Rhetorik-Serie Teil 3

Performance ist alles

Ein Gespräch ist nicht gleich ein gutes Gespräch. Mimik, Gestik und Sprache können dieses beeinflussen. Der Zusammenhang zwischen diesen Komponenten wird im dritten Teil unserer Serie "Rhetorik: Sprichst du nur oder performst du schon?" erläutert.
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Körpersprache
Das richtige Deuten von Körpersprache hilft, sein Gegenüber besser verstehen zu können, nicht nur im Berufsalltag.
Mimik, Gestik und eine klare Sprache – davon war jetzt schon öfter die Rede. Doch wie hängen Führungsqualitäten und Sprache zusammen und was haben die Körpersprache und der Kleidungsstil miteinander zu tun? Im dritten Teil unserer Serie „Rhetorik: Sprichst du nur oder performst du schon?“ soll es genau um diese Zusammenhänge gehen.

Mimik und Gestik
„Wir haben keinen Dialog gebraucht, wir hatten Gesichter.“ Dieser Ausspruch von Billy Wilder unterstreicht die Aussage „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ von Paul Watzlawick. Was manch einer nicht durch Worte verständlich macht, kann er durchaus mithilfe seiner Gestik und Mimik kommunizieren – auch unterbewusst. Eine hochgezogene Augenbraue beispielsweise kann Skepsis bedeuten, verschränkte Arme eine abwehrende Haltung. Oftmals läuft diese Art der nonverbalen Kommunikation unterbewusst ab. Solange unser Gegenüber dem Lesen der Körpersprache nicht mächtig ist, haben wir da ja manchmal noch Glück gehabt. Aber wenn wir ehrlich sind, dann kommt das allerdings ziemlich selten vor. Und das ist vor allem im Beruf nicht immer vorteilhaft. Professionalität ist hier das Stichwort. Besonders als Führungskraft muss die Mimik und Gestik kontrolliert sein und das Gesagte unterstreichen. Führung und Sprache – zwei Begriffe, die durchaus zusammenpassen.

Mitarbeiterführung und -motivation
Das Talent einer gewählten Ausdrucksweise, nicht zu hoch gestochen, aber auch nicht banal, präzise, aber nicht abgehackt – genau das ist es, was vor allem Führungskräfte haben sollten. Anweisungen sollen nicht nur beim Adressaten ankommen, sondern auch verstanden werden. Ein Chef sollte nicht nur Vorgesetzter sein, sondern auch als Autoritäts- und Respektperson wahrgenommen und behandelt werden.
Einen nicht unerheblichen Einfluss darauf hat der Sprachgebrauch. Er sollte nicht nur eingesetzt werden, um Mitarbeiter zu führen, sondern auch um sie zu motivieren. Ein freundliches Wort oder „Danke“, unterstützt mit einem Lächeln und einem Händedruck, kann Wunder bewirken. Und denken Sie immer daran: Ihr Mitarbeiter oder Kollege arbeitet vielleicht in einem anderen Bereich wie Sie. Nutzen Sie Fremdwörter also nur, wenn Sie davon ausgehen können, dass Ihr Gegenüber Sie auch versteht und Ihnen folgen kann. Zudem sollten auch Sie wissen, von was Sie sprechen. Denn Schein ist noch lange kein Sein – und das wird Ihr Mitarbeiter auch merken.

Körpersprache richtig deuten
Und hier sind wir auch schon beim nächsten wichtigen Aspekt: der Gestik. Der Begriff Gestik umfasst all das, was wir durch unseren Körper ausdrücken wie beispielsweise eine auslandende Handbewegung oder ein hochgestreckter Daumen. In Kombination mit Mimik können Gesten eine andere Wirkung bekommen. Schaut Ihr Gegenüber Ihnen bei der Begrüßung in die Augen, so kann davon ausgegangen werden, dass er sich auf Sie konzentriert – beispielsweise bei einem nachfolgenden Gespräch.
Mit der richtigen Sprache können auch Gespräche geführt werden, wie Diskussionen, Vorträge oder Gehaltsverhandlungen. Die Körpersprache bestimmt, wie andere uns wahrnehmen, ob sie unserem Gesagten vertrauen und sich überzeugen lassen. Ein gepflegtes Äußere tut den Rest. Testen Sie das doch selbst bei der nächsten Gelegenheit!
 
5 der bekanntesten Gesten
  • Das Verschränken der Arme: Abwehrende Haltung, kann jedoch auch Unsicherheit signalisieren oder reine Gewohnheit sein.
  • Die Körperhaltung: Gebückt laufende Menschen signalisieren, dass sie wenig Selbstbewusstsein haben.
  • Das bekannte Finger-Deuten: Mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, signalisiert Überheblichkeit und kann auch als eine Art Drohgebärde verstanden werden.
  • Das Verstauen der Hände in den Taschen: Abwehrende Haltung, die Unsicherheit signalisiert. Stellt sich jemand jedoch breitbeinig hin und hat seine   Hände in den Hosentaschen, dann wirkt dies angriffslustig und selbstbewusst.
  • Das nervöse Zappeln: Rutscht jemand auf seinem Stuhl hin und her, signalisiert dieses Verhalten eindeutig Nervosität.
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