Thermografie

Wärmelecks am Haus?

Der Initiativkreis Stadtwerke Nordbayern gibt Tipps zur energetischen Sanierung und empfiehlt eine Thermografie während der kalten Jahreszeit.
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Ein Haus zu verpacken hilft, Heizkosten zu sparen. Die Thermografie zeigt, wo sich Wärmelecks verstecken. Foto: Archiv
Ein Haus zu verpacken hilft, Heizkosten zu sparen. Die Thermografie zeigt, wo sich Wärmelecks verstecken. Foto: Archiv
Die meisten Menschen mögen kalte Tage nicht. Niedrige Temperaturen haben aber einen Vorteil: Sie erlauben es Hausbesitzern, kostengünstig den energetischen Zustand ihres Gebäudes checken zu lassen. Der Initiativkreis Stadtwerke Nordbayern empfiehlt, eine Thermografie zu beauftragen, sofern der Heizenergieverbrauch eher über dem Durchschnitt liegt. Viele der Mitglieder des Zusammenschlusses von rund 20 regionalen Energieversorgern vermitteln ihren Kunden dafür einen renommierten Anbieter.


Mangelhafte Dämmung der Übeltäter

Wer diesen Service nutzt, hat laut Initiativkreis-Sprecher Stephan Pröschold gleich zwei Vorteile: Er kann sich dank der Erfahrung des durchführenden Unternehmens auf aussagekräftige Ergebnisse verlassen und erhält diese zu einem attraktiven Preis. Sinnvoll sei die Thermografie vor allem für ältere Gebäude und dann, wenn viel Heizenergie benötigt wird. In letzterem Fall rät der Initiativkreis dazu, zunächst einmal das Heizverhalten unter die Lupe zu nehmen und einen Blick auf die Heizanlage zu werfen. Werden die Räume nicht überheizt und ist die Heizung vom Fachmann eingestellt und gewartet sowie jünger als 20 Jahre, kann mangelhafte Dämmung der Grund für den Energiehunger des Gebäudes sein.


Wärmebildkameras suchen Lecks

Wo genau die Wärmelecks sich befinden, lässt sich allerdings für den Laien meist nicht feststellen. Auch ein Experte müsste aufwendige Messungen machen und eventuell das Mauerwerk untersuchen, was nicht immer zerstörungsfrei möglich ist. Mit Thermografie lassen sich dagegen sehr schnell Aussagen machen - und dabei muss noch nicht einmal jemand das Haus betreten. Das Verfahren nutzt die unterschiedliche Wärmeabstrahlung von gut und schlecht isolierten Bereichen der Fassade, des Daches, der Fenster und Türen. Mit einer speziellen Kamera werden Wärmebilder gemacht und anschließend per Computer ausgewertet. Voraussetzung ist lediglich ein Temperaturunterschied von mindestens 12 Grad zwischen innen und außen.


Warnsignal Rot

Thermografie-Bilder sehen auf den ersten Blick wie moderne Kunst aus. Das Haus erscheint in Blau-, Grün-, Gelb- und Rottönen, wobei die verschiedenen Farben verschiedene Oberflächentemperaturen anzeigen. Besondere Aufmerksamkeit gebührt den tiefroten Bereichen, denn hier entweicht zu viel Wärme. Oft sind so Wärmebrücken an Fensterlaibungen erkennbar, aber auch Durchfeuchtungen etwa an der Nordecke des Gebäudes oder andere Bauschäden. Solche energetischen Schwachpunkte treiben nicht nur den Verbrauch an Heizenergie in die Höhe, sie schaden auch der Gebäudesubstanz, führen also letztlich zu einem Wertverlust.


Experte hilft mit Lösungen

Zusätzlich zu den Hinweisen auf die Problemzonen seiner Immobilie erhält der Hausbesitzer mit dem Thermografiebericht auch Tipps zur energetischen Sanierung. Oft lohnt sich beispielsweise der Austausch älterer Fenster, bei denen heute Dreifachverglasungen Standard sind. Erheblich aufwendiger sind die Verbesserung der Dämmung von Fassade und Dach. Wurden hier Schwachstellen entdeckt, sollte man jedoch immer auch die betreffende Zone von innen betrachten. War zum Beispiel der Heizkörper hinter einem auf dem Thermografiebild roten Bereich voll aufgedreht, ist die Wand dort auch bei relativ guter Isolierung vergleichsweise warm. "Am besten bespricht man das das Ergebnis der Thermografie mit einem Experten", so Pröschold. Ein guter Ansprechpartner dafür sowie für den Kontakt zum Thermografie-Unternehmen sei der örtliche Energieversorger.
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