Ausbilder in der Region

Immer mehr Bäckerinnen

In Handwerksberufen steigt der Frauenanteil. Vor allem der Bäcker kann nicht mehr als typischer Männerberuf bezeichnet werden.
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Immer mehr junge Frauen finden Gefallen am Bäckerberuf. Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V./Darius Ramazani
Immer mehr junge Frauen finden Gefallen am Bäckerberuf. Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V./Darius Ramazani
In so genannten Männerberufen steigt der Anteil weiblicher Auszubildender an. Der Bäcker kann sogar nicht mehr als ein typischer Männerberuf bezeichnet werden. Weitere Erkenntnis aus der Analyse des aktuellen Ausbildungsmarkts: Die Zahl derjenigen, die zwar ein Studium beginnen könnten, sich aber dennoch für eine duale Berufsausbildung entscheiden, hat zugenommen.
Nach den Angaben des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) stieg beim Bäcker der Anteil junger Frauen zwischen 2004 und 2015 um 7,7 Prozent an. Ein ähnlich großer Zuwachs ist beim Maler und Lackierer sowie Tischler zu verzeichnen. Beim Bäcker ist der Anteil von Frauen sogar so groß, dass nicht mehr von einem typischen Männerberuf gesprochen werden kann - der Anteil lag 2015 bereits bei über 25 Prozent. Nach der Definition des BIBB kann von einem Männerberuf gesprochen werden, wenn der Männeranteil bei über 80 Prozent liegt.


Stabiler Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt ist insgesamt stabil. Allerdings wurden bundesweit weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen - 520 300 im vergangenen Jahr gegenüber 518 500 im Vorjahr. Etwas mehr Ausbildungsplätze - das Plus liegt bei 1400 - bieten Betriebe in Deutschland an, 546 300 waren es im vergangenen Jahr. Bei gleichzeitig sinkender Nachfrage ergibt sich eine verbesserte Ausbildungsmarktlage aus Sicht der Jugendlichen. Dennoch blieben 43 500 Ausbildungsangebote unbesetzt. Laut BIBB nehmen die Schwierigkeiten zu, Ausbildungsangebote und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen.
Schon seit mehreren Jahren ist der Trend zu beobachten, dass die Zahl junger Frauen, die sich für eine duale Berufsausbildung interessieren, sinkt. Sie ziehen, sofern studienberechtigt, ein Studium vor oder entscheiden sich für Ausbildungsgänge im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen. Dazu Friedrich Hubert Esser, Präsident des BIBB: "Wir benötigen dringend eine Trendumkehr. Dies gelingt, wenn wir es schaffen, das Interesse von Studienberechtigten an einer dualen Berufsausbildung weiter zu steigern und zugleich noch mehr Frauen für gewerblich-technische Berufe zu interessieren."
Insgesamt nimmt der Anteil von Studienberechtigten in dualer Berufsausbildung zu. 2016 registrierte die Bundesagentur für Arbeit erstmals mehr Ausbildungsstellenbewerber mit Studienberechtigung als mit Hauptschulabschluss.


Vergütung schreckt ab

Übrigens lässt sich nicht beobachten, dass Männer in Frauenberufen Fuß fassen. Die unterdurchschnittliche Vergütung schreckt ab. Ausnahmen: Bei der Justizfachangestellten und der Milchwirtschaftlichen Laborantin spricht das BIBB von einer signifikanten Erhöhung des Männeranteils. Bei beiden Berufen liegt die Vergütung über dem Durchschnitt.
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