Heßdorf
Ehrung 

DC4RB gratuliert DB5NF abgekürzt

Ein Funkamateur ist jemand, der sich aus purer Neigung mit dem Amateurfunk beschäftigt, ohne kommerzielle Interessen zu verfolgen. Hans Reif aus Heßdorf widmet sich diesem Hobby seit 40 Jahren. 74 000 Amateurfunkstellen gibt es in der Bundesrepublik.
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Von rechts: Vorsitzender Ottmar Beierl (DC4RB) beglückwünscht Hans Reif (DB5NF) für 40 Jahre Zugehörigkeit zum DARC und überreicht ihm die Urkunde und Ehrennadel.  Fotos: Weigl
Von rechts: Vorsitzender Ottmar Beierl (DC4RB) beglückwünscht Hans Reif (DB5NF) für 40 Jahre Zugehörigkeit zum DARC und überreicht ihm die Urkunde und Ehrennadel. Fotos: Weigl
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Michael Busch

Es ist ein alter Witz, aber einer, der alle Vorurteile bestätigt. Ein Polizist klingelt an der Haustür. "Guten Tag, Frau Sender, stimmt es, dass Ihr Mann Amateurfunker ist?" - "Ja, das stimmt. Ist das etwa verboten?'" - "Nein, eigentlich nicht. Aber eben ist die gesamte NATO-Flotte ausgelaufen."
Das liegt daran, dass viele Menschen mit den Amateurfunkern nicht viel anfangen können, nicht viel über das Hobby wissen. In Zeiten von Smartphones, Skype und Echtzeitübertragungen scheint sich dennoch eine Gruppe mit diesem scheinbar anachronistischen Hobby sehr intensiv zu beschäftigen. Einer von diesen ist Hans Reif.
Der wurde vom Herzogenauracher Ortsverein des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) für seine Zugehörigkeit zu eben genau dieser geschilderten Gruppe geehrt. 40 Jahre ist er schon dabei und gehört damit zu den "alten und versierten Füchsen" in der Amateurfunkergilde. DB5NF heißt er, es ist sein Rufname. "Den habe ich am 18. September 1978 erhalten, als ich die Prüfung bestanden habe und die Amateurfunkgenehmigung erhielt, um meinen Funkbetrieb zu verwirklichen." Angesteckt mit dem "Funkbazillus" habe Hans Reif ein Feuerwehrkamerad, der dem außergewöhnlichen Hobby schon länger frönte. Ihn habe sofort die Idee fasziniert, per Funkkontakt mit Menschen in allen Erdteilen zusammenzukommen.


Spaß an der Technik

"Mein Name DB5NF ist einmalig", erläutert Reif. Und nach der Lizenzprüfung in der damaligen Oberpostdirektion in Nürnberg startete Reif dann auch richtig durch. Denn beim Amateurfunk geht es nicht nur um das "Gespräch" mit Menschen auf der anderen Seite der Welt. Es ist ein hochtechnisches und interessantes Betätigungsfeld. Durch seinen Beruf als Fernsehtechniker vorbelastet, widmete er sich dem Eigenbau von Funkanlagen, die sich Funkamateure nämlich selber bauen dürfen.
Besonders, so erläuterte es der Vorsitzende des Ortsverbandes, Ottmar Beierl, fesselte den Heßdorfer, "der Bau von Sendern und Empfängern im Amateurfernsehen". Regelmäßig hatte er sonntags Verbindungen durch diese technsiche Spielart mit anderen Funkfreunden aus Erlangen, Uttenreuth und Nürnberg. "Hans Reif war so stark vom Amateurfernsehen infiziert, dass er an etlichen Wettbewerben teilnahm und erfolgreich etliche Diplome einheimste."
So nebenbei widmete sich Reif der Funkfernschreibtelegrafie und dem Empfang von Bildern aus dem Weltall. Sprich: Er baute sich seine Geräte für Meteosat selbst. Funkamateure haben eigene Satelliten. Einige davon sind mit Fernsehkameras ausgestattet, die Erdbeobachtungen zulassen. Nebenbemerkung des Vorsitzenden: "In seiner Zeit bei der Bundeswehr in Dillingen war er, wen wundert es, beim Fernmeldebataillon im Richtfunk eingesetzt."
Ottmar Beierl dankte Reif im Rahmen der Hauptversammlung für dessen übermäßiges Engagement und der Treue zum Verein und dem Hobby Amateurfunk. Nebst der Urkunde und Anstecknadel gab es noch das Bedauern, dass es momentan bei "ihm ein bisschen weniger funkt". Das läge aber nicht an der schwindenden Lust, vielmehr seines Auslebens als Großvater gegenüber seinen Enkeln.
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