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Brian Roberts war "unglaublich"

Manager Wolfgang Heyder spricht nach dem Sensations-Sieg der Brose Baskets gegen Olympiakos Piräus von einer Sternstunde im Bamberger Basketball.
Brian Roberts, Kyle Hines und Anton Gavel (v.l.) auf der Ehrenrunde Foto: sportpress
 

Vor der Partie gegen die Basketball-Großmacht aus Piräus wurde nur über die Höhe der Bamberger Niederlage diskutiert. Selbst Manager Wolfgang Heyder zweifelte, doch Kapitän Casey Jacobsen hatte ihn mit einer E-Mail am Tag vor dem Euroleague-Schlager überzeugt. "Casey hat mir zum Geburtstag gratuliert und angekündigt, dass die Mannschaft mir einen Sieg gegen Olympiakos schenken will. Von da an habe ich ein bisschen an die Überraschung geglaubt." Nach der Gala-Vorstellung und dem 73:61-Erfolg seiner Brose Baskets gegen einen der heißen Anwärter auf den Euroleague-Titel urteilte der sonst oft kritische 54-Jährige euphorisch: "Das war eine Sternstunde in der 40-jährigen Geschichte des Bamberger Basketballs."
"Wir kümmern uns nicht darum, was die Leute außerhalb der Kabine reden. Wir wissen, dass wir auch auf diesem Niveau mithalten können. Wir haben es uns verdient, in der Euroleague dabei zu sein, und wir haben uns diesen wirklich tollen Sieg verdient", brachte Brian Roberts das Selbstbewusstsein des deutschen Meisters, der diesmal mit einer Trefferquote von 52 Prozent voll überzeugte, zum Ausdruck. Am Mittwochabend krönte der 24-Jährige seine tolle Woche, nachdem er schon am Samstag mit seinem erfolgreichen Wurf kurz vor Schluss den Sieg gegen die Dragons perfekt gemacht hatte. "Ich habe mich gut gefühlt, meine Würfe sind gefallen. Aber nicht nur bei mir ist es gut gelaufen, die gesamte Mannschaft hat stark gespielt und mit hervorragender Verteidigung diesen Sieg ermöglicht", betonte der US-Amerikaner, der auf Grund der Rückkehr von Regisseur John Goldsberry im Spielaufbau entlastet wurde. Nicht nur wegen seiner Treffsicherheit (23 Punkte/3 Dreier), sondern auch auf Grund seiner Verteidigung gegen die Stars aus Piräus erntete Roberts Lob von allen Seiten. Ähnlich wie Spencer Nelson beim historischen Sieg gegen Treviso im Dezember 2005 schrieb der US-Amerikaner Bamberger Euroleague-Geschichte.
"Brian war heute unglaublich und hat seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt", freute sich Trainer Chris Fleming für seinen Scharfschützen. Der Dank des Coaches ging aber auch an die Fans: "Sie haben uns heute wieder einmal toll unterstützt, vor allem auch in der Phase, in der Olympiakos nach der Pause mit Papaloukas wieder in Führung ging. Dieses Spiel war die Herausforderung, die wir gebraucht haben. Der Sieg nimmt ein wenig Druck von uns."

