Aktiv im Alter

Neuer Spaß, neue Risiken

Um mit dem Pedelec sicher unterwegs zu sein, sollten Sie einige Dinge beim Handling beachten.
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Ein Sonderfall sind so genannte S-Pedelecs, die bis 45 km/h Tretunterstützung liefern. Sie brauchen ein Versicherungskennzeichen und dürfen nur auf besonders ausgewiesenen Radwegen fahren.  Foto: Dekra
Ein Sonderfall sind so genannte S-Pedelecs, die bis 45 km/h Tretunterstützung liefern. Sie brauchen ein Versicherungskennzeichen und dürfen nur auf besonders ausgewiesenen Radwegen fahren. Foto: Dekra
Immer mehr steigen aufs E-Bike um. Radfahrer sowieso, aber auch manch Zeitgenosse, der sich bisher kaum in den Sattel schwang. Dekra beziffert die Zahl derer, die den elektrischen Rückenwind nutzen, auf mehr als drei Millionen in Deutschland. Allerdings ist das Fahren mit spezifischen Risiken verbunden.
"Die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Pedelec werden häufig unterschätzt. Gerade viele Ältere, die nach langer Zeit wieder aufs Fahrrad steigen, müssen sich oft erst ans Handling des neuen E-Bike gewöhnen", sagt Jochen Hof, Dekra-Fahrradexperte. "Pedelecs sind nicht nur schwerer als normale Fahrräder, sie fahren durch die Motorunterstützung auch im Durchschnitt schneller. Das zu koordinieren, will geübt sein, gerade bei der Kurvenfahrt."


Zupackende Bremsen

Umstellen müssen sich Umsteiger meist auch beim Bremsen. E-Bikes sind in der Regel mit hydraulischen Bremsen ausgestattet, die kräftig zupacken. Viele müssen erst lernen, die ungewohnt hohe Bremskraft zu dosieren. "Mein Tipp: Tasten Sie sich langsam an die neue Situation heran, bis Sie sich auf dem neuen Gefährt ganz sicher fühlen", empfiehlt Hof.
Aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich umstellen. Nicht selten sind sie überrascht, wie schnell ein E-Bike anfahren und auf Tempo kommen kann. Die Folge sind kritische Situationen auf den Straßen. Zum Beispiel, wenn ein links abbiegender Pkw die Geschwindigkeit eines entgegenkommenden Radfahrers unterschätzt. Besondere Vorsicht ist auch an Kreuzungen, beim Abbiegen und Anfahren geboten.


Keine Helmpflicht

99 Prozent der in Deutschland verkauften E-Bikes sind Pedelecs (Pedal Electric Cycles), bei denen der Fahrer bis 25 km/h vom Elektromotor unterstützt wird. Von Gesetzes wegen besteht für die Fahrer von solchen Pedelecs zwar keine Helmpflicht, aufgrund der höheren Verletzungsgefahr empfehlen Experten aber dringend, auf dem Pedelec immer Helm zu tragen; nicht zuletzt auch, um Kindern ein gutes Beispiel zu geben. Wer bei Dämmerung frühzeitig das Licht einschaltet und sich dazu hell und auffällig kleidet, tut ein Übriges für seine Sicherheit.


Training absolvieren

Für Newcomer und unsichere Fahrer kann auch ein Fahrsicherheitstraining sinnvoll sein: Teilnehmer machen sich unter erfahrener Anleitung abseits vom Verkehr mit dem E-Bike vertraut, legt auch einmal eine Vollbremsung hin - und ist anschließend viel sicherer unterwegs.
Pedelec-Fahrer sollten zudem beachten, dass höheres Gewicht und flottere Fahrweise auch zu höherem Verschleiß des Bikes führt. Daher ist auf regelmäßige Wartung und Reparatur zu achten. Und wer Pedelecs mit dem Auto transportieren will, muss noch checken, ob die Nutzlast des Fahrradträgers ausreicht. Für zwei E-Bikes sind meist gut 50 Kilogramm erforderlich. Eventuell kann es helfen, die Akkus abzunehmen und gesondert im Fahrzeug zu transportieren.


Tipps für's Pedelec

• Behutsam starten und an das veränderte Handling herantasten
• Lernen, die ungewohnt hohe Bremskraft zu dosieren
• Mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen
• Auf auffällige Kleidung achten, rechtzeitig Licht einschalten
• Besondere Vorsicht beim Anfahren, Abbiegen und an Kreuzungen
• Immer mit Helm fahren
• An einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen
• Das E-Bike regelmäßig warten lassen
• Beim Fahrradträger auf ausreichende Nutzlast achten Quelle: Dekra
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