soll nicht im stillen Kämmerchen bleiben", sagt Nicolas Landgraf. Ziel ist es, möglichst viele Leute zum Mitmachen zu bewegen. Wenn allein die Hälfte der Kulmbacher "To-Go"-Kunden willens ist, umzusteigen, könnte man pro Jahr 107,5 Kilogramm Rohöl und 7,2 Tonnen Papier sparen. Allen voran müssten die Cafés mitziehen. Ohne sie wäre ein umfassendes Pfandsystem nicht denkbar.
Der Mehrweg-Kunststoffbecher soll aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und ein einheitliches Umweltlabel tragen, ein grünes Blatt mit dem Schriftzug "My Green Future" ("Meine Grüne Zukunft"). Einen Hersteller für das wiederverwertbare Trinkgefäß haben die Schüler bereits ausfindig gemacht. In den Sommerferien will das Team Kulmbacher Café-Besitzer kontaktieren und zum Mitmachen animieren.
Katja Leinhos-Dittrich, Besitzerin der Kaffeeplantage in der Kulmbacher Langgasse, jedenfalls ist an Bord. Sie sagt: "Wir kennen das Problem mit den Einwegbechern und denken schon lange darüber nach, etwas zu verändern." Leinhos-Dittrich hofft, dass sich andere Café-Besitzer ebenfalls solche Gedanken machen.


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