Rhetorik-Serie Teil 4: Die Gehaltsverhandlung

Mehr Cash – Was tun bei der Verhandlung ums Geld?

Unzufrieden mit dem aktuellen Gehalt, aber Angst vor einer Verhandlung mit dem Chef? Im letzten Teil unserer Serie "Rhetorik: Sprichst du nur oder performst du schon?" ist die Gehaltsverhandlung das Thema. Hier finden Sie Tipps.
Artikel einbetten Artikel drucken
Gehaltsverhandlung
Wer mehr Geld will, der sollte sich nicht scheuen, mit dem Chef über sein Gehalt zu sprechen. Eine gute Vorbereitung ist hier jedoch unerlässlich.
Money, Moneten, Cash: Geld ist ein Dauerbrenner und auch in der Berufswelt wird es ab und an zum Thema – und das nicht nur bei Bewerbungsgesprächen. Doch wann ist der beste Zeitpunkt, um dem Vorgesetzten von seinem Wunsch nach mehr Gehalt zu unterrichten? Ist erst einmal ein Verhandlungstermin festgesetzt, stellt sich die Frage, wie man am besten vorgehen sollte: freundlich Argumente vorbringen oder doch eher bestimmt? Eine Liste mit positiven Abschlüssen mitbringen oder erst einmal warten, was der Chef sagt? Im vierten Teil unserer Serie „Rhetorik: Sprichst du nur oder performst du schon?“ dreht sich alles rund um die Gehaltsverhandlung. Wir geben Tipps und passende Antworten auf häufige Fragen.

Die Organisation
Ein wichtiger Punkt für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung ist eine vorhergehende, organisierte Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Chef. Nicht nur, dass rechtzeitig ein Termin vereinbart werden sollte, auch der richtige Zeitpunkt für so ein Gespräch ist wichtig. Situationen, in denen der Chef bereits sehr unter Druck steht, eignen sich beispielsweise nicht.
Im Vorfeld sollte eine Auflistung erstellt werden, die einen Überblick über die in den letzten Jahren absolvierten Leistungen und erfolgreich abgeschlossenen Projekte gibt. Hierbei ist es wichtig, seine eigene Arbeit stets im Verhältnis zum Unternehmen zu betrachten. Denn später sollten Sie begründen können, welchen Vorteil Ihr Chef hat, wenn er Ihnen ein höheres Gehalt zahlt. Für ihn muss sich schließlich die Verhandlung ebenfalls lohnen.
Normalerweise wird über eine Gehaltserhöhung zwischen drei und zehn Prozent verhandelt, manchmal auch mehr. Hierfür ist es wichtig, sich im Vorfeld ein Ziel zu setzen und ein Maximum und Minimum festzulegen. Eine Recherche im Bezug auf die branchenübliche Verdiensthöhe, die auch von Region und Unternehmensgröße abhängig ist, hilft hier weiter.

Verhandlungsgespräch
Nach einer guten Vorbereitungsphase geht es nun an das Gespräch. Allgemein gilt es, immer die Vorteile, die sich für das Unternehmen aus Ihren Leistungen ergeben, im Auge zu behalten und vorzubringen. Das Eröffnungsangebot überlassen Sie am besten Ihrem Chef. Sollte er Sie fragen, was Sie sich als Verdienst vorstellen, so nennen Sie ihm eine Gehaltsspanne. So bleibt immer noch ein Spielraum. Begründungen und starke Argumente sind hier unerlässlich. Es ist ratsam, nicht alle Argumente sofort ins Gespräch zu bringen, sondern erst dann, wenn es die Situation erfordert. Ein bis zwei starke Gründe sollten Sie sich auch bis zum Schluss aufheben. Seien Sie sich bewusst, was Sie wert sind. Großspurigkeit und Selbstüberschätzung sind jedoch nicht zu empfehlen.
Ihr Verhalten sollte zudem immer positiv nach außen wirken. Hierzu zählt auch die Körpersprache. Sitzen Sie aufrecht und lümmeln Sie nicht auf dem Sessel! Das schafft nur einen falschen Eindruck und bringt Sie Ihrem Ziel bestimmt nicht näher. Seien Sie stets freundlich und zeigen Sie Anstand! Sie wollen mehr Geld von Ihrem Chef – nicht umgekehrt. Lassen Sie ihn deshalb immer ausreden und hören Sie ihm genau zu. Zeigen Sie Interesse und fassen Sie, wenn nötig, das Gesagte noch einmal zusammen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wenn es mal nicht klappt
Trotz guter Vorbereitung kann es sein, dass Ihr Chef Sie vertröstet oder nicht auf Ihre Forderungen eingeht. Hier gilt es dranzubleiben. Versuchen Sie es eineinhalb Jahre später noch einmal. Vielleicht konnten Sie bis dahin ein weiteres Projekt erfolgreich abschließen. Auch wenn die Verhandlung nicht wie verhofft verlaufen ist, haben Aggression, Provokation oder Erpressung nichts in dem Gespräch verloren. Freundlichkeit ist ein Muss.

Don`ts
  • Die geforderte Gehaltserhöhung mit privaten Argumenten wie Familie oder steigenden Lebenshaltungskosten belegen.
  • Unfreundlich und ausfallend werden. Stattdessen lieber fragen, wie der Chef die Leistungen einschätzt.
  • Den Begriff „Gehaltsverhandlung“ schon bei der Terminabsprache zu nennen. Besser sind die Begriffe „zukünftige Entwicklungschancen“ oder „Perspektiven“.
Noch keine Kommentare