Bildung

Gute Unis, große Auswahl: Warum sich Studieren in Franken lohnt

Vier Universitäten, fünf Hochschulen, dazu berufsbezogene Bildungseinrichtungen - die Region bietet Studierwilligen eine Menge Angebote.
Frankens Universitäten und Hochschulen überzeugen auch im internationalen Vergleich. Foto Jens Kalaene / dpa
 
von KLAUS ANGERSTEIN
Rund 125 000 Studenten nehmen in Franken in den nächsten Tagen mit Beginn des Wintersemesters wieder Platz in Hörsälen, Seminaren oder Labors, um ein Studium zu beginnen oder fortzuführen. Studieren in Franken, das heißt zunächst einmal auswählen aus einem ungeheuer vielfältigen und komplexen Angebot an Studienfächern.

Natürlich gibt es das klassische akademische Studienangebot der Fachrichtungen Medizin, Rechtswissenschaften, Philosophie, Theologie und Pädagogik. Aber längst nicht jeder will Arzt, Jurist, Theologe oder Lehrer werden. Muss man ja auch nicht. Weil für junge Abiturienten aus Franken in der Region nahezu alles geboten wird, was sich derzeit studieren lässt. Möglich ist das an den vier Universitäten in Erlangen-Nürnberg, Bayreuth, Bamberg oder Würzburg, oder aber auch an einer der zahlreichen Hochschulen Frankens, in denen das Studium sich, anders als an den Universitäten, mehr an der Praxis orientiert.

Dabei vermögen die fränkischen hohen Schulen nicht nur aufgrund des umfangreichen Fächerangebots zu überzeugen, sondern auch wegen der Spitzenstellung, die Frankens Universitäten im internationalen Vergleich einnehmen. Jüngster Beleg sind die Erfolge fränkischer Universitäten im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. In sogenannten Exzellenzclustern werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten projektbezogen gefördert. Ab dem Jahr 2018 immerhin mit 533 Millionen Euro jährlich. Und aus Franken sind die Universitäten Würzburg, Bayreuth und Erlangen-Nürnberg, oft im Verbund mit anderen Unis, mit im Rennen.


Spitzenforschung in Franken

Die Unterfranken hatten Erfolg mit drei Anträgen, die aus den Bereichen der Physik, der Chemie und der Medizin stammen. Auch die Uni Bayreuth freut sich über den Erfolg ihrer Anträge, von denen zwei die erste Hürde einer Vorauswahl genommen haben. Sie stammen aus den Bereichen der Afrikaforschung und der Polymerwissenschaften der Oberfranken. Erlangen war in der ersten Runde der Exzellenzstrategie mit einem Antrag aus dem Bereich Material- und Prozessforschung erfolgreich.

Beteiligt hatten sich an dieser ersten Runde übrigens 63 deutsche Hochschulen mit insgesamt 195 Projektvorschlägen. Ein schöner Erfolg der fränkischen Unis, die sich im Übrigen auch bei internationalen Rankings unter den weltweit besten Universitäten an vorderer Stelle platzieren konnten.
Die fränkische Universitätslandschaft soll aber nach Willen der bayerischen Staatsregierung noch attraktiver für Studierwillige werden. Geplant ist ein weiterer Unicampus im oberfränkischen Kulmbach als weiterer Standort der Universität Bayreuth.


Fakultät für Lebensmittel und Gesundheit

Entstehen soll eine eigenständige Fakultät für Lebensmittel und Gesundheit, die den stark wachsenden Bereich von "Life Sciences - Food & Health" aufnehmen soll. Franken erhält so mit Kulmbach einen weiteren Universitätsstandort. Das Zusatzangebot soll nach Vorstellung des Kabinetts den Lebensmittelstandort Kulmbach stärken und die Region für junge Menschen attraktiver machen. Zum Wintersemester 2018/2019 soll übrigens bereits der Lehrbetrieb aufgenommen werden.
Auch die Stadt Fürth mausert sich mehr und mehr zum attraktiven Universitätsstandort. Nachdem in der Kleeblattstadt als Ableger der Uni Erlangen-Nürnberg bereits zwei Lehrstühle im Bereich der Materialforschung eingerichtet wurden, wird im künftigen Ludwig-Erhard-Zentrum ein Lehrstuhl für die Erforschung der Sozialen Marktwirtschaft als Bestandsteil des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften entstehen.
Frankens Unilandschaft wächst und gedeiht also. Und wie sehen eigentlich Studenten Franken als Studienstandort? Ein Beispiel: Der 27-jährige Daniel Janke aus Brandenburg studiert seit sieben Jahren in Würzburg Luft-und Raumfahrtinformatik. Genau deshalb kam er auch nach Unterfranken. Weil es dieses Studienangebot deutschlandweit halt nur hier gibt. Nach dem Bachelorabschluss strebt er jetzt noch den Master an. Und es gefällt Janke nach den üblichen Startschwierigkeiten sehr gut in der Mainmetropole. Sollte er hier nach Ende des Studiums ein Stellenangebot erhalten, würde er auch gerne bleiben. Zumal er inzwischen immer Bekannte trifft, wenn er in die Stadt geht. Würzburg sei einfach noch überschaubar, so Janke. Größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er europaweit auf Jobsuche gehen muss. Aber: Würzburg hat ihm gut gefallen.

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