Ansbach
Überwachung

Datenschützer: Illegale Überwachung mit Wildkameras nimmt zu

Sie sollen Jägern die Arbeit in den Revieren erleichtern: Wildkameras. Doch die Fotofallen werden immer häufiger eingesetzt, um zu überwachen.
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Wildkameras werden immer häufiger illegal bei Nachbarschaftsstreitigkeiten eingesetzt. Symbolfoto: Matthias Hoch/Archiv
Wildkameras werden immer häufiger illegal bei Nachbarschaftsstreitigkeiten eingesetzt. Symbolfoto: Matthias Hoch/Archiv
Wildkameras werden immer häufiger illegal bei Nachbarschaftsstreitigkeiten eingesetzt. "Das hat in den letzten Jahren von der Zahl der Eingaben her stark zugenommen", sagte der Präsident des Landesamts für Datenschutzaufsicht in Ansbach, Thomas Kranig, der Deutschen Presse-Agentur. Die genauen Zahlen für 2016 stünden zwar noch nicht fest, doch hätten sich die Beschwerden in den vergangenen drei Jahren in etwa verdoppelt.

Die datenschutzrechtlichen Regeln für den Einsatz von Videoüberwachung auch auf dem Gelände von Privatpersonen seien eigentlich klar, erläuterte Kranig. Doch ob die Bestimmungen eingehalten werden, könne kaum überprüft werden. "Wir haben keine Chance, auf das Grundstück zu gehen und zu sagen: Zeig uns mal die Kamera."

Wildkameras sind inzwischen zu Preisen ab 100 Euro zu erhalten. Die Fotofallen lösen beim Erfassen von Bewegungen automatisch aus und speichern die Aufnahmen meist wie bei üblichen digitalen Fotokameras auf einer SD-Karte, die dann am Computer ausgelesen werden kann. Per Infrarot liefern die meisten auch nachts gestochen scharfe Bilder.

"Viele Käufer wissen nicht, was die rechtlichen Rahmenbedingungen sind", erläuterte Kranig. Generell gelte: "Ich kann Kameras auf dem eigenen Grundstück aufstellen. Sobald ich aber das Gartentürl überwache und in einem Winkel noch öffentlich zugängliche Bereiche wie die Straße - oder gar das Nachbarhaus -, darf ich das nicht." Maximal ein Meter des Gehweges dürfe aus Toleranz noch auf den Aufnahmen zu sehen sein. "Aber wenn es darum geht, wer im Nachbarhaus ein und aus geht, geht das in aller Regel nicht."
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