Hamburg
Feiertage

So vermeiden Sie Weihnachtsstress und Familienzoff in der stillen Zeit

Was können Paare tun, damit unterm Weihnachtsbaum nur Geschenkpapier-Fetzen fliegen und es Silvester nur am Himmel knallt? Tipps zum perfekten Feiertag.
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Kartoffelsalat oder Gans? Silvester zu zweit oder auf der größten Party der Stadt? Die Planung von Weihnachten und Silvester führt in vielen Beziehungen zu Konflikten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Kartoffelsalat oder Gans? Silvester zu zweit oder auf der größten Party der Stadt? Die Planung von Weihnachten und Silvester führt in vielen Beziehungen zu Konflikten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Gehören an Weihnachten eine Gans auf den Tisch und eine Tanne ins Wohnzimmer? Oder reichen Kartoffelsalat und eine Lichterkette? Klingt der Heiligabend besser beim Mitternachtsgottesdienst oder mit einem Weihnachtsfilm aus? Und findet die perfekte Silvesternacht zu zweit vorm Raclette oder auf der größten Party der Stadt statt? Unterschiedliche Vorstellungen von den Feiertagen führen in vielen Beziehungen zu Krach. Wer Ideen kombiniert und Kompromisse schließt, kommt trotzdem harmonisch durch die Zeit.


Erwartungen an die Feiertage herunterschrauben

Die Feiertage sind bei vielen Paaren Höhepunkt der Streitkultur, sagt Paarberater und Buchautor Christian Thiel. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens haben die meisten Menschen sehr hohe Erwartungen an die Festtage. Und zweitens ist die Zeit der Weihnachts- und Silvestervorbereitungen voller Stress. Viele Menschen starten deshalb schon ausgelaugt in den Feiertagsmarathon. "Kommen dann unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche an die Festtage zusammen, kann sich daran Streit entzünden."

Paare sollten sich rechtzeitig über die Gestaltung verständigen und Kompromisse aushandeln, rät Thiel. Dabei ist es wichtig, alle Bedürfnisse gleichwertig zu behandeln und den Partner nicht zu den eigenen Ideen überreden zu wollen. In jedem Fall ist es hilfreich, die Erwartungen herunterzuschrauben und sich für die Feiertage nicht zu viel vorzunehmen. "Ein beschauliches Fest ist meistens die entspanntere Wahl."

Die Vorstellung vom perfekten Fest sind oft mit Erinnerungen verbunden, sagt Diplom-Psychologin Monika Deininger. "Gerade von Weihnachten haben viele Menschen kindliche Illusionen." In Beziehungen treffen dann manchmal gegensätzliche Vorstellungen aufeinander, erklärt die Expertin. So kann es einem christlich erzogenen Partner wichtig sein, Heiligabend die Kirche zu besuchen oder die Weihnachtsgeschichte zu lesen, während der andere das Weihnachtsfest sein Leben lang eher unkonventionell gestaltet hat. In einigen Beziehungen treffen auch verschieden Religionen und damit unterschiedliche Bräuche aufeinander.


Auch Silvester hat Konfliktpotenzial

Neben Erziehungsstilen und Religionen gibt es oft auch Streit um die Frage, wie groß ein Fest gefeiert werden soll. Während der eine zu zweit bleiben möchte, ist es für den anderen selbstverständlich, die Familie miteinzubeziehen. Und auch Silvester hat Konfliktpotenzial: Wenn der Partylöwe auf den Orgelkonzert-Fan trifft, muss man einen Kompromiss finden: "Oft kann es eine Lösung sein, eine Hälfte des Abends nach den Wünschen des einen, die andere Hälfte nach den Wünschen des anderen auszurichten", sagt Deininger.

Dass verschiedene Vorstellungen zu Konflikten führen, ist allerdings kein reines Feiertags-Phänomen. Das kommt zwischen Partnern in allen Lebenslagen vor, sagt Paar- und Familienberaterin Dörte van Benthem Favre. "Viele Paare sind nach dem Kennenlernen ganz sicher - wir schwingen gleich. Dass jeder Mensch ganz eigene Ideen hat, wird oft erst nach und nach sichtbar." Feiertage sind ein typischer Moment, an dem Unterschiede auftauchen.

Schon die Frage nach der Größe des Baums kann dann zum Streitpunkt werden. Van Benthem Favre rät, sich selbst zu fragen, warum bestimmte Vorstellungen so wichtig sind und die Antworten mit dem Partner zu teilen. Wenn der Partner negative Erinnerungen mit dem Weihnachtsfest der Kindheit verbindet, kann das ein Grund sein, warum er manche Symbole meidet. "Unterschiedliche Ansprüche an die Feiertage bieten einen Gesprächsanlass und Gelegenheit, mehr über den anderen herauszufinden. Im besten Fall lernt man sich besser kennen."


Feiertage als Anlass für Austausch und Konflikt

Unterschiede zwischen sich und dem Partner machen vielen Menschen Angst. Dabei kann Verschiedenheit spannend sein, sagt van Benthem Favre. "Diskussionen über verschiedene Vorstellungen sind anstrengend, manchmal tun sie weh, machen wütend oder traurig - trotzdem ist die Auseinandersetzung in einer Beziehung hilfreich." Denn im Alltag machen es sich viele Paare in einer Wohlfühlzone ohne Auseinandersetzungen bequem. Die Feiertage liefern dann häufig Anlass für Austausch - aber eben auch Konflikt.

Ob Weihnachtsschmuck, Menü-Wahl, die Größe des Festes oder die Silvester-Location - das Prinzip, Kompromisse auszuhandeln, bleibt stets dasselbe, sagt Deininger. Wer als oberstes Ziel hat, die Zeit gemeinsam zu verbringen, findet eine Lösung. Der Streit um das passende Reiseziel für die Feiertage, ein weiterer Klassiker unter den Konfliktherden, ist das perfekte Beispiel: "Zieht es den einen in die Berge und den anderen ans Wasser, kann man trotzdem gemeinsam in den Urlaub fahren - zum Beispiel an den Bodensee."
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