Berufswelt

Mehr als nur Schlankmacher

Was machen eigentlich Diätassistenten/-innen? Berechnungen zeigen, dass Fachkräfte dringend benötigt werden.
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Diätassistenten/-innen wissen genau, welche Nährstoffe in bestimmten Lebensmitteln stecken.  Foto: AOK Medienservice
Diätassistenten/-innen wissen genau, welche Nährstoffe in bestimmten Lebensmitteln stecken. Foto: AOK Medienservice
Eine bewusste und ausgewogene Ernährung spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle. Doch immer mehr Menschen leiden an Ernährungsproblemen, da ihnen die Zeit für die Zubereitung gesunder Speisen fehlt.
Anstatt dessen greifen sie auf kalorienhaltige und nährstoffarme Fertigprodukte zurück. Gesundheitsprobleme sind die Folge. Dieses gesellschaftliche Problem gehört zum Alltag von Diätassistenten. Mit ihrer Arbeit unterstützen sie Patienten bei einer Diät oder Ernährungstherapie. Die stetig steigende Zahl von ernährungsbedingten Erkrankungen macht die Diätassistenz damit zu einem unerlässlichen Partner im Gesundheitssektor.
Der Beruf bietet allen, die Freude am Umgang mit Lebensmitteln haben und sich durch gute Kommunikationsfähigkeit sowie ein offenes Wesen auszeichnen, einen abwechslungsreichen Beruf im Gesundheitsbereich. Ein ausgeprägtes Interesse für biologische und chemische Prozesse sollten Diätassistent-Anwärter jedoch auch mitbringen, um später die Ernährungspläne der Patienten fachmännisch planen und berechnen zu können.


Auswirkungen von Lebensmitteln

Bereits in ihrer schulischen Ausbildung lernen angehende Diätassistenten, welche Auswirkungen Lebensmittel im Körper haben und wie sie als Ernährungstherapeut auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patienten eingehen können. Sie erfahren beispielsweise allerhand über Lebensmittel und deren Herstellung, Verarbeitung und Konservierung. Zusätzlich werden medizinische und biochemische Stoffwechselprozesse vermittelt. Neben dem Planen und Berechnen von Ernährungsplänen werden diese auch schmackhaft von den angehenden Diätassistenten zubereitet.
Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt und erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Zugangsvoraussetzung ist der Realschulabschluss. Hauptschulabsolventen müssen zusätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung von zweijähriger Dauer nachweisen. Anschließend besteht die Möglichkeit in Krankenhäusern und Kliniken, Altenpflege- und Rehabilitationseinrichtungen, Apotheken, der Lebensmittel- und Pharmaindustrie oder bei Krankenkassen zu arbeiten. Neben der Tätigkeit als Berater und dem Planen und Zubereiten von Speisen ist somit auch eine Karriere in einer Leitungsposition sowie in der Forschung oder Lehre denkbar.


Zu wenig Fachkräfte

Vorausberechnungen zeigen, dass es im Bereich der Diätassistenz zu einem Fachkräftemangel kommen wird. Durch den demografischen Wandel entsteht langfristig betrachtet ein zusätzlicher Mehrbedarf, der besonders Berufsanfängern gute Einstiegschancen verspricht.
Doch nicht nur der Bedarf steigt, auch die Anforderungen an die Arbeit der Diätassistenten in Hinblick auf die individuelle Betreuung wachsen. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass sich der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland fortwährend vergrößert. Die Ernährungsspezialisten müssen dadurch immer stärker interkulturelles Wissen, beispielsweise zu Ernährungsgewohnheiten oder Fastenzeiten, mit in die Arbeit einfließen lassen, um den einzelnen Ansprüchen gerecht zu werden.
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