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Wissenschaft

Depression und Sprache: An diesen Wörtern erkennst du Betroffene

Depressionen sind an der Sprache der Erkrankten zu erkennen - das behauptet eine neue Studie. Es gibt eindeutige Hinweise.
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Depressive Menschen sprechen anders, die verwenden andere Wörter als gesunde Menschen. Foto:  Marijan Murat/dpa
Depressive Menschen sprechen anders, die verwenden andere Wörter als gesunde Menschen. Foto: Marijan Murat/dpa
Eine Studie offenbart: Depressionen und Sprache hängen eng miteinander zusammen.

Aber wie hängt die Ausdrucksweise mit der Erkrankung zusammen?
Kann ich wirklich vom einen auf das andere schließen? Ja, sagen Wissenschaftler aus Großbritannien. Denn wie Menschen etwas ausdrücken, verrät viel über ihr Innenleben. Doch anhand der Ausdrucksweise lässt sich noch sehr viel mehr erkennen. Das fanden nun Forscher in einer Studie zu psychischen Erkrankungen heraus. Depression lässt sich demnach an der Sprache der Erkrankten ablesen.

Forscher der University of Reading in Großbritannien haben in einer Studie herausgefunden, dass es eindeutige sprachliche Unterschiede zwischen Menschen mit und Menschen ohne Depression gibt. Wenig überraschend: Depressive Menschen verwenden häufig negative Worte wie "einsam", "traurig" oder "miserabel".
Allerdings lieferten Pronomen bessere Erkenntnisse: An Depressionen erkrankte Menschen verwenden häufiger Worte wie "mein", "mir" oder "ich". Seltener benutzen sie Worte in der zweiten oder dritten Person wie "ihr", "sie" oder "ihnen". Aber warum ist das so?

Die Studie führt das darauf zurück, dass depressive Menschen mehr auf sich selbst bezogen sind. Laut dem Studienautor Mohammed Al-Mosaiwi von der University of Reading seien Pronomen sicherere Hinweise als negative Worte.


Depressive verwenden häufig absolute Worte

Außerdem verwenden Erkrankte häufig Worte, die absolute Größenordnungen ausdrücken - also Worte wie "immer", "vollständig" oder "nie".

Die Studie verglich Onlineforen über die Themen Schwangerschaft, Studium, Depression und Selbstmord. Absolute Worte wurden in Foren zu Depressionen und Ängsten 50 Prozent häufiger verwendet als in Schwangerschafts- oder Studienforen. In Foren über Suizid fielen diese Worte sogar um 80 Prozent häufiger.

Die Studie wertete Inhalte von 64 Onlineforen zur psychischen Gesundheit aus, in denen 6400 Teilnehmer schrieben. Die Forscher wollen mit der Studie weitere Möglichkeiten bieten, um Depressionen zu erkennen.


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