Bad Kissingen
Neugestaltung

Der Runde Brunnen ist wieder zugänglich

Der Runde Brunnen am Gradierwerk in Bad Kissingen ist wieder zu besichtigen - im Frühjahr zieren Blauglockenbäume das Gelände.
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Der Runde Brunnen ist wieder der Öffentlichkeit zugänglich, im Hintergrund zu sehen ist das Technikgebäude.  Foto: Anja Vorndran
Der Runde Brunnen ist wieder der Öffentlichkeit zugänglich, im Hintergrund zu sehen ist das Technikgebäude. Foto: Anja Vorndran
Vor ihm verbrachten staunend Generationen von Besuchern der Patienten (und manchmal auch einfach Neugierige) ihre Zeit, um ein ganz besonderes Schauspiel unter einer durchsichtigen Kuppel zu beobachten: Der Runde Brunnen in der ehemaligen Heinz-Kalk Klinik war ein echter Hingucker. Kohlensäure macht es möglich, dass das Wasser aufwallt - eine spannende Geschichte ist es zudem, denn das Aufwallen verläuft nicht in einem terminierten Zeitrhythmus. 2009 wurde die Klinik abgerissen, wegen des Heilwassers im Untergrund galt es, heftige Erschütterungen zu vermeiden. Jetzt wurden der Brunnen und sein Umfeld umgestaltet und für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.


Herrliches Spektakel

Der Runde Brunnen schüttet 600 Liter Wasser pro Minute, das Wasser wallt auf und fällt wieder zusammen - ein herrliches Spektakel. Weil das Wasser extrem CO2-haltig (Kohlenstoffdioxid) ist, wurde dem Brunnen über ein Gebläse frische Luft zugeführt, damit das entweichendes Gas während der Bauarbeiten nicht die Arbeiter gefährdeten. 1,7 Millionen Euro investierte der Freistaat in die Erneuerung des Runden Brunnens, in ein neues Technikgebäude mit Elektropumpe und in die Außenanlagen. Die Heilquelle lag während der Bauarbeiten hinter einem Holzschuppen verborgen. Über der Heilquelle liegt jetzt wieder eine Plexiglaskuppel, so dass Besucher das sprudelnde Wasser sehen können. Rund herum sind 3,50 Meter hohe Eisenstelen gebaut. Ein 90 Meter langer Weg führt am Brunnen und durch das Technikgebäude vorbei, um so die Tiefe des Brunnens zu verdeutlichen. Im Technikgebäude befindet sich im Untergeschoß ein Pumpenraum und darüber Schaltschränke, die per Touchpad alle Quellen miteinander vernetzt. "Im Fall einer Störung oder bei Hochwasser kann die Staatsbad GmbH schnell reagieren und erste Vorkehrungen treffen", erklärt Leonhard Rosentritt, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes und fügt hinzu, dass die Staatsbad GmbH Bad Kissingen für den Betrieb zuständig sei. Geplant und durchgeführt wurden die Arbeiten vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt nach dem Konzept des Architekten Otto Gass.


Blauglockenbäume im Frühjahr

Die Außenanlagen sind wellenförmig an den Weg angelegt, im Frühjahr zieren Blauglockenbäume das Gelände. Sie sollen an den Würzburger Naturforscher, Arzt und Japanologen Philipp Franz von Siebold erinnern und geben mit ihren blauen Blüten die passende Farbe zum Thema Quelle und Wasser. Bei dem 1788 entdeckten Runden Brunnen handelt es sich um eine Eisenkochsalzquelle. Das Wasser ist mit 2000 Milligramm pro Liter sehr Kohlensäurehaltig. Der Brunnen ist 90 Meter tief.


Ganzjährig in Betrieb

Die Wassertemperatur liegt bei 18 Grad Celsius, so dass das Kneippbecken ganzjährig in Betrieb ist. Die Heilquelle wird seit 1841 genutzt zur Badekur und Inhalation, bis 1966 wurde aus dem Wasser Salz gewonnen. Heute berieselt das Wasser den Gradierbau und füllt die Kneippanlage. Zudem dient der Runde Brunnen als Ersatz für den Schönbornsprudel und speist bei Bedarf die KissSalis-Therme. Der Runde Brunnen war vom Salinenbad (1841 - 1965) und später von der Heinz-Kalk-Klinik überbaut. Diese wurde 2009 abgerissen, der Runde Brunnen saniert. Seitdem lag das Areal am Gradierbau brach, im Frühjahr 2016 begannen die Bauarbeiten zur Neugestaltung.
Anja Vorndran/bb/red

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