Hamburg
Tee

Stichprobe bei Kräuter- und Kamillentees: Jeder zweite Tee enthält Gift

In jedem zweiten untersuchten Kräutertee wurden Giftstoffe entdeckt. Besonders ein Tee ist gesundheitlich bedenklich - schon eine Tasse kann schädlich sein.
Artikel einbetten Artikel drucken
Von wegen gesund: Bei jedem zweiten untersuchten Kräutertee wurden Giftstoffe entdeckt. Nur eine große Tasse könne demnach gesundheitlich bedenklich sein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Von wegen gesund: Bei jedem zweiten untersuchten Kräutertee wurden Giftstoffe entdeckt. Nur eine große Tasse könne demnach gesundheitlich bedenklich sein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Es sind bedenkliche Ergebnisse, die Recherchen und Stichproben des NDR Verbrauchermagazins "Markt" ergeben haben: Demnach sind Kräuter- und Kamillentees namhafter Hersteller teilweise mit Pflanzengiften verunreinigt. Einige Belastungen stufen Experten als gesundheitlich bedenklich ein.

Bei einer Laboranalyse wurden in sechs von dreizehn gängigen Kräuter- und Kamillentees aus Supermärkten und Discountern in einer Stichprobe sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) entdeckt. Diese können zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen. Untersucht wurden Kamillentees von Aldi, Edeka, Lidl, Rewe, Meßmer und Teekanne, sowie Alnatura. Außerdem wurden Kräutertees von Aldi, Edeka, Lidl, Meßmer, Teekanne und Alnatura untersucht.

Besonders belastet sind demnach die Produkte von Teekanne. Nicht belastet waren demnach nur die Kräutertees von Aldi und Lidl sowie die Kamillentees von Aldi, Lidl, Alnatura, Meßmer, und Edeka.

"Es besteht die Möglichkeit, dass geringste Mengen ausreichen, um Krebs zu verursachen", so Prof. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie der Universität Kiel. Er fordert, dass jegliche Lebensmittel - so auch Tees - frei von PA sein sollten. Die Gifte sind in Unkraut enthalten, das zwischen den Teekräutern wächst und mit der Ernte in den Tee gelangen kann.


Schon eine große Tasse reicht


Zwar gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für PA in Lebensmitteln. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jedoch eine Höchstaufnahmemenge errechnet. Diese liegt bei einem 70 kg schweren Erwachsenen bei 0,49 Mikrogramm pro Tag. Bei den Untersuchungen für Markt hat das Labor Werte von bis zu 1,7 Mikrogramm PA pro Liter gemessen. Mit einer großen Tasse Tee hätte man die Höchstaufnahmemenge danach schon erreicht.

Konfrontiert mit den Ergebnissen reagierten die betroffenen Unternehmen unterschiedlich. Einige verwiesen auf den fehlenden gesetzlichen Grenzwert, andere teilten mit, sie verfolgten bereits ein Minimierungskonzept bei ihren Tees.

Einen ausführlichen Bericht über die Ergebnisse und was sie für Verbraucher und Händler bedeuten, finden Sie auf der Seite des NDR.
Unsere Partner
Noch keine Kommentare