Region // Archiv // Regionalsport
Heimniederlage für die Brose Baskets
Die Bamberger Brose Baskets starten mit einer überraschenden 74:75-Heimniederlage gegen die Telekom Baskets Bonn ins Play-off-Viertelfinale.
Getreu dem Motto "wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen", sorgten die Telekom Baskets Bonn am Donnerstagabend zum Play-off-Auftakt für eine faustdicke Überraschung. Der Tabellenachte feierte beim Spitzenreiter nach der Hauptrunde einen 75:74 (33:35)-Erfolg und brachte den Brose Baskets nach knapp zwei Jahren und 49 Erfolgen in Serie gegen nationale Konkurrenten eine Heimniederlage bei. Jetzt haben die Bamberger sechs Tage Zeit, aus ihren Fehlern zu lernen, um am nächsten Mittwoch im Telekom Dome den Ausrutscher auszubügeln und die Serie nach dem Modus "best of five" auszugleichen.
Von der ersten Sekunde an wurde deutlich, dass Play-off-Spiele mit einer ganz anderen Intensität geführt werden wie Spiele der normalen Runde. Chris Ensminger, der an alter Wirkungsstätte mit viel Applaus begrüßt worden war, erzielte zwar die ersten Punkte der fünften Jahreszeit. Doch dann legten die Hausherren los und zogen bis auf 12:2 davon. Allerdings wurde schon in dieser Phase deutlich, dass die Brose Baskets nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Zehn Ballverluste standen in der ersten Halbzeit zu Buche - so viele leistet sich der Meister sonst oft nicht über die gesamte Spielzeit. Auch die Trefferquote und die Souveränität im Passspiel ließen zu wünschen übrig. So gelang es den Bonnern dank einer 12:2-Serie zum 14:14 auszugleichen.
Nach dem dritten Dreier von Simonas Serapinas ging der Außenseiter nach 13 Minuten sogar mit 23:20 in Front. Dank ihrer Dominanz im Rebound (23:10 zur Pause) eroberten die Hausherren aber eine Führung zurück. Vor allem gegen die Bonner Zonenverteidigung lief aber wenig in der Bamberger Offensive, so dass sich ein völlig ausgeglichenes Spiel entwickelte. Nur zwei Assists (Bonn 8) zeugen von der Nervosität im Angriff der Hausherren.
Bamberg zeigt sich kämpferisch
Angeführt von Anton Gavel zeigten die Hausherren gleich nach der Pause ihr Kämpferherz. Die Verteidigung stand jetzt bombenfest, Tibor Pleiß verteidigte hervorragend gegen Ensminger. Tucker klaute sich hinten den Ball, sprintete über das ganze Feld und vollstreckte zum 43:35. Brian Roberts machte die Zehn-Punkte-Führung perfekt - die Halle tobte. Vor allem Peja Suput sorgte mit seiner ganzen Erfahrung dafür, dass die Brose Baskets mit einem 55:46-Vorsprung ins Schlussviertel gingen.
Hinten wieder mit einer Zonenverteidigung und vorne mit erfolgreichen Dreiern agierend, waren die Bonner aber schnell wieder dran und gingen sogar mit 56:55 in Front. Tibor Pleiß, sorgte mit seiner Verteidigung und wichtigen Punkten für die 66:60-Führung. 90 Sekunden später glichen die Telekom Baskets aber wieder aus.
Dank Tony Gaffney ging Bonn 30 Sekunden vor dem Ende mit 73:72 in Front. 12 Sekunden später brachte Casey Jacobsen den Meister wieder in Führung. Nach zwei Fehlversuchen tippte dann Benas Veikalas den Ball mit der Schlusssirene in den Korb - die Frankenhölle erstarrte im Schock, die Bonner feierten die Sensation.
Basketball-Statistik
Brose Baskets Bamberg — Telekom Baskets Bonn 74:75
(18:16, 17:17, 20:13, 19:29)
Bamberg: Tucker (14 Punkte), Roberts (13/1 Dreier), Jacobsen (13/1), Gavel (13), Pleiß (10), Suput (9), Slaughter (2), Jenkins, Tadda, Neumann
Bonn: Serapinas (17/5), Jordan (16/2), Gaffney (13), Battle (12), Ensminger (8), Veikalas (7/1), Mangold (2), Thülig, Wohlfahrt-Bottermann
SR: Lottermoser, Barth, Streit
Zuschauer: 6800 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote: Bamberg 50 Prozent (31 Treffer/62 Versuche), Bonn 48 (31/64)
Dreierquote: Bamberg 20 Prozent (2/10), Bonn 40 (8/20)
Freiwurfquote: Bamberg 90 Prozent (10/11), Bonn 100 (5/5)
Rebounds: Bamberg 37 (23 defensiv/14 offensiv), Bonn 24 (16/8)
Ballgewinne/-verluste: Bamberg 5/18 , Bonn 9/13
Assists: Bamberg 7 / Bonn 21
Fouls: Bamberg 14 / Bonn 20







(









