Obst in Form eines Marktes in Dörfern zu verkaufen, hatte anfangs viele Skeptiker. Dass daraus inzwischen eine so "Tolle Sache" herausgekommen ist, hat keiner in dieser Form für möglich gehalten. Im Nachhinein zeigt sich, dass einige Orte mit ihren Apfelmärkten eine echte Pionierleistung vollbracht haben und in eine Marktlücke vorgestoßen sind. Die Märkte sind von Jahr zu Jahr vielfältiger und interessanter geworden. Am wichtigsten dabei aber ist die Steigerung der Wertschätzung heimischer Produkte. Die Obstmärkte haben zu einer Belebung des Obstanbaues in den Fluren der Dörfer geführt. Sie tragen außerdem dazu bei, dass sich ein immer größerer Kundenstamm vor Ort entwickelt.

So werden jetzt vielfach das ganze Jahr über bäuerliche Produkte direkt vom Hof verkauft. Durch die Obstmärkte hat sich eine kleine Bürgerbewegung entwickelt. Diese scheint aus dem Bedürfnis zu wachsen, etwas Positives für die Region tun zu dürfen und dabei gleichzeitig gesunde Nahrungsmittel zu erwerben. Das alles geschieht aus eigener Kraft und ohne staatliche Reglementierung.


Spätfrost trifft Landwirtschaft hart

Die Obsternte fällt heuer ganz unterschiedlich aus. Zwetschgen und Birnen gab es nur in geschützten Lagen wie in Dörfern und Städten. In der freien Landschaft hat der Spätfrost großen Schaden angerichtet. Das ist besonders bei den Walnüssen der Fall. Auch bei den Äpfeln kam es in vielen Gegenden fast zum Totalausfall. Der Sturm in den letzten Tagen leider viele Früchte vorzeitig vom Baum geholt. Auf dem Boden faulen diese bei der Feuchtigkeit sehr schnell dahin. Die restlichen Äpfel am Baum gilt es jetzt so schnell wie möglich zu ernten. Viele von ihnen sind schon von Vögeln angepickt und somit kaum mehr lagerfähig. Eine Ausnahme bei der Ernte bilden heuer Quitten und auch Mispeln, die es in genügender Fülle gibt.
Der viele Regen hat aber für ein für ein üppiges Holzwachstum der Obstbäume im Sommer geführt. Diese litten in den Jahren zuvor durch Mangel an Grundfeuchte. Auch die Wälder konnten sich durch den reichlichen Niederschlag erholen. So sind die Bäume besser gegen Schädlinge und Krankheiten für das kommende Jahr gewappnet. Man muss in der Natur immer zwei Seiten betrachten. Die allgemeine Klimaerwärmung hat so schon zu einem Umbruch der Baumarten geführt. Es fühlen sich immer mehr Gewächse aus wärmeren und trockeneren Gebieten wie Maronen und Robinien bei uns wohl. So sind Monokulturen wie zum Beispiel mit Fichte in den Wäldern nicht mehr zeitgemäß. Auch im Garten sollte eine Vielfalt an Bäumen und Sträuchern angestrebt werden.


Farbvielfalt

Die Blätter von Bäumen und Sträuchern zeigen sich in bunten Farben. Besonders Felsenbirnen, Pfaffenhütchen und Vogelbeerbäume lassen den Garten zurzeit in Rot erstrahlen. Kinder machen es uns vor, wie man dem bunten Blätterteppich die schönste Seite abgewinnen kann. Für sie bedeutet der Laubfall im Herbst ein besonderes Naturerlebnis und erlaubt viele Spiele, so wie Möglichkeiten zum Basteln. Auch der biologisch denkende Gärtner freut sich über die Herbstfärbung. Laub ist für ihn kein Abfall oder gar Dreck, so es manche Menschen titulieren, sondern wertvolles organisches Material. Er weiß, dass es viele wichtige Funktionen im Naturhaushalt erfüllt und daher auch für ihn im Garten unersetzlich ist.


Die Multifunktionalität des Laubes

Die Blätter wirken wie ein warmer Mantel. Sie lassen den Frost nicht so tief in den Boden eindringen. Frühjahrsblüher, wie Winterlinge, Blausternchen, Anemonen Schneeglöckchen, Tulpen und Osterglocken fühlen sich nur unter einer Laubdecke richtig wohl, da sie ohne diesen Schutz sehr schnell abbauen und dann ganz verschwinden. Die abgeworfenen Blätter sind zudem die Lieblingsspeise der Regenwürmer. Einen besseren Untermieter kann sich der Gärtner nicht wünschen. Eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für das Laub ist auch die Abdeckung frostgefährdeter Rosen und mediterraner Gewächse. Auch in Gemüsebeeten ist ein Frostschutz mit Laub auf jeden Fall vorteilhaft.

Wenn es in den nächsten Wochen sehr kalt werden sollte, ist es vorteilhaft, Feldsalat und Winterspinat mit einem Vlies abzudecken. Dies ermöglicht sogar die Ernte bei Schnee. Die "Salatrauke" (Rukola) kann im Boden verbleiben, da sie bei einem nicht zu sehr strengen Winter im Frühjahr wieder austreibt und dann gleich frischen Salat bildet