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Amt mit Herz für "Stromer"

Auf dem Parkplatz des Landratsamtes in Coburg steht seit Neuestem eine Stromtanksäule der SÜC. Auch Landrat Michael Busch hat sich als neuen Dienstwagen ein Auto mit zusätzlichem Elektroantrieb bestellt.
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Am Landratsamt gibt es jetzt eine Ladestation für Elektroautos (von links): Daniel Kairies, Ferenc Bátyi und Michael Busch. Foto: Rainer Lutz
Am Landratsamt gibt es jetzt eine Ladestation für Elektroautos (von links): Daniel Kairies, Ferenc Bátyi und Michael Busch. Foto: Rainer Lutz
Einen Service für Elektromobile gibt es jetzt am Landratsamt in Coburg. Auf dem Parkplatz der Behörde wurde eine Ladesäule der Städtischen Werke Überlandwerke Coburg (SÜC) installiert, an der zwei Autos gleichzeitig Strom zapfen können. "Wir wollen damit einen Beitrag zum Ausbau der notwendigen Strukturen für die Elektromobilität leisten", erklärt Landrat Michael Busch (SPD) die Beweggründe.
Die rund 13 000 Euro teure Anlage wurde vom Landkreis finanziert. Der Strom kommt aber von den SÜC. Bis Mitte des Jahres, so Busch, sei das Angebot kostenfrei. Danach wird abgerechnet - und zwar per Mobiltelefon. Mit der entsprechenden App können Besitzer von Batterieautos nachsehen, ob die Ladestelle frei ist, sie können sie für sich reservieren und ihre Akku-Ladung gleich mit dem Smartphone bezahlen. Neben einer monatlichen Grundgebühr von 4,50 Euro soll eine komplette Ladung eines Pkw, die etwa eine Stunde dauert, ungefähr sechs Euro kosten, sagt Ferenc Bátyi von den SÜC. Sollte die Zapfstelle belegt sein, informiert die App auch gleich darüber, wo sich weitere befinden und welche Anschlüsse dort passen, denn noch sind mehrere verschiedene Ladekabeltypen im Gebrauch.


Hybrid für den Landrat

Durch Elektrofahrzeuge des Amtes werden die beiden Zapfplätze nicht blockiert. Die laden in der eigenen Tiefgarage. Dort wird auch der nächste Dienstwagen des Landrats später stehen und bei Bedarf laden. Der BMW 740e ist bereits bestellt. Um das Modell bei der Inbetriebnahme der neuen Zapfstelle schon mal zeigen zu können, war Daniel Kairies, Gebietsleiter Verkauf an Behörden bei BMW, mit einem Wagen dieses Typs extra aus München nach Coburg gekommen.
Der neue Dienstwagen ist ein Hybrid. Er kann rein elektrisch, in Kombination mit dem Verbrennungsmotor oder nur mit dem konventionellen Aggregat angetrieben werden - "je nachdem, welches Modul gewählt wird", erklärt Kairies.
"Ich möchte versuchen, dann Strecken im Landkreis möglichst nur mit Elektroantrieb zu fahren", sagte Michael Busch. Nur so könne der Hybrideffekt optimal genutzt werden. Ein Ansatz, dem BMW enge Grenzen setzt. Der Hersteller gibt die Reichweite des 740e mit maximal 45 Kilometern an. Heizung, Klimaanlage, Beleuchtung und andere Stromverbraucher sind dabei ausgeklammert. Das Umschalten auf Verbrennungsbetrieb wird also wohl deutlich früher erfolgen müssen.
Im wesentlichen wird der 740e daher von seinem 326 PS starken Verbrennungsmotor angetrieben, der beim Kickdown durch den E-Motor äußerst wirksam unterstützt wird, um optimal zu beschleunigen. Die Werksangabe zum Verbrauch (2,2 bis 2,1 Liter) wird ausdrücklich auf den effizientesten Modus bezogen. Gleiches gilt für den CO2 -Ausstoß (50 bis 49 Gramm je Kilometer). Die Vergleichswerte des 320 PS starken BMW 740d mit 5,3 bis 5,1 Litern je 100 Kilometer bei 139 bis 134 Gramm CO2 je Kilometer sind ebenfalls angegeben für die sparsamste denkbare Fahrweise. Wer allerdings meint, der Hybrid sei wesentlich teurer als der Diesel, der irrt. Beim Kaufpreis liegt der Verbrenner mit 95 900 noch vor dem Antriebsmix, der "nur" 94 200 Euro kostet. Als Dienstwagen für den Landrat wird das Fahrzeug aber nicht gekauft sondern geleast.


Weitere E-Autos für die Behörde

Insgesamt setzt das Landratsamt immer stärker auf E-Mobilität. Unter den 28 Fahrzeugen, die derzeit im Bestand sind, befinden sich bereits zwei rein elektrisch betriebene Renault Zoe. Daneben gibt es zwei Audi A3 e-tron als Hybrid für Strom und Benzin. Zwei weitere Fahrzeuge wurden vor Jahren auf Erdgasbetrieb umgestellt. Drei Fahrzeuge werden im Laufe dieses Jahres durch reine E-Autos ersetzt, wofür rund 100 000 Euro investiert werden. Dafür gibt es erhebliche Förderung vom Bund, der 50 Prozent der Kosten trägt. "Die Elektroautos werden von den Mitarbeitern sehr gern genutzt", versichert Michael Busch. Die Reichweite von etwa 100 bis 120 Kilometern bei den Renault Zoe stelle dabei bisher keinerlei Problem dar. Die neuen Fahrzeuge sollen eine Reichweite von real 200 Kilometern haben. Davon geht Busch aus, wenn sie mit 280 bis 300 Kilometern Maximalreichweite angegeben sind.
Elektrofahrzeuge können zu Hause an jeder normalen Steckdose geladen werden. Für unterwegs stehen im Landkreis bereits mehr als 15 Ladestellen zur Verfügung, an denen je zwei Fahrzeuge laden können. Zurzeit dürfte das ausreichend sein, denn es gibt in Stadt und Landkreis Coburg bisher gerade 255 Elektrofahrzeuge, wovon nur 119 rein elektrisch betrieben werden, der Rest entfällt auf Autos mit Hybridantrieb.
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