Unterricht und Weiterbildung

Tipps zur beruflichen Umschulung

Ist absehbar, dass Sie in Ihrem Beruf gesundheitlich nicht mehr weiterarbeiten können, ist nach der Rehabilitation eine Umschulung sinnvoll.
Artikel einbetten Artikel drucken
Bekommen Friseure eine Kontaktallergie an den Händen, können sie in ihrem Job nicht bleiben. Viele fangen dann mit einer Umschulung noch einmal von vorne an.  Foto: Kai Remmers
Bekommen Friseure eine Kontaktallergie an den Händen, können sie in ihrem Job nicht bleiben. Viele fangen dann mit einer Umschulung noch einmal von vorne an. Foto: Kai Remmers
18 Jahre lang hat Michael Fischer als Elektroinstallateur gearbeitet: Er verlegte Leitungen und baute ganze Elektroanlagen. Doch damit war vor rund drei Jahren Schluss. Der Handwerker erkrankte an Arthrose. Die Schmerzen an der Wirbelsäule waren so stark, dass er in seinem Beruf nicht mehr arbeiten konnte. Da war er 36 Jahre alt. Fischer hatte aber Glück im Unglück: Er machte eine berufliche Umschulung. Nun ist er Informatikkaufmann.
Wie Fischer geht es jedes Jahr vielen Menschen. Sie haben einen handwerklichen Beruf gelernt. Diesen können sie aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Ein Beispiel ist der Friseur, der an den Händen eine Allergie gegen bestimmte Stoffe bekommt. Ein anderes ist der Bauarbeiter, der einen schweren Bandscheibenvorfall erleidet.


Gleich zur Agentur

"Meist ist irgendwann absehbar, dass es so nicht weitergeht und dass man seine Stelle möglicherweise in ein paar Wochen oder Monaten verliert", weiß Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit. Bereits dann sollten Arbeitnehmer zur Arbeitsagentur gehen. Am besten bringen sie gleich ein Attest mit, um die gesundheitlichen Probleme medizinisch zu belegen.
In vielen Regionen gibt es zusätzlich zur Arbeitsagentur sogenannte Gemeinsame Servicestellen für Rehabilitation.
"Die sind in diesen Situationen ebenfalls gute Ansprechpartner", sagt Björn Hagen von der Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation.
Die berufliche Rehabilitation finanziert meist die Bundesagentur für Arbeit oder die Rentenversicherung. Für den Arbeitnehmer ist es letztlich egal, wer seine Umschulung finanziert: Er bekommt in beiden Fällen das Übergangsgeld, das sich nach dem bisherigen Gehalt berechnet.


Umschulung im Betrieb

Egal welcher Beruf es werden soll: Eine Umschulung dauert im Regelfall zwei Jahre. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. "Die Umschulung kann ambulant in einem Betrieb erfolgen", erklärt Hagen. Dabei werde man dann durch einen Reha-Bildungsträger unterstützt.
Da einem das Pauken möglicherweise nicht mehr so leicht fällt, gebe es daher die Möglichkeit, Stützunterricht zu bekommen. Die zweite Variante ist eine sogenannte stationäre Umschulung in einer Reha-Einrichtung wie einem Berufsförderungswerk. "Dort sind Theorie und Praxis unter einem Dach."
Auch der ehemalige Elektroinstallateur Fischer musste sich überlegen, welchen neuen Beruf er erlernen wollte. Zusammen mit seinem Berater der Rentenversicherung kam er schließlich auf den Informatikkaufmann. 2010 begann er seine Umschulung, bestand vor wenigen Monaten die Abschlussprüfungen - und wurde von seinem Betrieb übernommen. "Für mich hätte es nicht besser laufen können!" dpa-mag
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare