Pflegereform 2017

Pflegestärkungsgesetz II und III

Am 1. Januar ist das neue Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten. Erfahren Sie die Neuerungen im Überblick.
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Cornelia Thron, Geschäftsführerin der Caritas (Mitte, mit dem ehemaligen Landrat Oswald Marr), und Caritas-Wohnraumberaterin Janet Januszewski beraten Sie gerne zu Details der Pflegereform. Foto: Veronika Schadeck
Cornelia Thron, Geschäftsführerin der Caritas (Mitte, mit dem ehemaligen Landrat Oswald Marr), und Caritas-Wohnraumberaterin Janet Januszewski beraten Sie gerne zu Details der Pflegereform. Foto: Veronika Schadeck
Seit 1. Januar wird nach anderen Kriterien entschieden, wer der Pflege bedarf und in welchem Umfang. Während bislang nur Personen mit überwiegend körperlichen Gebrechen als pflegebedürftig eingestuft wurden, erfassen die neuen Vorgaben auch Hilfsbedürftige mit geistigen und psychischen Problemen. Statt Pflegestufen gibt es Pflegegrade.
Die Pflegegrade sollen vor allem Menschen mit Demenz und psychisch Erkrankten die gleichen Pflegeleistungen ermöglichen wie Pflegebedürftigen mit körperlichen Beeinträchtigungen.
Pflegebedürftige, die bereits eine Pflegestufe haben, bekommen automatisch und ohne neue Begutachtung einen der neuen Pflegegrade. Pflegebedürftige ohne Demenz erhalten den nächst höheren Pflegegrad, aus Stufe 1 wird beispielsweise Pflegegrad 2. Betroffene mit Demenz bekommen den übernächsten - aus Stufe 0 wird Pflegegrad 2. Nach dem neuen System werden die Personen begutachtet, die ab Januar 2017 einen Pflegegrad beantragen.
Bisher hing die Pflegestufe davon ab, wie viel Zeit an Unterstützung bei Hauswirtschaft und Grundpflege benötigt wurde. Jetzt wird beurteilt, in welchem Maße die Selbstständigkeit beeinträchtigt ist. Dabei spielen sechs Bereiche eine Rolle: Mobilität, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Verhalten, Selbstversorgung, Umgang mit Erkrankungen und Belastungen sowie soziale Kontakte.
Wie bei den alten Pflegestufen richten sich die neuen Pflegegrade danach, wie viel Hilfe jemand benötigt. Je höher der Pflegegrad, desto höher die Leistungen. Unterteilt wird jetzt in fünf Pflegegraden.
Die Leistungen reichen vom ambulanten, zweckgebundenen Entlastungsbetrag von 125 Euro (1) bis zu 2005 Euro im Monat (5).


Mehr Pflegegeld

Insgesamt erhalten diejenigen, die bereits eine Pflegestufe hatten, für die häusliche Pflege mehr Pflegegeld und mehr Mittel für einen ambulanten Dienst als zuvor. Auch die Zuschüsse für teilstationäre Aufenthalte werden erhöht. In den Pflegegraden 2 und 3 gibt es bei stationärer Pflege geringere Zuschüsse als in den bisherigen Pflegestufen I und II. Zudem gelten dann "einrichtungseinheitliche Eigenanteile".
Die Pflegereform verbessert die soziale Absicherung von pflegenden Angehörigen. Für sie verringern sich die Voraussetzungen, wenn Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden. Neu ist auch, dass Pflegepersonen erstmals in der Arbeitslosenversicherung versichert werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.


Neue Leistungen im Detail

Pflegegrad 1: Entlastungsbetrag ambulant 125 Euro, Leistungsbetrag vollstationär 125 Euro
Pfleg eg rad 2: Geldleistung ambulant 316 Euro, Sachleistung ambulant 689 Euro, Entlastungsbetrag ambulant 125 Euro, Leistungsbetrag vollstationär 770 Euro
Pfle g egrad 3: Geldleistung ambulant 545 Euro, Sachleistung ambulant 1298 Euro, Entlastungbetrag ambulant 125 Euro, Leistungsbetrag vollstationär 1262 Euro
Pflege gra d 4: Geldleistung ambulant 728 Euro, Sachleistung ambulant 1612 Euro, Entlastungsbetrag ambulant 125 Euro, Leistungsbetrag vollstationär 1775 Euro
Pflegeg rad 5: Geldleistung ambulant 901 Euro, Sachleistung ambulant 1995 Euro, Entlastungsbetrag ambulant 125 Euro, Leistungsbetrag vollstationär 2005 Euro
Quelle bei Leistungen im Detail: www.wohnen-im-alter/geld-recht/pflegefall
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