Jacobsen: ein komplettes Spiel

Kapitän Jacobsen, der fast 35 Minuten unermüdlich rackerte (sechs Rebounds/drei Ballgewinne) und zudem sicher traf (zehn Punkte/zwei Dreier), sprach nachher von einem "kompletten Spiel über 40 Minuten". Auch für ihn gab die Verteidigung den Ausschlag: "Dank unserer Defense fanden die Griechen nie einen Rhythmus. Dieser Sieg ist sehr wichtig für unser Selbstvertrauen." "Das war definitiv ein Erfolg der ganzen Mannschaft. Wir haben unsere Systeme durchgespielt, den Ball bewegt, die Würfe sind gefallen, und wir haben nie nachgelassen - so war dieser Sieg möglich", freute sich Reyshawn Terry, der am Mittwochabend seine Klasse unter Beweis stellte und vor allem wichtige Rebounds (6) sicherte. Im Gegensatz zu den letzten Spielen glänzten diesmal alle Akteure mit voller Konzentration und Einsatz, aber auch viel Cleverness.
Genau die fehlte der Trainerlegende Dusan Ivkovic bei seiner Mannschaft. "Das größte Problem war, dass wir nicht in der Lage waren, das Spiel zu kontrollieren. Am Ende haben wir viele Dreier genommen und nicht getroffen. Nur Papaloukas hat nach der Pause etwas kreiert, doch das hat nicht gereicht", sprach der 66-jährige Serbe von einem "völlig verdienten Sieg" der Bamberger.
Nach der 65:83-Auftakt-Niederlage in Rom sind die Brose Baskets mit diesem unerwarteten Erfolg nun wieder im Rennen um den vierten Platz in der Gruppe B, der zum Einzug in die Runde der besten 16 Teams reicht. Um dieses hoch gesteckte Ziel zu erreichen, ist nach dem Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag in Gießen am kommenden Mittwoch ein weiterer Heimsieg gegen Charleroi Pflicht.

Rom siegt auch in Charleroi

Der belgische Meister verlor am Mittwoch trotz der 14 Punkte seines Topwerfers Demond Mallet vor eigenem Publikum mit 55:64 gegen Rom. Mit Auftritten wie gegen Olympiakos braucht den Brose Baskets in der Frankenhölle vor keinem Gegner in Europa bange sein.
Zur Erfolgsgeschichte des Tages passte, dass die Brose Baskets mit der Fruchtsaftmarke Albi einen auf nationaler Ebene tätigen neuen Partner präsentieren konnten. Heyder freute sich, dass Albi neben dem deutschen Fußballmeister Bayern München jetzt auch das Basketball-Aushängeschild aus Bamberg unterstützt.


Weitere Stimmen

Wolfgang Heyder
(Manager Brose Baskets):
"Die Mannschaft hat immer daran geglaubt, dieses Spiel gewinnen zu können. Das war sehr wichtig. Mit einer tollen Verteidigung hat das Team den Griechen jeden Wurf schwergemacht. Das hat am Ende dazu geführt, dass in der Offensive das entsprechende Selbstvertrauen vorhanden war. Brian Roberts hat bewiesen, was für ein riesiges Talent er besitzt. Ich hoffe, dass er diese Leistungen nun konstanter abruft."

John Goldsberry
(Bambergs dreieinhalb Wochen verletzter Spielmacher): "Ich bin absolut happy, dass ich wieder auf dem Spielfeld stehen kann. Spiele in der Euroleague machen sowieso immer Spaß. Wenn man dann noch gegen eine hervorragende Mannschaft wie Olympiakos mit zwölf Punkten Unterschied gewinnt, dann ist die Begeisterung natürlich groß. Wir haben gut verteidigt, den Ball gut bewegt, und Brian war großartig - das war der Schlüssel zum Erfolg. Wenn wir weiter so spielen, dann dürfen wir uns noch über viele Siege freuen."

Theodoros Papaloukas (Spielmacher von Olympiakos nach seinem 199. Spiel in der Euroleague)
" Wir wussten, dass die Aufgabe hier sehr schwierig wird. Bamberg hatte in diesem ersten Heimspiel nichts zu verlieren. Wir konnten die Partie nur in den ersten acht Minuten kontrollieren. Bamberg hat heute einfach besser gespielt als wir und deshalb auch gewonnen. Unsere neue Mannschaft muss noch ihren Weg finden."

Milos Teodosic
(Olympiakos-Spielmacher und MVP der letzten Euroleague-Saison)
" Wir haben heute nicht gut gespielt. Wir müssen hart arbeiten und uns in allen Bereichen verbessern. Es gibt in der Euro league keine leichten Spiele, da muss man immer 100 Prozent geben. Ich bin mir sicher, dass dies nur eine Niederlage ist, aber wir müssen uns steigern. "

zum Thema "Basketball-Euroleague"

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